Erste Bundesliga
Werder-Profis feiern - betrübter Schaaf als Spaßbremse

Die Bremer Spieler sanken nach dem 1:1 gegen Frankfurt erleichtert zu Boden, die Fans flippten aus - nur Thomas Schaaf wollte sich nicht richtig freuen. Die Frage, ob er eine weitere Saison an der Weser bleibt, überlagerte den Jubel über den geschafften Klassenverbleib.

Sonntag, 12.05.2013, 10:48 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 12.05.2013, 10:45 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 12.05.2013, 10:48 Uhr

Bremen (dpa) - Kevin de Bruyne , Aaron Hunt und Clemens Fritz lagen sich in den Armen und feierten die Rettung - nur Thomas Schaaf wirkte wie bei einer Trauerfeier.

Äußerst genervt beantwortete der Coach von Werder Bremen bei der Pressekonferenz nach dem schwer erkämpften 1:1 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt die Fragen der Journalisten speziell zu seiner Zukunft. Der Klassenverbleib sei eine «schöne Nummer, aber nicht für mich», sagte der 52-Jährige, der seinen 14. Jahrestag als Trainer der Hanseaten beging.

Zu viele Dinge seien in dieser Saison vorgefallen, da sei ihm nicht nach Feiern zumute, grummelte Schaaf und gab sich als Spaßbremse im Bremer Freudentaumel. Fast hatte es den Anschein, als sei für ihn schon klar, dass der Verein nicht mehr mit ihm weitermachen will. Dabei beteuerte Sportchef Thomas Eichin auf wiederholtes Nachfragen, ob der Ur-Bremer im August immer noch der verantwortliche Übungsleiter an der Weser sei: «Ja. Warum werde ich das seit zwölf Wochen gefragt? Es ist unerträglich. Er hat einen Vertrag bis 2014 und ich habe nie etwas anderes gesagt.» Und Eichin fügte noch hinzu: «Ich fühle mich bestätigt, dass wir an ihm festgehalten haben.»

Dennoch steht nach wie vor der Satz von Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer im Raum, man werde nach der Saison jeden Stein umdrehen und auch über Personen sprechen. Dazu Schaaf: «Da müssen Sie Herrn Fischer fragen, was er damit meint.» Ob er sich noch der Rückendeckung des Vorstands sicher sei? «Ich werde mich hüten, dazu etwas zu sagen», so der Coach. Lobende Worte hatte er nur für die treue Unterstützung der Anhängerschaft und die Leistung von Kevin de Bruyne übrig, den er in einem Jahr zum Starspieler formte.

Der Belgier machte keinen Hehl daraus, dass das Tor in der 22. Minute sein letztes im Weserstadion war: «Ich habe viele Angebote, aber ich weiß noch nicht, wohin ich gehe», sagte der vom FC Chelsea ausgeliehene Dribbler. Er sei physisch in Bremen stärker geworden und habe Schaaf viel zu verdanken. Doch nun werden Vereine wie Dortmund und Leverkusen bessere Karten als die Bremer haben.

Eine Lanze für Schaaf brach Keeper Sebastian Mielitz: «Ich habe ihm viel zu verdanken und würde mich freuen, wenn er bleiben würde. Das Thema haben wir nicht an die Mannschaft herangelassen.» Das Team sei im Abstiegskampf zusammengewachsen und gereift, beteuerte er: «Das hat uns zusammengeschweißt.» Nach dem Ausgleichstreffer durch Srdjan Lakic (51.) drohte aber erneut alles zusammenzubrechen. Werder bekam das große Nervenflattern und blieb am Ende im zwölften Spiel in Serie ohne Sieg.

Doch Frankfurt konnte daraus kein Kapital schlagen und muss nun im Heimspiel gegen Wolfsburg mindestens einen Zähler holen, um wenigstens den Europa-League-Platz abzusichern. «Das ist ein schöner Druck, den wir haben, als Aufsteiger. Da machen wir uns keinen künstlichen Druck, wir wollen das einfach den Fans schenken», sagte Coach Armin Veh. Enttäuscht war hingegen Vorstandschef Heribert Bruchhagen. «Es ist schon bitter, wenn man vom 2. bis 33. Spieltag auf Platz zwei bis sechs stand und dann am 34. Spieltag noch einen Punkt braucht.» Immerhin habe man die Entscheidung selbst in der Hand.

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