Vor Bundesliga-Fortsetzung
Köln im Quarantäne-Trainingslager: «Wie ein Geisterhotel»

Köln (dpa) - Trainer Markus Gisdol vom 1. FC Köln hat nach dem Umzug ins Mannschaftshotel zum Quarantäne-Trainingslager bis zur Fortsetzung der Fußball-Bundesliga gemischte Emotionen eingeräumt.

Freitag, 08.05.2020, 16:38 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 16:42 Uhr
Haben mit dem 1. Köln das Quarantäne-Trainingslager bezogen: Kapitän Jonas Hector (l) und Trainer Markus Gisdol.
Haben mit dem 1. Köln das Quarantäne-Trainingslager bezogen: Kapitän Jonas Hector (l) und Trainer Markus Gisdol. Foto: Marius Becker

«Es war ein eigenartiges Gefühl», sagte Gisdol: «Das Hotel ist wie ein Geisterhotel. Und du bist plötzlich in deiner Freiheit viel mehr eingeschränkt als in den letzten Wochen schon. Das ist schon nochmal eine andere Dimension.»

Es werde sicher noch einige Tage dauern, dass «man sich hin- und hergerissen fühlt zwischen dem Gefühl, eingeengt zu sein und der Vorfreude auf das Spiel», sagte der 50-Jährige: «Aber wir waren uns alle einig, dass wir sehr, sehr viel in Kauf nehmen wollen, um wieder spielen zu können.» Der FC steigt am 17. Mai mit einem Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 wieder in die Saison ein.

Den beiden Spielern und dem Mitarbeiter, die positiv auf Corona getestet wurden und derzeit in Quarantäne sind, zeigen laut Gisdol weiterhin «in keinster Weise Symptome. Sie würden am liebsten wieder ins Training einsteigen.»

Bei der Rückkehr ins Mannschaftstraining hätten sich viele Spieler noch unsicher gefühlt. «Das ist vergleichbar mit kleinen Kinder, die zum ersten Mal wieder auf den Spielplatz gehen», sagte Gisdol: «Sie freuen sich genauso wie meine Spieler. Aber wenn sie das erste Mal an die Schaukel gehen, sind sie zunächst ein bisschen vorsichtiger. Aber es dauert nicht lange, bis sie wieder bis nach oben schaukeln oder die Rutsche auf dem Bauch herunterrutschen.»

Gisdol will bei den Geisterspielen die vorgeschriebene Schutzmaske nicht während der gesamten Spieldauer tragen. «Der Mundschutz wird da sein, aber er wird die meiste Zeit am Hals oder am Kinn hängen», sagte er. «Wenn ich mich auf die Bank setze, ziehe ich ihn natürlich hoch. Aber mit Mundschutz an der Linie zu coachen, das geht nicht.»

Weil er schwer sei, sich während des Spiels immer auf das Verschieben der Maske zu konzentrieren, wünschte sich der 50-Jährige lachend eine elektrische Version. «Eine, die immer runterfährt, wenn ich mich hinsetze und wieder hochfährt, wenn ich vorne stehe.»

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