Tanz Centrum Coesfeld startet ab heute mit umfangreichem Online-Trainingsprogramm
Das Wohnzimmer wird zum Tanzsaal

Coesfeld. Kamera läuft, Ton an! Die Musik tönt aus den Boxen, auf dem Parkett lässt Silke Eckrodt ihre Bewegungen in eine erste Pose fließen. Alleine, aber dennoch nicht einsam – so sieht Tanztraining 2.0 aus. „Hier vor Ort dürfen wir ja nach wie vor nichts anbieten“, bedauert die Jugendwartin im Tanz Centrum Coesfeld, das seine Mitglieder und alle Interessenten dennoch in Bewegung halten will: Alle technischen Voraussetzungen sind geschaffen, damit der Verein heute in sein neues Online-Trainingsangebot starten kann.

Montag, 11.01.2021, 08:15 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 08:20 Uhr
Tanz Centrum Coesfeld startet ab heute mit umfangreichem Online-Trainingsprogramm: Das Wohnzimmer wird zum Tanzsaal
Alleine, aber dennoch nicht einsam: Silke Eckrodt, Jugendwartin des Tanz Centrum Coesfeld, gibt wie die weiteren TCC-Trainerinnen die Übungen vor, die per Kamera in die heimischen Wohnzimmer übertragen werden. Zwei Online-Angebote sind offen für alle Interessenten. Foto: Frank Wittenberg

Der Corona-Lockdown hat die Tänzer wie auch alle anderen Amateursportler voll erwischt. Gruppenarbeit, Paartanz, alles nicht möglich. Trotzdem sehen sich die Verantwortlichen in der Pflicht, ihre Mitglieder unter Strom zu halten. „Für den Großteil unserer Gruppen wollen wir ein reguläres Training anbieten“, sagt Silke Eckrodt. Nicht in den vereinseigenen Räumen am Rottkamp, dafür in den heimischen vier Wänden: Die Trainerin gibt die Übungen vor, die Tänzer machen im eigenen Wohnzimmer mit.

Das Angebot ist vielseitig. 16 verschiedene Trainings werden ab sofort während der Woche durchgeführt. „Das ist gut über die Tage verteilt und auch für die Berufstätigen gut zu managen“, freut sich Sportwart Peter Schäfer mit Blick auf das umfangreiche Programm. Oft erfolgt das Training in den eigentlichen Gruppen, es gibt aber auch Angebote, die offen für alle Mitglieder sind – und in zwei Fällen sogar für alle Interessenten: Montags von 18 bis 19 Uhr ist Ballett-Training für Erwachsene angesagt, von 17.30 bis 18.30 Uhr Zumba. Wer mitmachen will, kann sich über die Homepage www.tanz-centrum-coesfeld.de den Zoom-Zugang herunterladen und kostenfrei mittrainieren. „Das Tanz Centrum bewegt Coesfeld“, gibt Silke Eckrodt das Motto vor. Beide Angebote seien mit wenig Platzbedarf daheim durchführbar – und böten obendrein eine gute Gelegenheit, in das Angebot des Tanz Centrums zu schnuppern. Denn neue Mitglieder zu gewinnen, sei in Zeiten der Corona-Einschränkungen sehr schwer, gibt die Jugendwartin zu: „So können wir uns aber auf eine andere Art und Weise präsentieren.“

Um diese neue Form des Trainings möglich zu machen, musste zunächst investiert werden. „Für beide Säle haben wir Kameras angeschafft“, erklärt Peter Schäfer. „Die Datenleistung war zunächst ein großes Problem, aber das sollte jetzt mittels LTE gut funktionieren“, zeigt sich der Sportwart optimistisch. Die Musik wird direkt von der Anlage in die Zoom-Plattform gestreamt, zudem ist die Trainerin mit einem Headset ausgestattet, damit kein Qualitätsverlust entsteht. Über die Kamera wird die jeweilige Trainerin in die Wohnzimmer übertragen – zudem kann sie sich und bei Bedarf auch die Teilnehmer im Saal auf einem großen Bildschirm sehen. „Das kann in bestimmten Bereichen wie zum Beispiel beim Ballett sehr wichtig sein“, berichtet Silke Eckrodt aus der Praxis. Ein Feedback geben, die Haltung der Kinder und Jugendlichen sehen und sie gegebenenfalls korrigieren, das könne so wie durch den Spiegeleffekt in Saal erfolgen. Letztlich, betont Peter Schlüter, sei es aber jedem Teilnehmer selbst überlassen, ob er seine Kamera dazu schalte und auf dem Bildschirm zu sehen sei.

Bewusst ist den TCC-Verantwortlichen, dass sie das „echte“ Training nicht zu 100 Prozent auffangen können, zumal im „Homeoffice“ keine umfangreichen Choreographien einzustudieren seien. Und doch halten Silke Eckrodt und Peter Schäfer das Online-Angebot für einen wichtigen Schritt, das Vereinsleben und die Mitglieder in Schwung zu halten. „Unsere Sportler waren in den vergangenen Monaten sehr geduldig“, hat Schäfer viel Verständnis für die Situation wahrgenommen. Das Training per Zoom-Konferenz ist nun ein erster Schritt, wobei alle gemeinsam hoffen, dass bald wieder mehr Normalität einkehren möge. „Tanzen auf Distanz ist auf Dauer eben schwierig“, zuckt Silke Eckrodt mit den Schultern. „Schließlich geht es dabei viel um Emotionen.“

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