Streit mit Ultras
Union-Geschäftsführer sieht DFB in der Pflicht

Berlin (dpa) - Im eskalierten Streit zwischen Ultras und dem Deutschen Fußball-Bund hat Union Berlins Geschäftsführer Oliver Ruhnert den DFB in die Pflicht genommen.

Samstag, 07.03.2020, 07:38 Uhr aktualisiert: 07.03.2020, 07:40 Uhr
Unions Geschäftsführer Sport, Oliver Ruhnert.
Unions Geschäftsführer Sport, Oliver Ruhnert. Foto: Andreas Gora

«Ich bin absolut der Meinung, dass sie Teil des Spiels sind. Der Verband muss im Verhältnis zu den Ultras anders agieren als bisher. Man muss anerkennen, dass auch diese Gruppen dazugehören», sagte der 48-Jährige im Interview der «Süddeutschen Zeitung».

Mit einer ultimativen Forderung an den DFB und der Ankündigung weiterer Proteste bis hin zu möglichen Spielabbrüchen hatten am Freitag Ultras aus ganz Deutschland im Streit um Kollektivstrafen für eine erneute Verschärfung gesorgt. Die Gruppierungen fordern vom DFB die Abschaffung von Kollektivstrafen und die «sofortige Aufhebung der gegen Borussia Dortmund ausgesprochenen Zuschauerausschlüsse».

Für Ruhnert, der seit Mai 2018 beim Aufsteiger aus Berlin ist, ist das angespannte Verhältnis ein Zeichen, «dass der Dialog mit den betreffenden Fans über längere Zeit eingestellt worden ist. In dieser Korrespondenz ist ein Vakuum entstanden, und so sind nun Dinge vorgefallen, die niemandem gefallen. Wir müssen erkennen, dass die Verfahrensweisen des DFB in diesem Thema und vielleicht auch die Strukturen des DFB nicht mehr zeitgemäß sind», sagte Ruhnert.

Die persönlichen Beleidigungen gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp durch Fans lehnt Ruhnert rundweg ab. Anderseits sei es Teil des Jobs, dass man sich als «Verantwortlicher eines Vereins gewisse Attribute gefallen lassen muss, dass man beleidigt und einem der Mittelfinger gezeigt wird. Fußballplätze nehmen vieles auf, was sich sonst anderswo entladen würde.» Dass ehrenamtliche Politiker oder Personen in öffentlichen Ämtern vermehrt Anfeindungen erleben, scheint eine «gesellschaftliche Entwicklung zu sein, was in den Stadien geschieht, das ist kein spezielles Problem des Sports. Aber noch mal: Ausgrenzen ist der falsche Weg.»

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