Kreisliga A: Vorwärts Lette wartet weiter auf den ersten Sieg
November-Blues im Oktober

Lette. Das Leben geht weiter. Michael Buß ist ein Kämpfer, einer, der die Ärmel aufkrempelt und zupackt. Auch nach der siebten Niederlage (1:2 gegen Rorup) im achten Meisterschaftsspiel bleibt er besonnen. „Wir müssen weiter hart arbeiten“, erklärte der Coach von Vorwärts Lette schon beim Mannschaftskreis auf dem Kunstrasen, „wichtig ist vor allem, dass wir in den Zweikämpfen wacher werden, um so die Fehler zu minimieren.“ Das ist das große Manko: Die Quote könnte deutlich niedriger sein. „Da müssen wir ansetzen“, betonte Buß kurz nach dem Schlusspfiff in seiner Rückschau auf diese so unglücklich verlaufene Partie.

Mittwoch, 28.10.2020, 07:12 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 07:20 Uhr
Kreisliga A: Vorwärts Lette wartet weiter auf den ersten Sieg: November-Blues im Oktober
Da war die Welt noch in Ordnung: Phillip Peters (2. von rechts) feiert den Ausgleich gemeinsam mit Simon Besseler, Nick Richter und Kevin Enns. Foto: az

Die Letteraner befinden sich aktuell in einem unheilvollen Strudel, der sie immer tiefer treibt. Ohne Sieg sind sie auf den letzten Platz in dieser 15er-Liga abgedriftet. Mehr als ein Remis (1:1 gegen Schwarz-Weiß Holtwick) im September ist ihnen bis dato nicht gelungen. Den Ehrgeiz wird ihnen keiner absprechen, doch die Zwischenbilanz ist trübe.

Nach dem Last-Minute-Treffer von Brukteria Rorup in der Nachspielzeit gingen die Köpfe runter. David Gervers, Linienrichter der Hausherren, pfefferte seine Fahne wutentbrannt auf den Boden. Als der Schiri die Begegnung beendete, lagen einige Akteure mit dem blauen Sportdress wie umgeplumpste Maikäfer auf dem Kunstrasen.

Bitter enttäuscht waren die Beteiligten. Michael Buß sagte, was alle dachten: „Heute hätten wir mindestens einen Punkt verdient gehabt.“ Den frühen Rückstand, den sie bereits in der ersten Hälfte durch einen Treffer von David Tüllinghoff (19. Minute) verdauen mussten, wollten sie im zweiten Abschnitt unbedingt wettmachen. Als Phillip Peters (81.) spät, aber nicht zu spät mit einer Energieleistung den 1:1-Ausgleich markierte, war alles wieder offen. Phillip „Flipper“ Kluger (90. + 2) sorgte dann mit dem 2:1 für den „Schocker“ des hereinbrechenden Abends. Rorup jubelte, Lette trauerte.

Michael Buß konnte es nicht fassen. „Nach der Pause waren wir doch das dominierende Team.“ Buß schüttelte den Kopf. „Da kam von Rorup nicht mehr viel.“ Allerdings fehlte seinen Leuten vor der dem gegnerischen Tor die Präzision, die nun mal nötig ist, um zielsicher die Möglichkeiten zu verwerten. Frank Stening, sein Trainerkollege, der noch in der Vorsaison für Lette tätig war, nahm den unverhofften Dreier, den „Flipper“ Kluger kurz vor knapp sichergestellt hatte, hocherfreut zur Kenntnis. „Was interessiert mich Ballbesitz“, meinte er, „am Ende zählt das Ergebnis.“ Dass sein Team im zweiten Durchgang nicht mehr agiert, nur noch reagiert habe, wollte er nicht abstreiten. „Fußballerisch haben wir da nichts mehr auf die Kette gebracht“, gab „Stele“ ehrlich zu, „dafür haben wir gewonnen. 2:1!“ Das war seine Botschaft, die für die junge Letteraner Truppe so frustrierend war. Nach diesem neuerlichen Rückschlag muss sie sich schütteln und den November-Blues, der bereits im Oktober ausgebrochen ist, schnellstmöglich verdrängen. Dafür bleibt ausnahmsweise zwei Wochen Zeit. Denn wegen Allerheiligen ist am kommenden Wochenende spielfrei.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7651121?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947787%2F947821%2F
Nachrichten-Ticker