Corona-Krise
Stoiber sieht Bundesliga-Neustart als «Lichtblick»

München (dpa) - Für Bayern Münchens Aufsichtsratmitglied und Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber ist der Wiederbeginn der Fußball-Bundesliga «ein Lichtblick in der momentanen Zeit».

Montag, 11.05.2020, 08:42 Uhr aktualisiert: 11.05.2020, 08:46 Uhr
Edmund Stoiber verwies darauf, dass die Bundesliga «die größte Unterhaltungsindustrie Deutschlands» sei.
Edmund Stoiber verwies darauf, dass die Bundesliga «die größte Unterhaltungsindustrie Deutschlands» sei. Foto: Christian Charisius

Die Menschen würden dies womöglich als Antwort auf die Coronavirus-Krise wahrnehmen. «Wir haben uns für den Alltag gerüstet - und jetzt kehrt auch der Fußball zurück», sagte Stoiber dem «Kicker».

Der 78-Jährige verwies darauf, dass die Bundesliga «die größte Unterhaltungsindustrie Deutschlands» sei. Dennoch müsse die ablehnende Haltung in großen Teilen der Gesellschaft die Branche aber «wachrütteln». So hatte sich in Umfragen zuletzt rund die Hälfte der Befragten gegen Geisterspiele ausgesprochen. «In dieser Phase hat der Fußball auch eine soziale Verantwortung, insbesondere gegenüber den neuen Helden der Krise - ob die Kranken- und Altenpflegerinnen, Kassiererinnen oder Paketboten. Da darf man schon mal hinterfragen, ob die enorm hohen Ablösesummen, egal ob sie der Markt hergibt oder nicht, in diese aktuelle Zeit passen», sagte Stoiber.

Der langjährige Politiker kann sich in Zukunft keine «großen Millionensummen» auf dem Transfermarkt mehr vorstellen. Auch der FC Bayern werde «nach wie vor keine verrückten, keine unvernünftigen Dinge machen». Auch beim deutschen Rekordmeister werd es enger, betonte Stoiber: «Bayern München genießt aber im Konzert der europäischen Topvereine einen guten Ruf, der besonders auf seiner wirtschaftlichen und finanziellen Solidität basiert.»

Trotz aller europäischen Ziele habe die Bundesliga aber immer Priorität. «Der FC Bayern braucht die Liga. Geht es der Liga schlecht, kann der FC Bayern nicht glücklich sein», sagte Stoiber. «Wir sind einer von 18, allein können wir nicht spielen. Was soll der FC Bayern allein?»

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