Statt Montagsspiel
Bundesliga ab 2021/22 zehnmal am Sonntag um 19.30 Uhr

Die Fußball-Bundesliga ist ein Milliarden-Geschäft. Das meiste Geld nehmen die Proficlubs durch den Verkauf der Medien-Rechte ein. Der Ausschreibungsprozess für die vier Spielzeiten von 2021/2022 an hat begonnen.

Dienstag, 03.03.2020, 14:15 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 14:18 Uhr
Fußballfans können sich über eine weitere TV-Alternative am Sonntagabend freuen.
Fußballfans können sich über eine weitere TV-Alternative am Sonntagabend freuen. Foto: Robert Michael

Frankfurt/Main (dpa) - Die Fußball-Bundesliga spielt ab der Saison 2021/22 zehnmal am Sonntagabend um 19.30 Uhr. Dies teilte  DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Dienstag in Frankfurt bei einer Presserunde zur Medienausschreibung mit.

«Das ist mit allen Clubs besprochen und wurde auch von allen akzeptiert», sagte der Funktionär. Die Sonntagabend-Termine ersetzen den ungeliebten Fan-Termin am Montagabend (20.30 Uhr) und den für Amateure ungünstigen Termin am Sonntagmittag (13.30 Uhr), die in den vergangenen Spielzeiten je fünfmal im Spielplan standen.

ÜBERBLICK

Was ist am Spielplan neu?

Die 1. Liga spielt ab der Saison 2021/22 zehnmal am Sonntagabend um 19.30 Uhr. «Das ist mit allen Clubs besprochen und wurde auch von allen akzeptiert», sagte Seifert. Die Sonntagabend-Termine ersetzen den bei Fans ungeliebten Montagabend (20.30 Uhr) und den für Amateure ungünstigen Sonntagmittag (13.30 Uhr), die derzeit noch je fünfmal im Spielplan standen.

Am Sonntagabend wird die Anstoßzeit von 18.00 Uhr auf 17.30 Uhr wechseln. Eine Zerstückelung wie in Spanien wolle er nicht, betonte Seifert. «Wir widerstehen der Verlockung, sechs, sieben, acht Anstoßzeiten zu haben. Wir glauben, dass das langfristig schädlich ist», betonte der 50-Jährige. Neu ist auch, dass der 33.  Spieltag ab der Saison 2021/22 wie die vorherigen gestaffelt stattfinden wird und nicht mehr wie bisher komplett am Samstagnachmittag. Das gibt es nur am letzten Spieltag.

Was gibt es für die Fans ohne zusätzliche Bezahlung?

Zukünftig gibt es drei zusätzliche Live-Partien im Free-TV - insgesamt also neun. Die beiden Relegationsspiele zwischen 1. und 2. Liga sowie der Zweitliga-Auftakt sollen in der kommenden Rechteperiode nicht mehr exklusiv für Pay-TV-Anbieter sein. Derzeit sind drei Erstligaspiele, die Relegation zwischen 2. und 3. Liga sowie der Supercup im Free-TV zu sehen.

Kann es noch mehr Spiele im Free-TV geben?

«In der Tat kann die Zahl steigen», sagte Seifert. Es gibt ein neues Paket in der Ausschreibung mit 33 Partien der 2. Liga am Samstag um 20.30 Uhr. «Es ist nicht ausdrücklich für Free ausgeschrieben, aber auch», erklärte der DFL-Boss. Hier treten also Pay- und Free-TV-Sender bei der Auktion direkt in Konkurrenz.

Welches sind die teuersten Rechte?

Das meiste Geld verdient die Liga im Bezahlbereich, der etwa 80 Prozent der Milliarden-Einnahmen bringt. Zu den vier - statt bisher fünf - Live-Paketen der neuen Ausschreibung für Pay-Anbieter gehören drei am Samstag: die Konferenz, die 15.30-Uhr-Spiele und das Top-Spiel um 18.30 Uhr. Das vierte Paket umfasst die Partien am Freitag und Sonntag.

Kann es sein, dass die Fans mehrere Abos benötigen?

Im Extremfall sind drei Abonnements notwendig, um alle Spiele live sehen zu können. Und für die Konferenz könnte sogar ein vierter Vertrag notwendig sein. «Theoretisch ist das möglich», bestätigte Holger Blask, bei der DFL Direktor Audiovisuelle Rechte. Gewünscht ist das nicht, aufgrund der mit dem Kartellamt abgestimmten Regelungen aber eine Möglichkeit. «Wir haben es in Teilen selbst in der Hand, aber nicht komplett», sagte Seifert.

Ist es möglich, dass ein Unternehmen alle Pay-Rechte kauft?

Ein Anbieter wie etwa Sky kann die vier Pakete für Live-Berichterstattung im Bezahlbereich komplett kaufen. Dann tritt aber ein komplizierter Fall ein: Aufgrund des Einspruchs durch das Kartellamte dürfen in solch einem Fall zwei der Pakete nicht exklusiv vergeben werden. Das heißt, dass die Inhalte dieser beiden Pakete zusätzlich an einen Streaminganbieter verkauft werden, der dann parallel senden würde.

Aber auch ein Streamingdienste wie DAZN soll nicht alle vier Live-Pakete exklusiv erwerben können. Auch hier gilt das die «No-Exclusive-Owner Rule»: In diesem Fall müsste auch ein Pay-TV-Sender mit Satelliten- und Kabelnetzzugang wie Sky beteiligt werden.

Wie viel Geld erwarten die Clubs?

Im letzten Jahr des laufenden Vertrags werden - aufgrund einer Steigerung in jeder Saison - rund 1,36 Milliarden Euro ausgeschüttet. Will die Liga dieses Niveau auch von 2021 an halten, muss der neue Vertrag fast 20 Prozent mehr einbringen. Seifert versucht zu bremsen und sagte: «Die nationalen Medien-Einnahmen kommen irgendwann an ihre Grenzen.» Eine erneute Steigerung von mehr als 80 Prozent, so wie bei der bisher letzten Auktion, hält Seifert für «sehr unwahrscheinlich».

Wird es auch zukünftig die «Sportschau» geben?

Ein passendes Rechtepaket gibt es in der Ausschreibung, doch es muss nicht wieder bei der ARD landen. Auch andere Sender wie RTL haben die Möglichkeit, das Rechtepaket für die Höhpunkte-Zusammenfassung am Samstag von 18.30 Uhr zu kaufen.

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