Neue Regeln
Werder-Aufsichtsrat Bode: Transfermarkt reformieren

Bremen (dpa) - Der ehemalige Nationalspieler und heutige Aufsichtsratschef von Werder Bremen, Marco Bode, hat sich für neue Regeln bei Spielertransfers ausgesprochen.

Montag, 11.05.2020, 13:24 Uhr aktualisiert: 11.05.2020, 13:28 Uhr
«Es wäre wünschenswert, bei Transfers die Kräfteverhältnisse zwischen Vereinen, Spielern und Beratern wieder besser auszubalancieren», sagt Bode.
«Es wäre wünschenswert, bei Transfers die Kräfteverhältnisse zwischen Vereinen, Spielern und Beratern wieder besser auszubalancieren», sagt Bode. Foto: Soeren Stache

«Es wäre wünschenswert, bei Transfers die Kräfteverhältnisse zwischen Vereinen, Spielern und Beratern wieder besser auszubalancieren. Gerade auch dann, wenn Verträge auslaufen», sagte der 50-Jährige in einem Interview des «Kicker». «Ich will das Rad natürlich nicht in die Zeit vor dem Bosman-Urteil zurückdrehen. Aber vielleicht könnte man dennoch verhindern, dass zu viel Geld aus dem System herausfließt. Man müsste dafür eine moderne, kreative Regelung finden auf europäischer Ebene, ohne die Arbeitnehmerrechte der Spieler zu beschneiden.»

Seit dem nach dem belgischen Spieler Jean-Marc Bosman benannten Urteil des Europäischen Gerichtshofes dürfen Fußballer nach dem Ablauf ihrer Verträge ohne Ablösesummen den Verein wechseln. Ablösefreie Profis bekommen deswegen mitunter Bonuszahlungen in Millionenhöhe ein Teil davon geht an die Berater.

In der Corona-Krise sind viele Clubs in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Bode sprach sich auch dafür aus, eine Personalkostenquote für den Profi-Bereich einzuführen. Dies müsse aber auf europäischer Ebene geschehen.

Bode glaubt nicht, dass die Corona-Krise den Profifußball großartig verändern wird. Er hoffe zwar, dass der Fußball etwas solidarischer werde. «Aber ich fürchte, es wird von manchen Seiten das Bestreben geben, gar nichts zu verändern. Jetzt spricht jeder von Nachhaltigkeit und Solidarität. Wir werden sehen, wie ernst uns allen das wirklich ist», sagte Bode. Der Ex-Profi befürwortet aber die Idee von DFL-Boss Christian Seifert, eine «Taskforce Zukunft» zu gründen, in der über die Entwicklung des Fußballs kritisch diskutiert wird.

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