Nach einer durchwachsenen Spielzeit soll der Weg wieder ins obere Drittel führen
Raus aus dem trüben Niemandsland

Coesfeld. Im Niemandsland der Tabelle fühlt es sich wenig prickelnd an. Nach unten kann nichts anbrennen, nach oben geht auch nicht viel – nicht gerade förderlich für die Spannung. „Das brauchen wir nicht noch einmal“, spricht Claudia Wiesmann Klartext. „Wir haben uns mehr vorgenommen.“ Ganz oben angreifen in der Landesliga, nein, das lässt sich nicht planen. Aber wenn die besten Teams um den Meistertitel kämpfen, möchten sie nicht das Fernglas benötigen, um in Sichtkontakt zu bleiben, betont die Trainerin: „Ein Platz im oberen Drittel darf es gerne sein.“

Mittwoch, 16.09.2020, 13:35 Uhr aktualisiert: 16.09.2020, 14:00 Uhr
Nach einer durchwachsenen Spielzeit soll der Weg wieder ins obere Drittel führen: Raus aus dem trüben Niemandsland
Torgefährliche Mittelfeldspielerin: Janine Heuer. Foto: az

Als Corona kam und die Fußballerinnen nicht mehr auflaufen durften, stand für die SG 06 Platz acht zu Buche. Sechs Siege, drei Unentschieden, sieben Niederlagen, das nennt sich wohl Durchschnitt und Mittelmaß. „Die Vorbereitung auf die Rückrunde lief aber sehr gut“, bedauert Claudia Wiesmann, dass es im März zum Abbruch kam. „Mich hätte sehr interessiert, wohin es für uns noch gegangen wäre.“ Besser als die Hinserie wäre es gelaufen, da ist sie sich sicher. Oft haben sie in der ersten Halbzeit eine gute Leistung abgeliefert, sich dann aber nach dem Seitenwechsel deutlich mehr Fehler erlaubt und es dem Gegner zu einfach gemacht. „Konditionell und dadurch auch in der Konzentration waren wir nicht immer auf der Höhe“, hat die 44-Jährige analysiert. Intensiv hat sie mit der Mannschaft in der aktuellen Vorbereitung daran gearbeitet, es künftig besser zu machen. Denn Fußball können sie, das wird niemand bezweifeln.

Die Hoffnung, sich ein paar Plätze weiter oben in der Tabelle postieren zu können, nährt nicht zuletzt ein Neuzugang, der die Abbruchsaison mit zwölf Treffern auf Platz eins der Landesliga-Torschützenliste abgeschlossen hat: Daniela Karmann, Münsters Fußballerin des Jahres 2017, kommt vom Ligakonkurrenten SC Gremmendorf nach Coesfeld. Zehn Jahre hat sich dort erfolgreich gekickt, unter anderem in der Westfalenliga. „Deshalb ist ihr der Abschied dort nicht leicht gefallen, gerade wegen der Umstände mit dem Saisonabbruch“, berichtet Claudia Wiesmann. „Aber zum Glück hat sie sich für uns entschieden.“ Denn von ihrem Torriecher sollen die Mitspielerinnen profitieren, aber auch von ihrer Erfahrung.

Fünf weitere Neulinge kommen aus dem eigenen „Stall“. Eva Inkmann, Moria Farwick und Carlotta Venker rücken aus der eigenen zweiten Mannschaft hoch. „Wir sehen das Potenzial“, sagt die Trainerin, die sich ebenso über zwei Comebackerinnen freut: Carla Wesseling und Carolin Gauda haben nach einer Pause den Spaß gefunden und packen wieder an. Sie sollen die Abgänge auffangen, denn Lotte Köhne und Lara Friese stehen nicht mehr zur Verfügung, sondern laufen nun für den Westfalenligisten BSV Ostbevern auf. „Beide wohnen in Münster und können es eine Liga höher probieren“, zeigt Claudia Wiesmann Verständnis. „Das ist nachvollziehbar.“ Gleiches gilt für Saskia Kösters, die aus beruflichen Gründen den Zeitaufwand nicht mehr betreiben kann und sich eventuell wieder ihrem Heimatclub SG Horstmar/Leer anschließt.

Fakt ist: Claudia Wiesmann, die weiterhin wertvolle Unterstützung von Co-Trainer Peter Kappel und Betreuerin Doris Heuer erhält, sieht ihren Kader gut aufgestellt, auch wenn einige Studentinnen nicht immer zur Verfügung stehen. Die SG Telgte und GW Amelsbüren, die einige Verstärkungen aus Ostbevern beziehungsweise Warendorf bekommen haben, schätzt sich weit oben ein. Aber dann darf gerne der Bereich kommen, in dem sich die SG Coesfeld 06 tummeln möchte. „Oberes Drittel, vielleicht sogar Platz drei bis vier“, peilt die Trainerin an. Nur nicht wieder das so trübe Niemandsland.

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