Abwehrsorgen wachsen
Bayern-Profi Hernández muss am Knöchel operiert werden

Jetzt fällt den Bayern der nächsten Innenverteidiger aus. Nach Süle müssen die Münchner auch länger auf Hernández verzichten. Der Franzose musss operiert werden. Der Rekordmeister erneuert seine Kritik an der französischen Nationalmannschaft.

Mittwoch, 23.10.2019, 18:13 Uhr
Lucas Hernández hat sich am rechten Sprunggelenk verletzt.
Lucas Hernández hat sich am rechten Sprunggelenk verletzt. Foto: Sven Hoppe

Piräus (dpa) - Beim FC Bayern werden die Personalprobleme in der Defensive größer. Nach Abwehrchef Niklas Süle fällt auch Neuzugang Lucas Hernández für einige Zeit aus.

Der französische Fußball-Weltmeister erlitt beim 3:2 in der Champions League bei Olympiakos Piräus eine Teilruptur des Innenbandes am rechten Sprunggelenk. Eine MRT-Untersuchung am Mittwochnachmittag habe die erste Diagnose bestätigt, wie die Münchner bekanntgaben. Hernández muss sich nun einem operativen Eingriff unterziehen.

Eine genaue Prognose über die Dauer der Zwangspause gab der deutsche Rekordmeister nicht ab. Möglicherweise fehlt der 23-Jährige dem Club die restliche Hinrunde. Sportdirektor Hasan Salihamidzic hatte kurz nach der Partie in Griechenland von mehreren Wochen gesprochen. Möglicherweise kann der im Sommer für 80 Millionen Euro verpflichtete Nationalspieler im Kalenderjahr 2019 nicht mehr auflaufen. Süle könnte nach seinem Kreuzbandriss sogar bis Saisonende ausfallen.

Hernández war nach knapp einer Stunde Spielzeit ausgewechselt worden. Er hatte sich bei einem Zweikampf mit Olympiakos-Profi Omar Elabdellaoui verletzt. Damit bleiben den Münchnern nur noch Benjamin Pavard, Jérôme Boateng und der aktuell leicht angeschlagene Javi Martinez als Innenverteidiger übrig. Vereinspräsident Uli Hoeneß hatte nach der Süle-Verletzung noch gesagt, dass der Verein im Winter keinen kurzfristigen Ersatz für die Position holen werde.

Hernández hatte zuletzt bereits angeschlagen pausiert und wegen Problemen an dem im Frühjahr operierten Knie zwei Bayern-Spiele verpasst. Trotz Protesten des Vereins musste er zur französischen Nationalmannschaft reisen und kam dort im Spiel gegen die Türkei sogar 90 Minuten zum Einsatz. Deshalb erneuerte Salihamidzic in Griechenland seine Kritik am französischen Verband.

Er sei «ein bisschen verärgert» über den Umgang mit der Thematik, sagte der Sportdirektor. Die neue Verletzung hänge nicht nur am Piräus-Spiel. Er wolle «da keinem die Schuld geben», aber man hätte der Bayern-Einschätzung vor den Länderspielen vertrauen sollen.

Nach Angaben von Trainer Niko Kovac war Hernandez aber nach dem Länderspiel gesund zurückgekommen. Er wurde gegen Augsburg und nun in Piräus von seinem Coach auch prompt in der Startelf aufgeboten.

Entwarnung gaben die Bayern indes bei Javi Martínez, der eine Muskelverhärtung erlitten habe. Serge Gnabry bekam einen Schlag auf das Knie. Beide Profis sollen in den kommenden Tagen in München dosiert trainieren. Die Bayern empfangen an diesem Samstag in der Bundesliga Aufsteiger Union Berlin.

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