Regionalligist SG 06 will um den Aufstieg in die dritte Liga mitmischen
Am liebsten ganz hoch hinaus

Coesfeld. Um den heißen Brei reden wollen sie nicht. Mal vorsichtig oben anklopfen? Sehen, was geht? Nein, das Ziel ist klar formuliert: „Wir wollen um den Meistertitel mitspielen“, sagt Udo Jeschke. Keine Idee, die der neue Trainer exklusiv mit nach Coesfeld gebracht hat, sondern der Tenor aus der gesamten Mannschaft: Am Ende der Saison 2020/21, die für die Volleyballer der SG 06 am Sonntag beginnt, darf gerne der Aufstieg in die dritte Liga stehen.

Freitag, 11.09.2020, 06:50 Uhr
Regionalligist SG 06 will um den Aufstieg in die dritte Liga mitmischen: Am liebsten ganz hoch hinaus
Lang strecken für den Erfolg: Die Angriffsbälle von Erik Kerp (rechts) sind beim Gegner gefürchtet. Fotos: fw Foto: az

Forsch formuliert, ja, aber ohne Arroganz. Denn Jeschke ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, wie viele Unwägbarkeiten so eine lange Spielzeit mit 24 Partien mit sich bringt. Zumal die Frage nach der Stärke der Konkurrenz in der Regionalliga West einem Stochern im dichten Nebel gleicht. „Es gibt viele Mannschaften, die selbst meinen Spielern unbekannt sind“, verweist der 66-Jährige auf gleich vier Aufsteiger mit 1. VC Minden, SSF Bonn, FCJ Köln II und TSV Germania Windeck sowie zwei Drittliga-Absteiger mit ART Düsseldorf und den Solingen Volleys. Ein Griff in die Wundertüte also – selbst die Spielstärke der bisherigen Gegner lässt sich Stand jetzt nur schwer einschätzen. „Bei den zweiten Mannschaften aus Aachen und Düren weiß man ja nie, was sie von oben bekommen“, sagt Jeschke.

Fakt ist: Mit dem RSV Much & Buisdorf und dem VC 73 Freudenberg sind die beiden besten Teams der vergangenen Saison raus. Folglich müsse der Anspruch sein, sich oben zu positionieren. Mut macht dem Trainer die Vorbereitung, die insgesamt sehr gut gelaufen ist. In den beiden Testspielen gegen den Drittligisten TSC Münster-Gievenbeck jeweils über vier Sätze (2:2 und 1:3) habe sich seine Mannschaft auf Augenhöhe bewegt, stellt er fest: „Auch das berechtigt uns dazu, zu sagen, dass wir in der Regionalliga ganz oben mitspielen wollen.“

Das Vorhaben steht und fällt mit der Frage, ob sie vom Verletzungspech verschont bleiben. Denn wenn die SG 06 mit einem Nachteil in die Saison geht, dann ist das der dünne Kader. Nachdem Dominik Vieth und Sven Schmitz aufgrund anhaltender Verletzungsprobleme ihren Rückzug erklärt haben, stehen nur noch zehn Spieler auf der Liste – allesamt richtig gute Volleyballer, aber mehrere Ausfälle wären kaum zu verkraften. „Natürlich wäre der Optimalfall, wenn wir 14 Spieler zur Verfügung hätten“, sagt Udo Jeschke. Nicht zuletzt, um im Training echte Spielsituationen simulieren zu können. „Wir können das kompensieren“, verweist er darauf, zu den Einheiten in der Woche auch mal zwei bis drei Akteure aus der zweiten Mannschaft dazu zu holen, die eigentlich in der Landesliga am Start ist.

Einen großen Vorteil hat die Besetzung des Kaders: Einspielen müssen sie sich nicht. Sie kennen, sich, sie sind sich in den Abläufen vertraut, auch wenn der Trainer natürlich neue Dinge einbaut. Der Zusammenhalt, das ist die große Stärke. „Coesfeld zeichnet aus, dass es zwischen den Spielern auch persönlich passt“, weiß Jeschke um einen großen Pluspunkt. Freundschaftlich im Umgang, aber bitteschön nicht auf dem Feld mit den Kontrahenten: „Der Biss, den Gegner besiegen zu wollen, muss jederzeit zu spüren sein.“ Dann kann es klappen mit dem Traum vom Meistertitel.

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