Bundesliga-Transfers
Oldies und Weltmeister: Khedira, Mustafi und Huntelaar

Wenig Spieler, kleine Investitionen, aber einige bekannte Bundesliga-Rückkehrer mit verblichenem Glanz: In der letzten Transferperiode der Saison übten sich die meisten Clubs in Zurückhaltung.

Montag, 01.02.2021, 23:30 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 23:33 Uhr
Wieder zurück in der Bundesliga: Sami Khedira wechselt zu Hertha BSC.
Wieder zurück in der Bundesliga: Sami Khedira wechselt zu Hertha BSC. Foto: Marius Becker

Düsseldorf (dpa) - Die Weltmeister Sami Khedira und Shkodran Mustafi, dessen Wechsel zum FC Schalke inzwischen bestätigt ist, sowie die Torjäger Luka Jovic und Klaas-Jan Huntelaar sind die bekanntesten Verpflichtungen in diesem Winter.

Auch Max Meyer und Sead Kolasinac kehren in die Fußball-Bundesliga zurück. Einige in die Jahre gekommene Profis mit verblichen Glanz oder Spieler, die noch einmal eine Chance auf großer Bühne suchen - viel mehr war in diesen Corona-Zeiten an Bewegung kurz vor Ende der zweiten Wechselperiode auf dem Transfermarkt nicht zu erwarten. Dabei haben sich die Clubs teilweise von ein wenig Nostalgie und Leihgeschäften oder Schnäppchen leiten lassen.

Nach Meinung der Experten wird sich die Situation auch vor der nächsten Spielzeit kaum ändern. «Ich mache mir große Sorgen um so manche Spieler, deren Verträge im Sommer auslaufen. Ich glaube auch, dass im Sommer im Verhältnis zu anderen Perioden wenig passieren wird», sagte Spielerberater Volker Struth im Sport1-«Doppelpass».

Die Kauflust in diesem Winter ist im Vergleich zum Vorjahr finanziell auf etwa ein Viertel gesunken. Damals investierten Clubs noch fast 200 Millionen Euro zur Saison-Halbzeit, diesmal sind es noch keine 50 Millionen für nicht einmal 20 Spieler. Gekauft, geliehen wird fast nur im Notfall oder günstig mit Perspektive.

Der 2014-Weltmeister Khedira, der nach zehn Jahren bei Real Madrid und Juventus Turin zu Hertha BSC in die Bundesliga zurückkehrt, oder Huntelaar, der von Ajax Amsterdam zu Schalke 04 wechselte, haben ihre beste Zeit schon hinter sich. Gerade der vom Abstieg bedrohte Revierclub setzt bei Verstärkungen vor allem auf Nostalgie und Erfahrung.

Spektakulär hat der Tabellenletzte Schalke 04 Shkodran Mustafi vom FC Arsenal geholt und gab dem ehemaligen Nationalspieler einen Vertrag bis zum Ende der Saison. Möglich wurde der Coup durch die Abgabe von Kabak, der bei Liverpool-Coach Jürgen Klopp Hoch im Kurs steht.

Nach Huntelaar kehrt auch Kolasinac zu seinem ehemaligen Verein zurück. Kleine Investition, große Hoffnung: «Es wäre unklug, wenn wir nicht auf Huntelaars Erfahrung zurückgreifen würden. Natürlich erwarten wir Tore von ihm. Die wird er auch schießen», sagte Schalkes Trainer Christian Gross. In 240 Pflichtspielen erzielte der «Hunter» von 2010 bis 2017 126 Treffer für Schalke.

Neben Huntelaar und Kolasinac kommt auch der ehemalige Schalker Meyer (1. FC Köln) in die Bundesliga zurück. Eintracht Frankfurt hat seinen früheren Torjäger Luka Jovic von Real Madrid ausgeliehen.

Die Hälfte der Clubs, darunter auch die Spitzenteams Bayern München, Borussia Dortmund und VfL Wolfsburg, haben kein neues Personal verpflichtet. «Es ist schwer für uns, im Moment nachzujustieren. Wir sind nicht im idealtypischen Zustand, es ist kein Wunschkonzert, und Weihnachten ist auch vorbei», sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Andere Clubs müssen reagieren und Personalsituationen korrigieren. Bayer Leverkusen schlug gleich dreimal in der englischen Premier League zu, um die Saisonziele nicht zu gefährden. Mit Demarai Gray, Timothy Fosu-Mensah und Jeremy Frimpong hat Bayer seinen Kader sicherlich verstärkt und sich die Verbesserung auch etwas kosten lassen. Allein der erst 20 Jahre alte Niederländer Frimpong von Celtic Glasgow kostet 13 Millionen Euro. Trainer Peter Bosz wünscht sich von der neuen Personallage Besserung. «Ich hoffe, dass wir dann wieder da oben drankommen», sagte der Coach.

Teuerster Einkauf in diesem Winter ist der junge ungarische Nationalspieler Dominik Szoboszlai, den RB Leipzig verpflichtete. Für den Mittelfeldspieler von RB Salzburg sind 20 Millionen Euro Ablöse fällig.

© dpa-infocom, dpa:210201-99-256089/8

Nachrichten-Ticker