Verlängerung um ein Jahr
«Fehler korrigiert»: Trainer Funkel verlängert in Düsseldorf

Nun also doch! Nach tagelangem Hin und Her wurde der Streit zwischen Fortuna Düsseldorf und Friedhelm Funkel beigelegt. Ob der Verein am Ende der Chaos-Tage mit der Vertragsverlängerung des Fußball-Lehrers schnell zurück zum Vereinsfrieden findet, bleibt abzuwarten.

Dienstag, 15.01.2019, 19:31 Uhr aktualisiert: 15.01.2019, 19:34 Uhr
Nach eineigem Hin und Her hat Trainer Friedhelm Funkel bei Fortuna Düsseldorf seinen Vertrag verlängert.
Nach eineigem Hin und Her hat Trainer Friedhelm Funkel bei Fortuna Düsseldorf seinen Vertrag verlängert. Foto: Marius Becker

Düsseldorf (dpa) - Rechtzeitig zum festlichen Neujahrsempfang konnten alle Beteiligten wieder lächeln. Vor den Gästen des schicken Tulip-Inn-Hotels nahe der Düsseldorfer Arena demonstrierten die zuvor zerstrittenen Friedhelm Funkel und Robert Schäfer am Abend Einigkeit.

«Ich muss alle Vereine enttäuschen, die dachten, bei der Fortuna gibt es weiter Unruhe. Ab sofort kehrt wieder Ruhe ein», kommentierte Vereinschef Schäfer die wenige Stunden zuvor erzielte Einigung mit Trainer Funkel über eine Verlängerung des Vertrages.

Zur Erleichterung der Fans ist die Posse um die Zukunft des Düsseldorfer Trainers nun beendet. Anders als noch am vergangenen Freitag verkündet, wurde der im Sommer auslaufende Vertrag mit dem 65 Jahre alten Fußball-Lehrer jetzt doch verlängert. Beide Seiten einigten sich auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit bis zum 30. Juni 2020. Der neue Kontrakt gilt jedoch nur im Falle des Klassenverbleibs. «Wir hatten zu jeder Zeit vollstes Vertrauen in Friedhelm Funkel und seine Arbeit. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern», sagte Schäfer.

In einem weniger als zweistündigen Gespräch zwischen Funkel, Schäfer und Sportvorstand Lutz Pfannenstiel am Dienstagnachmittag wurden die jüngsten Meinungsverschiedenheiten ausgeräumt. Noch vier Tage zuvor hatte der Tabellen-14. im Trainingslager von Marbella das Ende der Zusammenarbeit mit Funkel am Ende der laufenden Saison verkündet. Das hatte zu einem negativen Medienecho, Protesten der Düsseldorfer Fans und Unmut im Team geführt. Nicht zuletzt deshalb hatte Schäfer bereits einen Tag später eine Kehrtwende vollzogen und eine Einigung mit Funkel in Aussicht gestellt.

«Mein großer Wunsch war es immer, mit meinem tollen Trainer- und Betreuerstab sowie dieser charakterstarken Mannschaft weiterzuarbeiten», sagte Funkel. «Ich bin sehr glücklich, dass wir uns darauf noch in der Winterpause einigen konnten.» Laut Pfannenstiel konzentriert man sich nun «auf unser großes Ziel: den Klassenerhalt.»

Ob die Einigung jedoch zu einer dauerhaften Versöhnung führt, bleibt abzuwarten. Viel wird davon abhängen, wie das Team auf die jüngste Unruhe reagiert und in die Rückrunde startet. Vor allem der Vorstandsvorsitzende Schäfer gilt als Verlierer des PR-Desasters. Er hatte die Vorgehensweise als «Fehler» bezeichnet, einen Rücktritt aber ausgeschlossen. «Er ist klar, dass Vertrauen zerstört wurde», befand Funkel, «aber ich bin zuversichtlich, dass alles wieder normal wird. Ich schaue nicht zurück, sondern nur nach vorn.»

Ähnlich versöhnlich äußerte sich Aufsichtsratschef Reinhold Ernst, kündigte aber eine weitere Bewertung der vergangenen Chaos-Tage an: «Von nun an konzentrieren wir uns wieder auf die sportliche Arbeit. Aber wir werden die Geschehnisse intern noch mal aufarbeiten.»

Funkel arbeitet seit März 2016 in Düsseldorf und hat die Mannschaft zunächst vor dem Abstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga bewahrt und im Sommer in die Bundesliga geführt. In der Hinrunde hatte die Fortuna mit einem 3:3 in München und einem 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund überrascht. Damit kam sie ihrem Ziel Klassenverbleib näher. Nach zuletzt drei Siegen in Serie liegt der Relegationsplatz 16 vier Punkte entfernt.

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