Clubheim am Sportzentrum Süd bleibt aktuell leer
SG-Darter werfen im „Home-Office“

Coesfeld. Während sich Gerwyn Price bei der Darts-WM erst vor ein paar Tagen zum Weltmeistertitel geworfen hat, sieht die Situation bei den Dartern der SG Coesfeld 06 etwas anders aus. Das Privileg der Profis, die trotz fortschreitender Pandemie weiterhin spielen können, haben die Kreisstädter nicht. „Unser Clubheim, in dem wir trainieren, ist gesperrt“, erklärt Thorsten Schubert, Leiter der SG-Dartsabteilung.

Donnerstag, 07.01.2021, 06:46 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 06:58 Uhr
Clubheim am Sportzentrum Süd bleibt aktuell leer: SG-Darter werfen im „Home-Office“
Aktuell müssen die Darter der SG Coesfeld 06 noch auf das Spielen und Trainieren im Sportzentrum Süd verzichten. Stattdessen stehen die Mitglieder zu Hause vor der eigenen Scheibe. Foto: Archiv

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Mitglieder komplett auf den Wurfsport verzichten müssen. „Stattdessen wird auf den eigenen Boards zu Hause geworfen. Theoretisch besteht auch unter Corona-Bestimmungen die Möglichkeit, zu zweit zu trainieren“, schildert der Abteilungsleiter. Großartige Probleme gebe es nicht, zumal das Darten im „Home-Office“ einen ganz besonderen Vorteil geboten hat. „Das Schauen der WM-Spiele und das Trainieren ließ sich super kombinieren. Ich habe mit meinem Sohn gemeinsam gespielt und auf dem Fernseher neben der Dartscheibe die Partien verfolgt“, verrät Schubert.

Von dem Trend, den die Sportart nicht erst seit der diesjährigen WM ausgelöst hat, haben auch die Kreisstädter profitiert. „Die Resonanz ist so groß, dass wir Anfang 2020 sogar unsere eigene Jugendmannschaft gegründet haben“, freut sich Schubert. Die 12- bis 15-Jährigen haben sich dabei zweimal in der Woche zusammen mit den vier Betreuern zum Training im Vereinsheim Süd getroffen, ehe sie coronabedingt ausgebremst wurden.

Doch auch die Pandemie konnte den Darts-Boom nicht schmälern. „Während der WM haben sich schon wieder die ersten Interessenten bei mir gemeldet“, sieht Schubert die Dartsabteilung der SG für die Zukunft gut aufgestellt. Aktuell weist diese 32 Mitglieder auf. „Tendenz steigend“, vermutet er. Um neue potenzielle Spieler anzuwerben, sollte ursprünglich im Dezember ein Jugendturnier zum Schnuppern veranstaltet werden. Coronabedingt kam das allerdings nicht zustande. „Das wollen wir nachholen“, betont Abteilungsleiter.

Weitere Auswirkungen hatte die Pandemie auf den Ligabetrieb. So musste die im Sommer begonnene neue Saison nach nur wenigen Spieltagen vorerst unterbrochen werden. Die SG-Darter sind dabei in zwei Wettbewerben an den Start gegangen: der NRW-Dartsliga und der Münsterland-Liga. „Bei der NRW-Liga geht es teilweise bis ins Sauerland, die Wege in der Münsterland-Liga sind deutlich kürzer“, so Schubert. Er geht davon aus, dass womöglich nur die Hinrunden zu Ende gespielt werden können, anstatt jeweils alle 18 Spieltage. „Im Februar gibt es wohl eine Entscheidung“, vermutet er. Bis dahin haben die SG’ler noch genügend Zeit, um zu Hause an ihrer Präzision und Technik zu feilen. „Dank spezieller Spielformen gibt es verschiedene gute Alternativen. Etwa das Werfen auf ausschließlich Doppel- oder Dreierfelder“, nennt Schubert ein Beispiel. Zusätzlich werden in der internen WhatsApp-Gruppe neue Spielideen vorgeschlagen und kreative Darts-Apps zum Ausprobieren empfohlen. Thorsten Schubert ist überzeugt: „So wird es im ,Home-Office' ganz sicher nicht langweilig.“

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