Fußball: SG Coesfeld 06 trainiert weiter in Zweiergruppen
Für den Fall der Fälle gewappnet

Coesfeld. Der gesamte Kunstrasen-Platz im VR-Bank-Sportpark ist mit Hütchen in kleine Bereiche aufgeteilt. In ihrem eigenen Feld spielen sich Christian Thier und Theo Dittmar zum Aufwärmen den Ball zu – für die beiden Youngsters der SG Coesfeld 06 wie auch für ihre Teamkollegen ein erster Schritt hin zum regulären Trainingsbetrieb. Damit sie allerdings nicht ihren Mitspielern zu Nahe kommen, sind die einzelnen Bereiche auf dem Platz noch mit fünf Meter voneinander abgesteckt. „Wir müssen uns schließlich an die Corona-Schutzverordnung halten“, erklärt Zoui Allali, der mit Christoph Klaas das Trainerduo bei der SG bildet. Apropos Duos: Aufgrund der weiterhin geltenden Abstandsregeln ist an Mannschaftstraining mit Zweikämpfen aktuell noch nicht zu denken. Stattdessen wird in Zweiergruppen trainiert. Für Thier und Dittmar, beide Jahrgang 2001 und frisch aus der A-Jugend in die erste Mannschaft gerückt, ist das verkraftbar. „Lieber so und mit Ball am Fuß, als nur joggen gehen zu können“, bringt es Dittmar auf dem Punkt.

Donnerstag, 01.04.2021, 06:22 Uhr
Fußball: SG Coesfeld 06 trainiert weiter in Zweiergruppen: Für den Fall der Fälle gewappnet
Eine Übung zum Warmmachen: Für das anstehende Training wärmen sich die SG-Youngster Christian Thier (rechts) und Theo Dittmar mit kurzen Pässen auf. Während der Einheit dürfen sie lediglich in ihrer Zweier-Konstellation in ihrem mit Hütchen abgesteckten Feld trainieren – mit Abstand zu ihren Mitspielern. Foto: Leon Eggemann

Bereits seit drei Wochen stehen die SG-Akteure nun wieder auf dem heimischen Fußballplatz. Jeweils dienstags und freitags geht es für sie wieder aufs Grün. „In erster Linie wollen wir, dass die Jungs endlich wieder den Fuß an den Ball bekommen“, schließt sich Christoph Klaas der Meinung von Dittmar an. Die Einteilung der Spielergruppen ist dabei nach Positionen erfolgt. Dazu bleiben sie möglichst über mehrere Trainingseinheiten in ihrer festen Zweier-Konstellation, damit es zu keinen Vermischungen unter den Kickern kommt.

Bei den Übungen selbst wird der Fokus derzeit eher auf Pass- und Dribbelübungen gelegt. „Also die Grundlagen im Fußball, die auch zu zweit, beziehungsweise alleine, möglich sind“, betont Allali. Immer wieder werden dazu Wettbewerbe unter den einzelnen Gruppen veranstaltet. „Zum Beispiel das präzise Spielen eines Flugballs in abgesteckte Felder“, erzählt Klaas. Die beiden SG-Keeper Tim Herbstmann und Marius Messing haben sich dagegen in Eigenregie ein kleines Trainingsprogramm aufgebaut. „Sie sind auf jeden Fall sehr kreativ und wissen sich zu beschäftigen“, lobt Klaas die beiden Schlussmänner.

Dass die kontaktfreien Einheiten trotz all der Kreativität in ihrer Intensität dem klassischen Fußballtraining nachstehen, daraus macht das Trainerteam kein Geheimnis. „Ohne Zweikämpfe und Abschlussspiel fehlt das gewisse Etwas“, gibt Klaas zu. Neben der sportlichen Aktivität komme aber auch der Kontakt auf der menschlichen Seite zu kurz – statt gemeinsam nach der Einheit zusammenzusitzen, geht es für die SG-Spieler sofort nach Hause.

Dennoch sind Allali und Klaas überzeugt davon, dass die Rückkehr auf den Platz nach monatelanger Pause sinnvoll ist. „Noch ist die Saison nicht abgebrochen worden. Für den Fall der Fälle, dass es doch irgendwann weitergeht, wollen wir vorbereitet sein“, schildert Klaas. Ein möglicher Start von null auf hundert soll mit dem lockeren Training vermieden werden.

Dennoch schwindet die Hoffnung, zumindest die Hinrunde der Spielzeit 2020/21 abzuschließen, mit jedem weiteren Tag im Lockdown. Immerhin müsste wohl noch in diesem Monat mit der Vorbereitung begonnen werden, ehe es wieder in der Liga um Punkte geht. „Ich würde es allen Mannschaften, die in der Tabelle oben stehen, gönnen, dass weitergespielt werden kann. Wir selbst hatten im letzten Jahr das Glück, trotz des Abbruchs aufzusteigen. So langsam wird es aber sehr eng“, hält Klaas eine Fortsetzung mittlerweile für unrealistisch.

Für seine Truppe, die derzeit von Tabellenposition fünf grüßt, steht eher weniger auf dem Spiel – ein Abbruch hätte dagegen große Auswirkungen die die zweite SG-Mannschaft. Diese steht in der Kreisliga B punktgleich mit Arminia Appelhülsen an der Tabellenspitze und hat gute Chancen auf einen Aufstieg. „Wir würden es ihnen natürlich gönnen“, so Klaas. Die SG-Reserve befindet sich wie die erste Mannschaft ebenfalls wieder im Training – in der Hoffnung, in dieser Spielzeit doch noch um den Meistertitel kämpfen zu dürfen.

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