Leichtathletik: Siebenkämpferin Pia Meßing startet künftig für den TV Gladbeck
Am Ehrgeiz soll es nicht scheitern

Coesfeld. Einen Vorteil genießt Pia Meßing: Sie darf trainieren, trotz des sportlichen Lockdowns. Für Athleten des Bundeskaders gilt eine Ausnahme – ein Status, den sich die 15-jährige Letteranerin dank hervorragender Leistungen erarbeitet hat. „Sechsmal in der Woche bin ich in Gladbeck“, erzählt die Siebenkämpferin. Und künftig wird sie auch in Wettkämpfen das Trikots des TV Gladbeck tragen.

Montag, 30.11.2020, 07:10 Uhr
Leichtathletik: Siebenkämpferin Pia Meßing startet künftig für den TV Gladbeck: Am Ehrgeiz soll es nicht scheitern
Pia Meßing zeigt der Konkurrenz die Hacken: Nach Silber bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Siebenkampf folgt nun der Wechsel zum TV Gladbeck. Foto: Archiv

Der Wechsel von der LG Coesfeld ist die logische Konsequenz auf dem Weg in die nationale und vielleicht sogar internationale Spitze. Denn Oliver Sell ist nun nicht nur der Landestrainer für die Mehrkämpfer, sondern auch Pias Heimtrainer. „Das hilft mir weiter“, sagt sie und verweist zudem auf ein „sehr leistungsorientiertes Team“ in Gladbeck. Künftig in einer Gruppe an ständigen Verbesserungen in den einzelnen Disziplinen zu feilen, soll den nächsten Schub bringen für die ehrgeizige Athletin, die schon in Coesfeld unter ihren Trainern große Schritte nach vorne gemacht hat. „Hauptsächlich waren Sandra und Matze Bertels für mich verantwortlich“, zeigt sie sich dankbar für die tolle Unterstützung.

Auch das Trainer-Team der LG hat maßgeblich zur rasanten Entwicklung beigetragen. Nach ihrer Bronzemedaille bei den Deutschen Blockmehrkampf-Meisterschaften 2019 wagte Pia Meßing in dieser ungewöhnlichen Corona-Saison den Sprung in den Siebenkampf – und holte gleich in ihrem ersten echten Wettkampf im Juli in Blomberg Platz eins sowie das Ticket für die Deutschen Jugendmeisterschaften. Bei der startete sie Ende August gemeinsam mit ihrer LG-Vereinskollegin Mirja Lukas und lag bis zur vorletzten Disziplin sogar in Führung. Dann kam das Speerwerfen, neben dem Hürdenlauf eigentlich ihre Lieblingsdisziplin – die Letteranerin musste nach zwei ungültigen Versuchen einen Sicherheitswurf hinlegen, der die entscheidenden Punkte kostete. Mit nur 21 Zählern Rückstand holte sie die Silbermedaille, auch das ist ein tolles Ergebnis. „Im Siebenkampf müssen eben sieben Disziplinen funktionieren, das hat in Halle nicht geklappt“, nimmt die Freiherr-vom-Stein-Realschülerin es gelassen. „Das nehme ich als Erfahrung mit.“ Und dass sie auf Anhieb so weit vorne landen würde, damit sei nicht wirklich zu rechnen gewesen: „Mein Ziel war ein Platz unter den besten Acht.“

Sich in der Spitze etablieren, sich immer weiter verbessern, daran will sie arbeiten. Fast jeden Tag in der Woche macht sie sich mit den Zug auf den Weg nach Gladbeck. „Um den Rückweg kümmern sich meine Eltern“, darf Pia Meßing sich auf die familiäre Unterstützung verlassen, zumal ihre Mutter Esther unter ihrem Mädchennamen Jebing selbst eine erfolgreiche Athletin bei der LG Coesfeld war und zeitweise den Westfalenrekord im Speerwerfen hielt. Wenn es dann noch zeitlich passt, drückt sie sonntags ihrem Bruder Max live die Daumen, der für die Bezirksliga-Fußballer der SG 06 aufläuft.

Daumen drücken, das gilt auch für Pia Meßing. Verletzungsfrei bleiben, das ist das Wichtigste. Und dann will die 15-Jährige konsequent weiterarbeiten, denn bei all dem Aufwand braucht es schon ein besonderes Ziel vor Augen. „Mal international starten, das wär’s“, lächelt sie. Im Deutschland-Trikot – vielleicht sogar bei Olympia. Denn manchmal werden Träume wahr.

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