Leichtathletik: Pia Meßing und Mirja Lukas überzeugen bei Siebenkampf-DM
Silber nach Speerwurf-Krimi

Coesfeld. In der vorletzten Disziplin sorgte sie für einen Krimi, der gewaltig an den Nerven zerrte. Erster Versuch im Speerwurf – ungültig. Zweiter Versuch – ungültig. Blieb nur noch Wurf Nummer drei der unbedingt sitzen musste, um nicht alle Hoffnungen auf eine Medaille begraben zu müssen. Pia Meßing nahm alle Konzentration zusammen, ließ den Speer bei 31,35 Metern landen und sammelte doch noch wichtige Zähler ein. Die bescherten der 15-jährigen Athletin der LG Coesfeld bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Siebenkampf in Halle an der Saale die Silbermedaille. „Und da fehlten nur 21 Punkte zu Gold“, beschreibt Trainerin Sandra Bertels, wie knapp das vorne zuging.

Mittwoch, 02.09.2020, 06:58 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 07:00 Uhr
Leichtathletik: Pia Meßing und Mirja Lukas überzeugen bei Siebenkampf-DM: Silber nach Speerwurf-Krimi
Zufrieden mit dem zweitägigen Siebenkampf in Halle an der Saale: Pia Meßing (rechts) gewann die Silbermedaille, Mirja Lukas schaffte drei neue persönliche Bestleistungen. Foto: az

Geschafft! Den Traum von der Medaille hat sich die Letteranerin erfüllt, zudem mit 3906 Punkten noch eine neue persönliche Bestleistung aufgestellt. Und noch eine LG-Athletin durfte in der Altersklasse W 15 zufrieden sein: Mirja Lukas blieb als 20. und 36 Starterinnen mit 3543 Zählern zwar knapp unter ihrer Vorleistung, stellte aber gleich drei neue Bestleistungen in den Einzeldisziplinen auf. „Für ihren ersten Auftritt bei einer Deutschen Einzelmeisterschaft war das eine sehr gute Leistung“, lobt Sandra Bertels, die gemeinsam mit ihrem Mann Matthias die LG-Sportlerinnen an den beiden Wettkampftagen in Halle betreut hat.

Pia Meßing war als Führende der Rangliste in den Siebenkampf gegangen. „Deshalb hatte sie schon auf eine Medaille spekuliert“, erzählt die Trainerin. „Damit hat sie sich selbst aber auch etwas Druck gemacht.“ Das sei vor allem im Hochsprung und im Speerwerfen zu spüren gewesen. Dennoch hat sie nicht nur wegen des Silberplatzes einen hervorragenden Wettkampf hingelegt, denn in gleich vier Disziplinen steigerte sie ihre bisherigen Bestleistungen.

So auch im 100-Meter-Lauf, der für Pia und Mirja mit einem Paukenschlag begann: Mit 12,40 beziehungsweise 13,30 Sekunden knackten sie auf Anhieb ihren bisherigen Bestmarken. Im Weitsprung machte Pia mit 5,70 Metern den weitesten Satz der gesamten Konkurrenz, während Mirja über ihren ersten Fünf-Meter-Satz auf 5,10 jubelte. Mit der Kugel legte Pia Meßing eine neue persönliche Bestleistung hin (10,51 Meter), im Hochsprung überwand sie 1,61 Meter.

11,73 Sekunden über die 80 Meter Hürden zum Auftakt des zweiten Tages brachten die Letteranerin wieder ganz dicht an die führende Sofie Gröninger von der LG Sempt heran, aber dann folgte das Drama mit dem Speer. „Da hat sie leider zu viele Punkte liegenlassen“, bedauert Sandra Bertels, die auf der anderen Seite mit Mirja Lukas über ganz starke 38,80 Meter jubeln durfte. Im „heißgeliebten“ 800-Meter-Lauf zum Abschluss schaffte Pia Meßing mit 2:36,44 Minuten eine weitere Bestleistung – das reichte nicht mehr ganz, um Sofie Gröninger noch abzufangen, aber Platz zwei und Silber waren eine fantastische Leistung. „Vor Corona war ein Platz unter den besten Acht das Ziel“, berichtet die Trainerin. Jetzt kam sie in ihrer ersten Siebenkampf-Saison gleich aufs Treppchen inklusive der neuen Erfahrung, zur Doping-Kontrolle ausgelost zu werden.

Bei den Westfalenmeisterschaften in knapp zwei Wochen in Hagen werden Pia und Mirja noch einmal an den Start gehen, dann ist eine ungewöhnliche Freiluft-Saison unter Corona-Bedingungen abgeschlossen. Was Sandra Bertels und das Trainer-Team der LG dabei besonders beeindruckte: „Sie haben immer die Motivation hochgehalten und trainiert, obwohl erst gar kein Ziel mit Wettkämpfen absehbar war.“ Das hat sich jetzt in Halle ausgezahlt.

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