Auswärtssieg bei Nürnberg
Hoffenheim beendet dank Arsenal-Youngster Ergebniskrise

Pünktlich vor dem nächsten Härtetest in der Champions League beendet Hoffenheim seine Mini-Krise. Bedanken kann sich die TSG in Nürnberg bei einem vom FC Arsenal ausgeliehenen Doppelpack-Teenager. Die Hausherren musste ihre klare Unterlegenheit eingestehen.

Samstag, 20.10.2018, 19:06 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 20.10.2018, 19:01 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 20.10.2018, 19:06 Uhr
Der Hoffenheimer Reiss Nelson (r.) wird von seinen Teamkollegen gefeiert.
Der Hoffenheimer Reiss Nelson (r.) wird von seinen Teamkollegen gefeiert. Foto: Daniel Karmann

Nürnberg (dpa) - Das breite Grinsen hatte sich Reiss Nelson verdient. Mit einem Doppelpack schoss der vom FC Arsenal ausgeliehen Engländer die TSG 1899 Hoffenheim zum 3:1 (0:1)-Auswärtssieg beim 1. FC Nürnberg und dem ersehnten Ende der kleinen Negativserie.

«Ich glaube nicht, dass ich der Matchwinner war», meinte der erst 18 Jahre alte Youngster nach dem Schlusspfiff sichtlich happy - und hatte damit freilich nicht recht. Nach einer unglücklichen ersten Halbzeit samt Rückstand drehte Nelson mit seinen sehenswerten Treffern (50./57. Minute) die Partie und hievte die TSG mindestens für eine Nacht wieder in die obere Tabellenhälfte der Fußball-Bundesliga.

Nach zuletzt drei Pflichtspielniederlagen glückte den überlegenen Hoffenheimern, für die Adam Szalai Treffer Nummer drei (67.) erzielte, zudem die Generalprobe vor dem nächsten Härtetest in der Champions League am Dienstag gegen Olympique Lyon. «Drei Punkte tun immer gut in der Situation, wo wir waren», sagte Trainer Julian Nagelsmann und resümierte: «Wir haben am Ende verdient gewonnen.»

Dem musste auch Club-Coach Michael Köllner zustimmen. «Ich denke, wir haben verdient verloren, keine Frage», räumte er ein. Die Führung durch einen Foulelfmeter von Hanno Behrens (18.) und eine beherzte erste Hälfte mit guten Paraden des in die Startelf aufgestiegenen Torhüters Christian Mathenia reichten dem Aufsteiger nicht. Der FCN verlor erstmals in der Saison ein Heimspiel und war auch gegen den dritten Europacup-Starter in der Saison chancenlos. Immerhin blieb eine Blamage wie beim 0:7 in Dortmund und dem 0:6 in Leipzig aus.

Nach den Schlappen setzte Nürnberg auf eine kompakte Abwehr mit einer Vierer- und einer davor postierten Dreierreihe sowie etwas Glück bei Kontern. Hoffenheim zählte auf seine individuelle Stärke und wollte geduldig sein - das ging auf. «Wir hatten komplizierte erste 20 Minuten, wo wir in der Emotionalität und Mentalität Nürnberg unterlegen waren und zurecht 1:0 in Rückstand gerieten», sagte Nagelsmann. «Mit der 2. Halbzeit war ich sehr zufrieden.»

Jubeln konnte zunächst der Aufsteiger. Nach einem Foul an Virgil Misidjan erzielte Kapitän Behrens vom Punkt das 1:0. Die Führung hätte schon nach eineinhalb Minuten fallen können, doch FCN-Stürmer Ishak zielte allein vor Keeper Oliver Baumann vorbei. Der Schwede erlebte einen gebrauchten Nachmittag, verschuldete mit einem Rückpass fast ein Gegentor und wurde vor der Pause angeschlagen ausgewechselt.

Dass es zur Pause 1:0 stand, hatte der FCN Mathenia zu verdanken, der den zuletzt schwachen Fabian Bredlow ersetzte. Der Ex-HSV-Profi hielt dreimal gegen Andrej Kramaric (23./25./31.). Er habe das Vertrauen «absolut» gerechtfertigt, sagte Köllner. «Schade, wenn du als Torwart ein gutes Spiel machst und trotzdem drei Kisten bekommst.»

Mit einer Volley-Abnahme und einem präzisen Schuss aus spitzem Winkel unter die Querlatte drehte Nelson die Partie. Der Youngster steht nun bei vier Toren aus vier Spielen. Szalai besorgte die Entscheidung, mit der die Nürnberger am Ende sogar noch gut bedient waren.

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