Nach Kalous Kabinen-Video
Hertha kämpft um Image - Mit 30 Spielern in Spiel-Quarantäne

Berlin (dpa) – Nach dem Skandal um das Kabinen-Video des inzwischen suspendierten Salomon Kalou hat Hertha BSC auch andere Profis nochmals ausdrücklich auf ein coronagerechtes Verhalten hingewiesen.

Donnerstag, 07.05.2020, 16:59 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 17:02 Uhr
Musste einige Gespräche bei Hertha führen: Geschäftsführer Michael Preetz.
Musste einige Gespräche bei Hertha führen: Geschäftsführer Michael Preetz. Foto: Andreas Gora

«Natürlich» habe er zum Beispiel mit Kapitän Vedad Ibisevic gesprochen, erklärte Manager Michael Preetz. Kalou hatte zu Wochenbeginn ein Video live im Internet verbreitet, auf dem eigene Regelverstöße und das Fehlverhalten von Mitspielern bei der Beachtung der Corona-Regeln dokumentiert wurden. Auch mit Ibisevic, der zudem eine falsche Gehaltsabrechnung des Clubs monierte, klatschte sich Kalou ab. «Das sind Dinge, die nicht vorkommen sollten. Sie sind umgehend korrigiert worden», betonte Preetz.

Es habe weitere Schulungen auf Deutsch und Englisch gegeben, berichtete der Manager des Berliner Fußball-Bundesligisten: «Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um darauf zu achten, dass wir die Reglen einhalten.» Mit dem Krisen-Konzept der Deutschen Fußball-Liga wird Hertha am 16. Mai bei 1899 Hoffenheim die restlichen Saisonspiele aufnehmen. In die zu diesem Konzept gehörende Quarantäne in Vorbereitung auf den Neustart wird Hertha wahrscheinlich mit über 30 Spielern in ein Berliner Hotel gehen, berichtete Preetz.

Der Hauptstadtclub kämpft nach einer Saison mit der Trennung von Trainer Ante Covic und dem unrühmlichen Abgang von Nachfolger Jürgen Klinsmann um sein Image. «Wir lassen auch nichts aus», hatte Preetz sofort gedacht, als er vom Kalou-Video erfuhr. Er habe noch heute keine Erklärung dafür, sagte der einstige Stürmer in einer Video-Konferenz. «Er hat einen schweren Fehler gemacht», unterstrich Preetz. Kalou sei über sechs Jahre aber auch ein «tadelloser Sportsmann» gewesen, der sich entschuldigt habe: «Wir hatten keine Wahl, als ihn zu suspendieren. Wir werden ihn aber nicht verdammen.»

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