Erste Bundesliga
HSV setzt auf verrücktes Finale: Europa League winkt

Der HSV siegt mit 4:1 in Hoffenheim und darf sich wieder Hoffnungen auf das internationale Geschäft machen. Aus eigener Kraft können die Norddeutschen es nicht mehr schaffen. Gerechnet hatte damit aber ohnehin wohl niemand mehr. Der HSV hat nichts zu verlieren.

Sonntag, 12.05.2013, 14:54 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 12.05.2013, 14:50 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 12.05.2013, 14:54 Uhr

Sinsheim (dpa) - Das bescheidene Saisonziel hat der Hamburger SV schon erreicht, nun setzen die Hanseaten noch auf den ganz normalen Final-Wahnsinn. Denn den HSV-Fußballern winkt nach einer turbulenten Saison sogar das internationale Geschäft.

«Ich habe schon die verrücktesten Dinge am letzten Spieltag gesehen», sagte Trainer Thorsten Fink nach dem 4:1-Sieg des Hamburger SV bei 1899 Hoffenheim. Noch ein Heimsieg gegen die drittplatzierte Werkself von Bayer Leverkusen zum Abschluss, dazu eine Niederlage von Eintracht Frankfurt daheim gegen den VfL Wolfsburg - und der HSV darf reisen.

«Wir haben viel zu gewinnen und nichts zu verlieren. Vielleicht sind wir in der Jägerrolle besser», meinte Fink. Trotz zahlreicher Rückschläge ist er mit dem Saisonverlauf zufrieden. Immerhin stand Rang zehn in der Planung, Achter werden die Hanseaten auf jeden Fall. «Es spricht nicht für die Liga, dass der HSV nach diesen Ausschlägen nach unten noch um einen Platz in der Europa League spielt», kommentierte Ex-Profi und TV-Experte Thomas Strunz bei «Liga total» die Aussicht der Hamburger, doch noch in die Europa League einziehen zu können.

Voraussetzung dafür war der Sieg in Sinsheim. «Das lief richtig gut», meinte Abwehrspieler Marcell Jansen. Scheinbar ewig ist es her, dass die Norddeutschen einer Mannschaft klar überlegen waren. Heung-Min Son und Artjoms Rudnevs mit ihrem jeweils zwölften Saisontreffern sowie Dennis Aogo und Petr Jiracek sorgten für den höchsten Erfolg seit drei Monaten. «Der HSV war brutal effektiv im Torabschluss», stöhnte Markus Gisdol. Der Hoffenheimer Trainer und seine Mannschaft brauchen nun einen Sieg bei Vizemeister Borussia Dortmund um nicht abzusteigen, zudem müssen Augsburg und Düsseldorf aber auch noch verlieren.

Der HSV genoss am Samstag unterdessen erstmal den Sieg. Das positive HSV-Erlebnis war sogar so stark, dass Clubpräsident Carl Edgar Jarchow die Finanzmisere des Vereins kurzzeitig vergaß. «Jetzt haben wir ein kleines Finale. Nach dem Verlauf der vergangenen Wochen habe ich das nicht mehr erwartet», jubelte der Vereinsboss. Der FDP-Politiker glaubt, die Wirtschaftsbilanz zum Saisonende falle nicht so verheerend aus wie befürchtet.

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