Leichtathletik: Johanna Rier und Ida Lefering sammeln bei DM wertvolle Erfahrungen
Glücksgefühle im Konzert der Besten

Coesfeld. Ein, zwei Zentimeter, mehr nicht. Ein ganz knappes Ding – aber eben haarscharf übergetreten. „Das war technisch der beste Sprung, den ich je gemacht habe“, beschreibt Johanna Rier ihr Gefühl bei dem Satz in die Sandgrube. „Ich denke, das wäre eine neue Bestleistung gewesen.“ Weil sie aber einen Tick über dem Balken war, blieb der Versuch ungültig. Schade, denn für die 16-jährige Weitspringerin der LG Coesfeld hätte es bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Heilbronn noch weit nach vorne gehen können. Traurig? Nein, bei Johanna Rier überwog ebenso wie bei ihrer Vereinskollegin Ida Lefering, die Rang acht über die 1500 Meter belegte, deutlich ein gutes Gefühl.

Mittwoch, 09.09.2020, 07:02 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 07:10 Uhr
Leichtathletik: Johanna Rier und Ida Lefering sammeln bei DM wertvolle Erfahrungen: Glücksgefühle im Konzert der Besten
Daumen hoch: Johanna Rier (links) und Ida Lefering haben die LG Coesfeld bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Heilbronn vertreten und durften mit ihren Auftritten zufrieden sein. Foto: az

Es waren ungewöhnliche Titelkämpfe der Altersklassen U 18 und U 20, ohne Zuschauer und mit Eltern nur als Zaungäste. „Dennoch haben sich beide gut darauf eingelassen und sich von der ungewöhnlichen Atmosphäre nicht ablenken lassen“, lobt Bernd Bohmert, der als Trainer mit nach Heilbronn gereist war, seine Schützlinge.

In der jüngeren Altersklasse hatte Johanna Rier vor einem Jahr in Bremen nur um einen Zentimeter die Bronzemedaille verpasst. Jetzt musste sie gegen die ältere Konkurrenz ran und erlaubte sich einen ungültigen ersten Versuch. Im zweiten ging sie auf Sicherheit, um eine Weite in der Liste zu haben – vielleicht hätte sie da mehr Risiko gehen müssen“, kommentiert Bohmert die 5,34 Meter. Dieses Risiko nahm sie sich im dritten Versuch, legte besagten tollen Sprung hin, hatte aber ganz knapp übergetreten. So verpasste sie das Finale der besten Acht und landete am Ende auf Platz 15.

Für die 16-Jährige war das aber kein Grund, enttäuscht den Kopf hängen zu lassen. „Ich bin vor allem glücklich, nach meiner Verletzung wieder bei den Deutschen Jugendmeisterschaften gestartet zu sein“, blickt Johanna Rier auf ihren Meniskusriss, die folgende OP und die lange Zwangspause zurück. Dennoch gelang ihr in diesem Sommer eine Verbesserung auf 5,89 Meter – eine Weite, mit der sie in der starken Konkurrenz in Heilbronn dicht an das Podium gesprungen wäre.

Ebenso zufrieden zeigte sich auch Ida Lefering, die sich in den vergangenen Wochen noch eher kurzfristig dazu entschieden hatte, von den 800 auf die 1500 Meter umzusteigen. „Eigentlich war das nicht geplant, aber als ich die Strecke in Dortmund ausprobiert hatte, lief das so gut“, erzählt die 16-Jährige. Mit einer Zeit von 4:47,32 Minuten schaffte sie den ersehnten Sprung ins Finale der zwölf besten U 18-Läuferinnen Deutschlands. „Die Top acht waren das Ziel“, berichtet Bernd Bohmert. „Und Ida ist es mit der nötigen Lockerheit angegangen.“ Obwohl sie selbst zugibt, vor dem Rennen eine große Anspannung gespürt zu haben: „Auf der Bahn war das aber weg.“

Im Finale hielt sich Ida Lefering prima, kam hinter den drei Medaillengewinnerinnen in einem Pulk ins Ziel und landete in 4:44,30 Minuten auf Platz acht, knapp drei Sekunden hinter ihrer persönlichen Bestzeit. „Damit bin ich absolut zufrieden“, versichert sie, zumal nur zwei Läuferinnen aus ihrem jüngeren Geburtsjahrgang 2004 vor ihr platziert waren. „Mein Wunsch zu Beginn der Saison war, wieder bei den Deutschen starten zu können“, lächelt sie – Mission erfüllt!

Nach dem Saisonhöhepunkt steht für die beiden LG’lerinnen am kommenden Wochenende noch ein wichtiger Wettkampf an: Bei den Westfälischen Meisterschaften in Hagen wird Ida Lefering über die 800 Meter an den Start gehen, Johanna Rier im Weitsprung, ehe es in die verdiente Pause geht.

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