Erste Bundesliga
Heynckes: «Natürlich gibt es ein bisschen Wehmut»

München (dpa) - Es war die letzte Meisterschaftsfeier für Jupp Heynckes mit dem FC Bayern, aber zwei Titel mit den Münchnern winken dem 68-Jährigen noch.

Sonntag, 12.05.2013, 10:00 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 12.05.2013, 09:56 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 12.05.2013, 10:00 Uhr

Vorgaben für die Spieler bei der jüngsten Party am Wochenende gab es vom Coach des deutschen Fußball-Rekordmeisters keine.

Nach zwei Jahren Pause haben die Bayern wieder die Meisterschaft auf dem Rathausbalkon feiern können. Wie ist es gewesen?

Heynckes :«Ich denke, dass nicht nur die Fans den Titel genießen können, sondern auch wir selbst. Das ist eine außergewöhnliche Saison gewesen. Wir haben, glaube ich, alle Rekorde aufgestellt, die es in der Bundesliga in 50 Jahren aufzustellen gab. Man kann einfach sagen, das ist eine historische Saison. Dazu kam die Art und Weise, wie die Mannschaft gespielt hat - das ist außergewöhnlich. Und die Mannschaft hat sich auch im zwischenmenschlichen Bereich wunderbar gefunden.»

Wie haben Sie Ihr letztes Heimspiel mit dem FC Bayern und die danach folgende Feier erlebt?

Heynckes:«Ich habe das schon genossen, aber eine Feier ist erst dann gelungen, wenn man auch das Spiel gewinnt. Und es stand ja so eine Stunde auf der Kippe. Man hat da gesehen, dass das nicht so ein Selbstläufer ist, bei einer ein bisschen gestörten Vorbereitung vor dem Spiel. Aber ich habe das Spiel dann sehr bewusst erlebt und genossen, aber mit der notwendigen Gelassenheit. Ich denke, dass es immer noch was anderes ist, wenn man schon vor fünf Wochen als deutscher Meister feststeht oder im letzten Spiel erst deutscher Meister wird. Dann kommt natürlich der emotionale Ausbruch.»

War bei Ihnen heute Wehmut dabei?

Heynckes:«Natürlich gibt es ein bisschen Wehmut, solch eine Mannschaft zurückzulassen, die auf Weltklasse-Niveau spielt, die wunderbar funktioniert. Aber insgesamt habe ich in meiner Trainerlaufbahn so vieles erlebt, große Siege und Titel, natürlich auch Enttäuschungen. Deswegen weiß ich mit solchen Tagen umzugehen.»

Hat Ihre letzte Meisterschaft in der Bundesliga einen besonderen Stellenwert?

Heynckes:«Man kann natürlich sagen, dass es eine besondere Meisterschaft ist, vor allem nach 23 Jahren Pause ist das sicher ganz ungewöhnlich. Ich war im Ausland, bin dann in die Bundesliga zurückgekommen und nach den fünf Wochen beim FC Bayern vor vier Jahren habe ich noch einmal im absoluten Spitzenfußball Fuß gefasst.»

Der erste von drei möglichen Titeln in dieser Saison durfte gebührend gefeiert werden - mit Vorgaben von Ihrer Seite an die Spieler?

Heynckes:«Das sind junge Burschen und ich denke, dass jeder weiß, was er tun kann und lassen muss. Da gab es natürlich keine Vorgaben. Die Mannschaft hat das ganze Jahr unheimlich hart und intensiv gearbeitet. Von Spiel zu Spiel haben wir uns vorbereitet, motivieren und fokussieren müssen und dann ist doch ganz klar, dass heute losgelassen wird. Ab Dienstag werden wir uns wieder so akribisch vorbereiten auf Mönchengladbach und auf mehr. Man merkt bei uns allen, dass das Champions-League-Endspiel in den Köpfen ist oder auch das Pokalendspiel.»

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