Handball: Verband legt Zeitraum für mögliche Einfachrunde fest
Neues Ziel: Start am 1. März

Coesfeld. Für wilde Spekulationen und einen ausgiebigen Blick in die Glaskugel ist Dirk Haverkämper nicht zu haben. „Ich kann es nicht beurteilen, ob und wann das was wird“, gibt er ehrlich zu. So schnell wie möglich will der Trainer der Verbandsliga-Handballerinnen der DJK Coesfeld mit seiner Mannschaft auf das Parkett zurückkehren – „aber aktuell sieht es ja nicht danach aus“, gibt er zu. Auch wenn der Handballverband Westfalen (HVW) nun den 1. März als Zielvorgabe genannt hat.

Freitag, 15.01.2021, 07:02 Uhr aktualisiert: 15.01.2021, 07:10 Uhr
Handball: Verband legt Zeitraum für mögliche Einfachrunde fest: Neues Ziel: Start am 1. März
Es geht nicht vorwärts für Magda Hemker (links) und die Verbandsliga-Handballerinnen der DJK Coesfeld. Der Verband hat aber nun ein neues Ziel ausgesprochen: Wenn die Saison am 1. März wiederaufgenommen werden kann, ist eine Einfachrunde mit Wertung möglich. Foto: Frank Wittenberg

Die Handballer hat es noch schlimmer als viele andere Sportler getroffen. Während die Fußballer und sogar die Volleyballer zumindest mehrere Spieltage in der laufenden Saison 2020/21 absolvieren durften, stehen die DJK-Damen bei eins. Ein einziges Meisterschaftsspiel, das 29:30 bei der Ahlener SG am 3. Oktober 2020, war die einzige Partie um Punkte, die die Coesfelderinnen seit dem 8. März ausgetragen haben. Dann kamen eine Spielverlegung und der erneute Lockdown. „Natürlich wollen wir alle spielen“, zuckt Dirk Haverkämper mit den Schultern. „Aber es geht nicht.“

Mit jeder Woche, die ohne Sport ins Land zieht, schwindet, die Hoffnung, überhaupt noch eine Saison 2020/21 in irgendeiner Form durchziehen zu können. Der Handballverband Westfalen hat nun für die Ober-, Verbands- und Landesligen einen Zeitplan festgelegt: Wenn es zulässig ist, soll der Spielbetrieb am 1. März wieder aufgenommen und die angefangene Saison durch eine Einfachrunde zu Ende gespielt werden – also ein ähnliches Gedankenspiel wie im Fußball, wo es wohl darauf hinausläuft, die begonnene Hinrunde zu beenden und dann zu werten. Die DJK-Damen hätten in diesem Fall bis zum ursprünglich geplanten Saisonende am 5. Juni noch elf Spiele zu bestreiten.

Sollte ein Start am 1. März mit einer entsprechenden Vorbereitungszeit nicht möglich sein, möchte der Handballverband – sofern dann zulässig – im April und Mai unter allen aufstiegswilligen und -berechtigten Vereinen die Aufsteiger in den einzelnen Spielklassen ausspielen. Dazu soll es eine Neuorganisation der Staffeln geben. Für Vereine, die nicht aufsteigen, aber die Fortsetzung des Spielbetriebs wünschen, werd ein entsprechender Wettbewerb organisiert. Hierbei soll auch kurzfristig auf das aktuelle Pandemiegeschehen reagiert werden, teilen die beiden HVW-Verantwortlichen Andreas Tiemann (Vizepräsident Spieltechnik) und Bernd Kuropka (stellv. Vorsitzender der Technischen Kommission) mit. Sofern notwendig, werde dieses unter vom Verband vorgegebenen Testkonzepten erfolgen. Sportliche Absteiger sind wie schon in der abgebrochenen Spielzeit 2019/20 nicht vorgesehen – lediglich Vereine, die nicht erneut melden, werden bei der Saisonplanung 2021/22 nicht mehr berücksichtigt. Es werde in Zukunft in jedem Fall einen erhöhten Abstieg geben, um in angemessener Zeit wieder auf die Sollstärken der Staffeln zurückzukommen.

Wie das dann in den unteren Ligen vonstatten gehen soll, steht noch in den Sternen. „Wir unterliegen ja dem Handballkreis Münsterland“, erklärt Sven Holz mit Blick auf seine DJK-Bezirksligahandballer. Von dort gebe es noch keine weiteren Informationen, auch wenn davon auszugehen sei, dass sich der Kreis dem Verbandskonzept anschließe. „Wie das dann aber in unserer Bezirksliga mit den zwei Staffeln funktionieren soll, weiß ich nicht“, muss der Trainer passen.

So bleibt weiterhin nur das tapfere Ausharren in der Warteschleife. Nach wie vor halten sich die DJK-Herren einmal in der Woche mit einem Online-Training über Wasser. „Wir bauen hier und da kleine Challenges ein“, sagt Sven Holz, der aber auch auf die Eigeninitiative seiner Spieler setzt: „Das sind ja alles erwachsene Menschen, die wissen, was sie zu tun haben.“ Motivationsprobleme stellt Dirk Haverkämper trotz der langen Zwangspause bei seinen Damen nicht fest. „Wir trainieren weiter fleißig über Zoom“, verweist der Trainer auf das andauernde Bestreben, regelmäßig in Kontakt zu bleiben – denn auch das sei wichtig. „Die Mädels haben Bock darauf, und es läuft sehr gut.“

Immerhin gibt es schon einen Ausblick auf die nächste Spielzeit 21/22: Mit dem letzten Wochenende im August hat das Erweiterte Präsidium des HVW den Starttermin für die kommende Saison festgelegt. Ein Ziel, das die Handballer gerne schon ins Visier nehmen. „Wenn wir dann wieder einen ganz normalen Betrieb angehen könnten“, blickt Dirk Haverkämper voraus. „Das wäre schön!“

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