Volleyball: SG 06 dreht 0:2-Rückstand in 3:2-Sieg gegen Germania Windeck
Mit Kampf, Kunst und Kelle

Coesfeld. Plötzlich ließ er die gefürchtete Kelle stecken. Erik Kerp kann auch anders, mit dem ganz feinen Händchen, wie in dieser ganz wichtigen Phase im Tiebreak, als er dem verdutzten Block der Gäste den Ball nicht um die Ohren schlug, sondern ihn mit ganz viel Gefühl zum 6:3-Zwischenstand ins Feld segeln ließ. Kerp, am Ende vom gegnerischen Trainer völlig verdient zum wertvollsten Spieler des Abends gekürt, stand stellvertretend für das gesamte SG-Team, das lange Probleme hatte, sich dann immer mehr steigerte und die Partie doch noch drehte. „Auch so ein Spiel ist für die Entwicklung der Mannschaft ganz wichtig“, strahlte Udo Jeschke nach dem 3:2-Sieg gegen TSV Germania Windeck. „Das schweißt sie weiter zusammen.“

Montag, 12.10.2020, 07:05 Uhr aktualisiert: 12.10.2020, 07:10 Uhr
Volleyball: SG 06 dreht 0:2-Rückstand in 3:2-Sieg gegen Germania Windeck: Mit Kampf, Kunst und Kelle
Der Mann mit der Kelle war mit zunehmender Spieldauer nicht mehr aufzuhalten: Immer wieder streckten sich die Gäste aus Windeck vergebens gegen die Angriffsbälle von Erik Kerp (rechts). Foto: Frank Wittenberg

Als der Trainer nach gut 70 Minuten Spielzeit eine Auszeit zog, dürften viele der 100 Fans kein besonders gutes Gefühl verspürt haben. 0:2 nach Sätzen lagen die Coesfelder hinten und in diesem dritten Durchgang mit 11:13. „Wir waren einfach viel wenig druckvoll im Aufschlag“, hatte Jeschke das Grundproblem ausgemacht, abgesehen von weiteren Geschenken, die großzügig an die Gäste verteilt wurden. Zumal die Windecker die Schwächen der SG eiskalt ausnutzten. „Weil wir so wenig Druck ausgeübt haben, konnte der Gegner gut aufspielen“, bilanzierte er – ohnehin habe sich der TSV stärker als erwartet präsentiert: „Die werden vielen Gegnern Probleme machen.“

Mit eben diesen Problemen hatten die Coesfelder lange zu kämpfen, die zwar nach einem holprigen Start sowie einem 15:18- und 17:21-Rückstand zwei Satzbälle hatten, dann aber den ersten Durchgang mit 25:27 verloren. Deutlicher ging es im zweiten Satz zu, in dem sich Windeck nach ausgeglichenem Beginn über 15:18 und 16:22 mit 17:25 das 0:2 und damit den ersten Punkt sicherte.

Mitte des dritten Durchgangs roch es nach einem schnellen Ende. „Bis dahin hatten wir einfach nicht unser Niveau erreicht“, gab Udo Jeschke zu, der dann umstellte, um die Rotation auf dem Feld zu verändern. „Es ging dann nur noch darum, konzentriert Punkt für Punkt zu spielen.“ Und siehe da: Mit einer Aufschlagserie sorgte Thomas Wittkowski für die 17:13-Führung, die Philipp Heuermann mit dem Satzball zum 25:17 ins Ziel brachte – die SG 06 war wieder da!

Und wie: Denn so sehr sich die Coesfelder steigerten, baute der Gegner ab und fand immer seltener ein Rezept vor allem gegen die Angriffsschläge des hervorragend in Szene gesetzten Erik Kerp. „Wir konnten zulegen, da zahlt sich das harte Training aus“, lächelte Jeschke. Im vierten Durchgang lagen die Gastgeber durchweg vorne, erst 10:5, dann knapper, aber letztlich besorgte Yannick „Virgil“ van Dijk am Netz das 25:20. Angetrieben von den erneut enthusiastischen Fans ließen die SG’ler im Tiebreak nichts mehr anbrennen. Den zweiten Matchball nutzte, na klar, Erik Kerp zum 15:11 und 3:2-Sieg.

Geschafft! Nach über zwei Stunden waren die Punkte sieben und acht eingefahren, die schon verloren schienen – und da musste auch der Trainer unter seiner Maske erstmal durchatmen. „Windeck hat uns echt gefordert“, stellte Udo Jeschke fest. „Aber auch daraus lernen wir!“ 7 SG Coesfeld 06 – TSV Germania Windeck 3:2 (25:27, 17:25, 25:17, 25:20, 15:11).

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