Fußball: Glück im Unglück nach spektakulärer Flugeinlage
Philipp Jacobs, der Bruchpilot

Coesfeld. Mein Gott, Philipp! Wie ein Bruchpilot beendete der Ältere der beiden Jacobs-Brüder seine spektakuläre Flugeinlage mit einem krachenden Sturz auf die linke Schulter. „Ich wusste sofort, da ist was kaputt gegangen“, erinnert er sich an die folgenschwere Kollision mit Noah Ross, dem Torwächter aus Ellewick, „das war so ein komisches Geräusch. Außerdem hatte ich von jetzt auf gleich tierische Schmerzen.“ Seine Vereinskameraden von der SG Coesfeld 06 eilten sofort vorbei, allen voran Bruder Lucas. Sie wollten ihn hochziehen, doch jede noch so kleine Bewegung tat höllisch weh.

Donnerstag, 08.10.2020, 07:20 Uhr
Fußball: Glück im Unglück nach spektakulärer Flugeinlage: Philipp Jacobs, der Bruchpilot
Au weia! Philipp Jacobs, Edeljoker der ersten und Trainer der zweiten SG-Mannschaft, ist in der 73. Minute gegen Ellewick eingewechselt worden. Kurz vor Schluss rasselte er mit Schnapper Noah Ross zusammen,flog durch die Luft und landete auf der linken Schulter. Unter höllischen Schmerzen geleitete ihn Zoui Allali zur Bank, wo Jacobs die Blessur mit Eis kühlte. Fotos: Ulrich Hörnemann Foto: az

Egbert Schneider, der Physiotherapeut, und sein Sohn Phil, angehender Physio, waren Augenzeuge des Zusammenpralls in der Endphase einer spannungsgeladenen Partie, die letztendlich knapp mit 3:2 von der SG 06 gewonnen wurde (wir berichteten). „Schulterluxation oder eine Verletzung des Schultereckgelenks“, tippte Schneider senior.

Zoui Allali, ein Berufskollege von Schneider und im Nebenjob Trainer der ersten SG-Mannschaft, half seinem Spieler ganz vorsichtig auf die Beine und geleitete den „Edeljoker“, der keine 20 Minuten auf dem Platz stand, zur Auswechselbank, wo Jacobs die lädierte Schulter mit einem dicken Stück Eis kühlte. Seine Schwester Franzi, Medizinisch-technische Assistentin (MTA), und Dr. Thomas Horn waren auch zur Stelle und sorgten für eine Rundumbetreuung.

Ein Rettungswagen (RTW) brachte den Patienten bald darauf in die Notfallaufnahme der Christophorus Kliniken. „Dort wurde bei der Röntgenaufnahme ein Haarriss in der Schultergelenkpfanne festgestellt“, berichtet Jacobs, „Schultereckgelenk und Schlüsselbein sind Gott sei Dank nicht kaputt.“

Eine MRT-Aufnahme ist in Planung. Sie soll weitere Aufschlüsse geben. „Kann sein, dass die Bänder was abbekommen haben“, sagt Philipp Jacobs, „abwarten und Tee trinken.“ Er glaubt nicht, dass ihm eine OP droht. „Dann hätte ich noch mal Glück im Unglück gehabt.“

Die Nacht danach war allerdings fürchterlich. „Ich hab’ zwei, drei Stunden gepennt“, erzählt der 30-jährige Jacobs, „mehr nicht.“ Morgens früh um 4.30 Uhr hat er sich auf die Couch gehockt und „ein bisschen bei Netflix reingeschaut“. An Schlaf war nicht zu denken.

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