Volleyball: SG 06 gewinnt zum dritten Mal in Folge das Spiel im Tiebreak
„Kopfarbeit“ setzt den Gegner schachmatt

Coesfeld (fw). An den ausgeprägten Nervenkitzel hat er sich schon gewöhnt. Einfach kann jeder, nicht aber die Volleyballer der SG Coesfeld 06. Diesmal allerdings kam noch eine intensive Kopfarbeit hinzu. „Ich musste eine Menge trinken, um auf der Höhe zu bleiben“, gab Udo Jeschke zu, als die Partie nach satten 140 Minuten doch noch ihr glückliches Ende gefunden hatte. Wieder ein Tiebreak, wieder ein 3:2, auch diesmal machten es die SG’ler ihrem Trainer und den vielen Fans im Live-Stream nicht einfach, um letztlich doch gegen den TVA Hürth Volleyball II den fünften Sieg im fünften Spiel einzufahren.

Montag, 26.10.2020, 06:58 Uhr aktualisiert: 26.10.2020, 07:00 Uhr
Volleyball: SG 06 gewinnt zum dritten Mal in Folge das Spiel im Tiebreak: „Kopfarbeit“ setzt den Gegner schachmatt
Keine Chance für den Block des TVA Hürth II: Henri Lammerding (rechts) zieht voll durch, Sebastian „Seppel“ Förster (2. von rechts) staunt. Foto: Frank Wittenberg

Kopfarbeit – am diesem Abend fühlte Jeschke sich wie ein Schachspieler, der immer wieder neu überlegen musste, wie er seine Figuren auf dem Feld gewinnbringend positionieren kann. „Wir mussten die richtige Konstellation finden“, beschrieb er den fortwährenden Prozess, der im vierten Satz dazu führte, dass die Coesfelder erneut einen Rückstand drehten. „Das war der Schlüssel zum Sieg“, atmete der Trainer durch.

Wobei die Probleme sicherlich nicht daher rührten, dass es trotz der ungewohnten Situation mit einer leeren Tribüne an der nötigen Einstellung und Spannung gefehlt haben könnte. Nein, diesmal war ein in der Tat starker Gegner dafür verantwortlich. „Die haben wenige bis gar keine Eigenfehler gemacht und sehr clever gespielt“, zollte Jeschke den Gästen aus Hürth ein dickes Lob. „Das hat es uns in der Block- und Feldabwehr sehr schwer gemacht – und dadurch haben wir es nicht hinbekommen, ein konstant schnelles Spiel aufzuziehen.“

Zwar gelang es der SG diesmal, nach einer ständig wechselnden Führung den ersten Durchgang mit dem zweiten Satzball von Philipp Heuermann mit 25:23 zu gewinnen, aber in der Folge blieb die routinierte Mannschaft aus Hürth cool und clever. So kämpften sich die Gastgeber im zweiten Satz nach einem 10:16-Rückstand noch auf 17:18 heran, mussten aber mit 21:25 das 1:1 hinnehmen. Als wahre Achterbahn entpuppte sich Durchgang drei mit 0:4-Rückstand, 13:8-Führung, 15:18-Rückstand und 22:25-Satzverlust. 1:2 hieß es, erneut befand sich die SG 06 in Not.

Im vierten Satz hatte Udo Jeschke seine „Schachfiguren“ so geschoben, dass der Gegner völlig chancenlos blieb. „Wir haben uns gesteigert und dann auch mehr Punkte über den Block gemacht“, lächelte er. Zwei Aufschlagserien von Fabian Röttgering zum 11:4 und Erik Kerp zum 18:7 ließ Yannick van Dijk mit dem ersten Satzball das 25:13 folgen – der Ausgleich war geschafft! Und Tiebreak können sie, das durften sie zum dritten Mal in Folge beweisen: Nach einem 7:9-Rückstand setzte Thomas Wittkowski den ersten Matchball zum 15:13 und 3:2-Sieg. 7 SG Coesfeld 06 – TVA Hürth II 3:2 (25:23, 21:25, 22:25, 25:13, 15:13).

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