Leichtathletik: Heidelauf und Kreiswaldlaufmeisterschaft betroffen
Noch viele weiße Flecken im Kalender

Coesfeld. Der Terminkalender weist exakt eine Veranstaltung aus: Kampfrichter-Grundausbildung Mitte März. Ansonsten herrscht gähnende Leere in der Übersicht, die eigentlich prall gefüllt wäre mit Angeboten. „Es macht aktuell keinen Sinn, schon in eine konkrete Planung einzusteigen“, gibt Ingo Röschenkemper die Probleme der Vereine weiter. Vor Ende April, spekuliert der Vorsitzende des Kreisleichtathletikausschusses (KLA), sei wohl mit einer Rückkehr ins Stadion und auf die Laufstrecken nicht zu rechnen.

Freitag, 22.01.2021, 07:10 Uhr
Leichtathletik: Heidelauf und Kreiswaldlaufmeisterschaft betroffen: Noch viele weiße Flecken im Kalender
2019 ging der Heidelauf der DJK Coesfeld zum letzten Mal über die Bühne. Vor einem Jahr musste die Veranstaltung abgesagt werden, für den März 2021 arbeiten die Eintrachtler an einer internen Alternative. Foto: Archiv

Das betrifft für den März zwei Großveranstaltungen, die ansonsten das Läuferjahr einläuten: Der Heidelauf der DJK Coesfeld und die Kreiswaldlaufmeisterschaften, ausgerichtet durch die DJK Vorwärts Lette, werden nicht stattfinden – sollen aber auch nicht ersatzlos gestrichen werden. „Wir planen, die Meisterschaft in den November zu verlegen“, erläutert Röschenkemper. Ein weiteres Mal sollen die Titelkämpfe in der Lönsheide in Lette nicht einfach ausfallen. „Allerdings wird es im März nicht möglich sein, mit rund 300 Startern und Helfern in die Heide zu gehen“, gibt er sich realistisch. Deshalb werde mit dem Organisationsteam um Abteilungsleiterin Gosia Dolic an einer Verschiebung gearbeitet. „Der November ist ja ein klassischer Monat für den Crosslauf, das bietet sich also an“, sagt der Kreisvorsitzende.

Abgesagt ist nun auch der Heidelauf der DJK Coesfeld, bei dem Mitte März regelmäßig rund 1000 Teilnehmer auf die verschiedenen Strecken gehen. „In der gewohnten Form kann er jedenfalls nicht stattfinden“, erklärt Fabian Dasbach, Abteilungsleiter der DJK-Leichtathleten. Damit ist die Traditionsveranstaltung bereits zum zweiten Mal betroffen, denn schon vor einem Jahr musste das Event angesichts der gerade begonnenen Corona-Pandemie kurzfristig abgesagt werden. Allerdings arbeite der Abteilungsvorstand an einer Alternative. „Denkbar wäre zum Beispiel ein Zeitfenster, in dem unsere eigenen Sportgruppen und Mitglieder ihren Lauf absolvieren können“, blickt Dasbach voraus. Das könne allerdings nur vereinsintern angeboten werden: „Wir befinden uns da noch in der Planungsphase.“

Gleiches gelte für die weiteren Veranstaltungen der LG Coesfeld im Jahr 2021. Auch für die weiteren Events werde sich der Vorstand Gedanken machen, in welcher Form sie stattfinden könnten und ob es möglicherweise andere Wege der Durchführung gebe. Die Hoffnung bestehe, dass im Laufe des Jahres wieder Wettkämpfe im Stadion möglich seien und auch der Coesfelder Citylauf im Oktober über die Bühne gehen könne. „Wir möchten unseren Sportlern eine Perspektive geben“, betont Dasbach. „Und wir wollen zeigen: Wir sind noch da!“

Wie es mit den Stadion-Sportfesten weitergehe, sei schwer einzuschätzen, gibt Ingo Röschenkemper zu. Freiluftveranstaltungen seien einerseits durchaus durchführbar – „allerdings sprechen wir bei uns ja nicht vom Fußball, wo du auf und neben dem Platz mit rund 30 Leuten auskommst“, gibt er zu bedenken. „Bei unseren Wettkämpfen gibt es deutlich mehr Beteiligte.“ Auch wenn beispielsweise darüber nachgedacht werden könne, ein breiteres Zeitfenster zu wählen und die jeweilige Veranstaltung zu entzerren. Gedankenspiele, die aktuell aber ins Leere laufen, gibt der Osterwicker zu. So sei beispielsweise für das vergangene Wochenende ein Sportfest in Dortmund geplant gewesen, mit 300 Teilnehmern über elf Stunden verteilt. „Das ist am Ende doch wieder gekippt worden, weil es ja auch das Problem der Anreise der Athleten aus verschiedenen Regionen gibt.“

Fakt ist: Der Leichtathletik-Sportkalender für den Kreis Coesfeld, der normalerweise im Oktober schon für das Folgejahr prall gefüllt ist, weist viele weiße Flecken und Fragezeichen auf. „Auf Sicht fahren“, so lautet das Motto für Ingo Röschenkemper, der sich Anfang März mit den anderen Kreisvorsitzenden aus dem Münsterland verständigen will. „Alle scharren mit dem Hufen, aber zurzeit sind uns die Hände gebunden,“ sagt er und lobt gleichzeitig die Vereine, die sich viele Gedanken machten. „Wir sind uns einig, dass wir 2021 möglichst viel anbieten wollen“, blickt Röschenkemper nach vorne. „Aber wir haben auch eine gesellschaftliche Verantwortung – die Gesundheit geht vor.“

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