Volleyball: Fortsetzung der Regionalliga-Saison ist weiter ungewiss
SG 06 wartet auf eine Perspektive

Coesfeld. Sein Motto lautet „Bewegung ist Leben“. Nicht ganz einfach umzusetzen in Zeiten, in denen nach wie vor kein Ball fliegen darf, aber die Köpfe bleiben oben. „Die Mannschaft bewegt sich“, berichtet Udo Jeschke, denn die Hoffnung ist noch gegenwärtig. Noch immer haben die Volleyballer der SG Coesfeld 06 das Ziel fest vor Augen, aufs Parkett zurückzukehren und alles für den Regionalliga-Meistertitel in die Waagschale zu werfen. Aber: „So langsam braucht es eine Perspektive“, weiß der Trainer um die zunehmende Ungeduld in der Zwangspause. „Es wird Zeit, dass der Verband sagt, wie es weitergehen kann.“

Dienstag, 26.01.2021, 07:45 Uhr aktualisiert: 26.01.2021, 07:50 Uhr
Volleyball: Fortsetzung der Regionalliga-Saison ist weiter ungewiss: SG 06 wartet auf eine Perspektive
Beim 3:2-Heimsieg gegen den TVA Hürth Volleyball II Ende Oktober flogen zum letzten Mal die Bälle in der Halle am Schulzentrum. Seitdem sind Erik Kerp (rechts) und die SG 06 zum Abwarten verdammt. Fotos: fw Foto: az

Am 24. Oktober 2020 beim dramatischen 3:2-Sieg gegen den TVA Hürth Volleyball II haben sie zum letzten Mal die Kugel über das Netz geschmettert. Seitdem versuchen sie tapfer, den Fitnesslevel und die Laune auf einem ordentlichen Stand zu halten. Zumindest Teil eins der Aufgabe funktioniert bisher sehr gut, berichtet Jeschke. „Ich würde sogar sagen, dass die Jungs fitter denn je sind“, lächelt er. Kraftausdauer, Rumpfmuskulatur, da sind sie ebenso vielfältig wie intensiv unterwegs. So nutzen die Regionalliga-Volleyballer regelmäßig das Online-Training, das über die Homepage der SG 06 angeboten wird. „Immer freitags treffen wir uns mit der Mannschaft zu einer Zoom-Konferenz, in der auch die Spieler ihre Ideen einbringen können“, erklärt der Trainer. „Das nutzen wir natürlich auch dazu, in Kontakt zu bleiben und uns auszutauschen.“ Dazu arbeite noch jeder individuell für sich – auch mit einem Ball, den jeder der SG-Akteure pünktlich zum sportlichen Lockdown Ende Oktober mit nach Hause genommen hat. „Das hilft, um nicht völlig die Koordination zu verlieren“, sagt Jeschke, der aber genau weiß, dass sich ein Hallentraining damit nicht auffangen lässt.

Wann aber eben diese Rückkehr in die Halle erfolgen kann, steht nach wie vor in den Sternen. Ob und wie die Saison fortgesetzt werden kann, bleibt offen. „Das Schlimmste für uns wäre ein Abbruch mit dem Angebot, freiwillig irgendwelche Spiele auszutragen“, nimmt Udo Jeschke kein Blatt vor den Mund. Einige Landesverbände haben bereits ihre Spielzeit vorzeitig beendet, Niedersachsen schon vor dem Jahreswechsel. Dass dies im Zuständigkeitsbereich des Deutschen Volleyballverbandes (DVV) nicht passieren möge, darauf hoffen sie in Coesfeld – denn sonst wäre alles, was sie sich über Wochen und Monate hart erarbeitet haben, für die Tonne. „Wir sind richtig gut in die Saison gekommen, dann aber voll ausgebremst worden“, denkt der 68-Jährige an die prima Bilanz mit fünf Siegen in fünf Spielen und der Ausbeute von zwölf Punkten, mit der sie zwar vier Zähler hinter Spitzenreiter Brühler TV liegen, aber auch zwei Partien weniger ausgetragen haben. Rein sportlich ist alles drin für den erhofften Aufstieg in die Dritte Liga.

Wenn sie denn hoffentlich im Frühjahr wieder auf das Parkett dürfen. Die Möglichkeit, zumindest die Hinserie abzuschließen und dann eine Wertung vorzunehmen, besteht weiterhin, schätzt Jeschke die Lage ein, zumal bereits in Aussicht gestellt wurde, die Saison gegebenenfalls bis in den Juni zu verlängern. „Das würde zwar am Ende parallel zur Beachsaison laufen, aber dann ist das so“, zuckt er mit den Schultern. „Wir befinden uns ja in einer Ausnahmesituation.“ Vielleicht seien Doppelspieltage mit Partien am Samstag und Sonntag notwendig oder gar Englische Wochen mit Begegnungen an Werktagen, aber das würden die SG’ler gerne auf sich nehmen. „Es könnten viele Aufgaben in kurzer Zeit anstehen, aber das ist allemal besser als nichts“, betont Jeschke. Wichtig sei nur, dass alle Mannschaften gleichzeitig in die Halle zurückkehren dürften und dadurch auch eine Chancengleichheit gewahrt werde.

Eventuell noch Ende dieses Monats will der DVV über Möglichkeiten beraten. Auf klare Regelungen und Ansagen hoffen die Volleyballer, um aus diesem Gefühl des Leerlaufs zu kommen. Denn das ist auch für Udo Jeschke eine völlig neue Erfahrung, der noch nie mit einer Mannschaft derartig in einer Warteschleife hing. „Da gibt es keine Rezepte“, gibt er zu. „Es fühlt sich völlig unbefriedigend an.“ Die neuen Zeitfenster, die sich dadurch ergeben, nutzt der 68-Jährige übrigens sinnvoll: Er engagiert sich aus dem Homeoffice und beteiligt sich über die offizielle Telefonnummer an der Vergabe von Impf-Terminen.

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