Ex-Schiedsrichter
Urs Meier: Nur Spielführer sollten diskutieren

Berlin (dpa) - Der ehemalige Weltklasse-Schiedsrichter Urs Meier spricht sich dafür aus, das Reklamieren auf dem Fußballplatz nur dem Kapitän zu überlassen.

Dienstag, 04.02.2020, 12:39 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 12:42 Uhr
Findet grundsätzlich eine schärfere Regelauslegung beim Reklamieren richtig: Urs Meier.
Findet grundsätzlich eine schärfere Regelauslegung beim Reklamieren richtig: Urs Meier. Foto: Soeren Stache

«Ich würde mir wünschen, dass nur die Spielführer mit den Schiedsrichtern diskutieren dürften - so wie es ursprünglich einmal vorgesehen war», sagte der Schweizer im Interview von «Spox» und «Goal». «Heute wird jede Entscheidung, jeder Einwurf, jedes noch so klare Foul von jedem Spieler kritisiert. Als Schiedsrichter denkst Du dir: Verdammt noch mal! Denkt ihr, ich bin ein Idiot?»

Den Platzverweis für den Mönchengladbacher Profi Alassane Pléa im Spiel am 1. Februar bei RB Leipzig kritisierte Meier: «Wenn du wegen so einem Scheiß vom Platz fliegst ... da gibt es ganz andere Szenen. Das Spiel zwischen Leipzig und Gladbach war ein großartiges, ein schnelles und faires Spiel. Der Platzverweis passte da nicht rein. Das war so, als ob jemand mit einem roten Pinsel durch dieses Kunstwerk fährt.»

Grundsätzlich findet der 61-Jährige eine schärfere Regelauslegung beim Reklamieren aber richtig. Alle Schiedsrichter müssten «das konsequent über mehrere Spieltage hinweg durchziehen, damit die Botschaft bei den Spielern und Trainern ankommt.» Als «Maß aller Dinge» für den respektvollen Umgang miteinander auf dem Sportplatz nannte er Rugby.

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