Dank Martínez
Bayern zieht mit BVB gleich - «Schwere Woche beendet»

0:0 in Liverpool, 1:0 gegen Hertha - Bayern-Trainer Niko Kovac ist nach einer kraftraubenden Woche zufrieden. Nach seiner Defensiv-Gala in der Champions League jubelt Javi Martínez gegen Berlin sogar als Torschütze. Ein anderer Star macht Sorgen.

Samstag, 23.02.2019, 18:52 Uhr aktualisiert: 23.02.2019, 18:56 Uhr
Bayerns Torschütze Javi Martinez (r) jubelt mit Teamkollege James Rodriguez über seinen Treffer zum 1:0.
Bayerns Torschütze Javi Martinez (r) jubelt mit Teamkollege James Rodriguez über seinen Treffer zum 1:0. Foto: Matthias Balk

München (dpa) - Nach dem Schlusspfiff und einem weiteren Arbeitssieg fehlte einigen Münchner Stars sogar die Kraft zum Jubel.

«Nach dem schweren Spiel in Liverpool mussten wir Willen und Mentalität zeigen. Das haben wir richtig gut gemacht», resümierte Trainer Niko Kovac zufrieden nach 90 Minuten harter Fußballarbeit.

Dank Kopfball-Ass Javi Martínez setzte ein müder FC Bayern den Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund noch mehr unter Druck. Der deutsche Serienmeister zog durch das 1:0 (0:0) gegen Hertha BSC nach Punkten mit dem BVB gleich. Die Dortmunder müssen am Sonntag (18.00 Uhr) gegen Bayer Leverkusen antworten.

«Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Die Jungs haben sich einen Tag mehr Urlaub verdient und werden erst Dienstag wieder anrücken müssen», verkündete Kovac kurz nach dem Schlusspfiff einen zusätzlichen freien Tag am Sonntag für sein Ensemble.

Vor 75.000 Zuschauern schlüpfte der beim 0:0 in der Champions League gegen Liverpool so starke Martínez in einem chancenarmen Spiel in die Rolle des Torschützen (62. Minute). «Javi hat diese Woche rund gemacht. Nicht nur für sich, auch für die Mannschaft», sagte Kovac.

Nach dem 0:2 im Hinspiel in Berlin und dem Erfolg erst nach Verlängerung im Pokal-Achtelfinale taten sich die Münchner wieder schwer gegen die Hertha, die nach vorne aber zu harmlos auftrat. Die Gäste arbeiteten defensiv als Kollektiv gut zusammen und ließen keinen richtigen Spielaufbau der Bayern zu. «Wir haben ein starkes Spiel gemacht», sagte Hertha-Stürmer Davie Selke.

In der 84. Spielminute sah der Berliner Abwehrspieler Karim Rekik nach einer Tätlichkeit die Rote Karte. Zuvor hatte ihn Gegenspieler Robert Lewandowski im Fallen getroffen. «Ich glaube, das war kein Rot», urteilte Trainer Pal Dardai.

Dem Bayern-Spiel fehlte es an Tiefe, Geschwindigkeit und Überraschungsmomenten. Wiederholte Abseitsstellungen und Ballverluste sorgten für sichtbaren Ärger bei Kovac in dessen 100. Ligaspiel als Trainer. Der 47-Jährige hatte zwar erklärt, dass ihm der Spektakelfaktor in diesem Heimspiel recht egal sei. Doch so wenige rasante Offensivszenen hätte sicherlich auch er nicht prognostiziert. «Natürlich erwartet man von uns nur gute und schöne Spiele», sagte Kovac. Aber das sei eben eine schwierige Woche gewesen.

Nach dem Seitenwechsel schnupperten die Berliner an der Führung. Joshua Kimmich leistete sich einen groben Ballverlust. Doch seinen Fehler bügelte der Nationalspieler selbst wieder aus, als er den Schuss von Selke kurz vor der Linie klärte (56.). «Wir haben uns das Glück wieder erarbeitet», sagte Kimmich.

Kovac versuchte mit den Wechseln von Thiago für Leon Goretzka (46.) und Kingsley Coman für Franck Ribéry (58.) mehr Schwung zu entfachen. Die Führung fiel aber nach einem Standard. «Standardsituationen sind eine Waffe», sagte Kovac. Eine Ecke von James, der unter der ständigen Bewachung von Arne Maier nur wenige Impulse setzen konnte, köpfte Martínez ins Tor. Hertha-Keeper Rune Jarstein sah nicht gut aus. «Das war meiner», gestand der Norweger.

Keine zehn Minuten nach seiner Hereinnahme musste Coman verletzt vom Feld. Der Franzose fasste sich hinten an den linken Oberschenkel. Am Sonntag soll er untersucht werden. Für ihn kam Thomas Müller, der zum vierten Mal nacheinander nicht in der Startelf gestanden hatte. Das war beim Nationalspieler zuletzt 2009 der Fall. In der 86. Minute vergab Müller das 2:0, als er im Nachschuss den Ball verzog.

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