Trainer rechnen mit vorzeitiger Winterpause
Bitter für Kicker und die Helfer

Kreis Coesfeld. So muss sich ein Déjà-vu anfühlen. Ein Erlebnis, das er schon einmal hatte, aber nie wieder durchmachen wollte. „Im Frühjahr haben wir einen super Lauf, schlagen Tabellenführer DJK Coesfeld und werden durch Corona gebremst“, schüttelt Markus Lindner den Kopf. Und jetzt? Super Lauf, selbst Tabellenführer – und wieder Corona. „Richtig ärgerlich“, nimmt der Trainer von Turo Darfeld die Lockdown-Beschlüsse der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin zur Kenntnis.

Donnerstag, 29.10.2020, 07:25 Uhr aktualisiert: 29.10.2020, 07:30 Uhr
Trainer rechnen mit vorzeitiger Winterpause: Bitter für Kicker und die Helfer
Matthias Möllering (rechts) vom VfL Billerbeck muss sein Tempo drosseln: Zumindest im Monat November wird der Fußball nicht rollen. Foto: Frank Wittenberg

Bis Ende November soll der Ball ruhen. Aber wie Markus Lindner mag auch Yannick Gieseler nicht wirklich daran glauben, dass im Dezember wieder um Punkte gekickt wird. „Ohne eine Vorbereitung wird es ja nicht direkt wieder losgehen können“, sagt der Trainer des VfL Billerbeck. Also Winterpause? „Ich hatte Angst davor, dass alles wieder gestoppt wird, aber es war zu befürchten.“ Ob die Situation dadurch entschärft wird, dass unter freiem Himmel nicht mehr gekickt werden dürfe, hält er für fraglich. „Risikopatienten schützen, aber machen, was geht“, hätte er sich gewünscht. „Zur Not auch ohne Zuschauer wie am Sonntag in Alstätte.“

Vorerst ins Wasser fällt damit auch das mit Spannung erwartete Duell der Billerbecker gegen die DJK Coesfeld am 8. November. Mit diesem Lockdown für den Sport hätte er nicht gerechnet, gibt DJK-Trainer Claus Heinze zu, zumal der Verband zuletzt noch positive Signale gesendet habe. „Wenn wir mit dieser Maßnahme dazu beitragen können, dass sie die Corona-Lage entschärft, dann ist es okay“, sagt er. „Allerdings sind ja bisher nur ganz wenige Fälle aus dem Amateursport bekannt.“ Auch die Zuschauer seien mittlerweile mit Masken am Platz und sehr diszipliniert.

Einig sind sich die Trainer: Bitter ist die Notbremse nicht nur für die Kicker, sondern auch für die vielen Helfer im Hintergrund. „Viele Ehrenamtliche haben sich Gedanken über Hygienekonzepte gemacht, die Vereine haben Geld investiert, jetzt werden wir trotzdem gebremst“, spricht Yannick Gieseler von einer „Sehr bitteren“ Situation. Auch Markus Lindner betont, dass sich die Vereine sehr gut an alle Auflagen gehalten haben: „Die Fußballer sind bisher nicht das Problem.“ Wobei auch das wieder eher klein erscheinen dürfte, wenn er an seine Partnerin Melanie Feldkamp und die Schließung der Restaurants denkt.

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