Verzicht auf Tönnies-Hilfe
Aufsichtsratschef Buchta: Schalke weiter handlungsfähig

Gelsenkirchen (dpa) - Trotz des Verzichts auf eine finanzielle Hilfe von Clemens Tönnies sieht der neue Aufsichtsratchef des FC Schalke 04 den Fußball-Bundesligisten weiter handlungsfähig.

Freitag, 08.01.2021, 10:26 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 10:28 Uhr
Clemens Tönnies (l) und Jens Buchta (r).
Clemens Tönnies (l) und Jens Buchta (r). Foto: Martin Meissner

«Unsere Handlungsfähigkeit ist nicht eingeschränkt», sagte Jens Buchta laut einer Mitteilung auf der Club-Homepage. Der Verein befindet sich nach seiner Einschätzung «in einer sportlich und wirtschaftlich angespannten Situation».

Der Nachfolger von Tönnies bestätigte, dass das Kontrollgremium am Mittwoch über ein Hilfsangebot des Fleischfabrikanten abgestimmt habe. Dabei sei es um die vorzeitige Verlängerung des Sponsorenvertrages von Böklunder gegangen, einem Unternehmen der Tönnies-Gruppe. «Der Aufsichtsrat hat mit großer Mehrheit zugestimmt, das Angebot anzunehmen und in Gespräche einzutreten, allerdings nicht mit der von Clemens Tönnies verlangten Einstimmigkeit», erläuterte Buchta. «Daher hat er sein Angebot zurückgezogen. Ich bedauere das. Wir müssen seine Entscheidung aber respektieren.»

Zwei Mitglieder des elfköpfigen Aufsichtsrates, darunter der Vertreter der Schalker-Fanclubs, hatten sich gegen eine Hilfe von Tönnies ausgesprochen. Dies müsse in einer demokratischen Entscheidung ebenso respektiert werden wie das Angebot von Tönnies, Schalke in der «schweren Situation» zu unterstützen, sagte Buchta.

Der Vorstand des Revierclubs muss nun andere Wege finden, die notwendigen Verstärkungen der Mannschaft zu finanzieren. «Die Aufnahme der wirtschaftlichen und inhaltlichen Verhandlungen hätte im Bereich des Vorstands gelegen. Hierzu kommt es nun jedoch nicht mehr», betonte er. «Der Vorstand ist weiter gefordert, geplante Maßnahmen sehr kurzfristig umzusetzen.»

Er habe sicherstellen wollen, «dass alle geschlossen hinter dem Konzept stehen, unter allen Umständen den Klassenerhalt zu sichern», sagte Tönnies der Funke-Mediengruppe. «Ich beuge mich der Entscheidung, obwohl ich sie natürlich bedauere.»

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