Verkehrte Fußball-Welt
Freiburg empfängt BVB als Tabellendritter

Ein Blick auf die Tabelle und man könnte meinen: Als Dritter der Bundesliga ist der SC Freiburg gegen den Achten Borussia Dortmund am Samstag Favorit. Ganz so einfach ist es aber nicht - das wissen sie in Freiburg schon aus Erfahrung.

Freitag, 04.10.2019, 15:11 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 15:14 Uhr
Freiburgs Nils Petersen (M) will von einer Favoritenrolle seines SC gegen Dortmund nichts wissen.
Freiburgs Nils Petersen (M) will von einer Favoritenrolle seines SC gegen Dortmund nichts wissen. Foto: Guido Kirchner

Freiburg (dpa) - Was passiert, wenn der SC Freiburg vor einem Duell mit Borussia Dortmund die Favoritenrolle zugeschoben bekommt, weiß Nils Petersen aus eigener Erfahrung. Und die ist nicht so gut.

Ins Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) geht der Sport-Club nach dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte als Tabellendritter, der BVB steht in der Fußball-Bundesliga nur auf Rang acht und muss schon früh in der Saison Grundsatzdebatten führen. Verkehrte Fußball-Welt also. Nur: Vor viereinhalb Jahren war Dortmund sogar Tabellenletzter und drei Plätze hinter Freiburg - gewann aber dennoch 3:0.

«Die Argumentation war ähnlich. Da haben wir einen auf die Mütze bekommen. Deswegen weiß ich das schon einzuordnen», sagte Angreifer Petersen in einem Interview auf eurosport.de. «Der Druck und die Favoritenrolle liegen bei Dortmund, klar. Aber wir wollen die Gunst der Stunde nutzen und nehmen gerne etwas Zählbares mit.»

Der gute Start mit bereits 13 Punkten aus sechs Spielen nötigt den Verantwortlichen in Dortmund Respekt ab. «Wir erwarten ein sehr schwieriges Spiel, Freiburg hat gerade eine sehr starke Phase», sagte Sportdirektor Michael Zorc. «Sie sind enorm schwer zu spielen», meinte BVB-Trainer Lucien Favre. In der Champions League hat der BVB durch das 2:0 gegen Slavia Prag am Mittwoch einen wichtigen Sieg geholt und auch beim 0:0 gegen den FC Barcelona überzeugt. Die Punktverluste gegen Union Berlin, Eintracht Frankfurt und Werder Bremen in der Liga aber haben eine Mentalitätsdebatte ausgelöst.

Die könnte für Freiburg zu einem Problem werden. «Wenn Dortmund die Diskussion zum Anlass nimmt, sich zusammenzuraufen und alles in die Waagschale zu werfen, dann haben wir keine Chance. Dann hat Dortmund eine Qualität im Kader, der man wenig entgegensetzen kann», erklärte Petersen. Zudem spricht die Statistik eindeutig für den BVB. Seit 16 Begegnungen hat der Vizemeister nicht mehr gegen Freiburg verloren, der Vereinsrekord ist eingestellt. Trainer Christian Streich hat zudem noch nie ein Heimtor gegen Dortmund bejubeln können - und er ist immerhin seit Dezember 2011 im Amt und der dienstälteste Trainer der Bundesliga.

Zudem spricht die Statistik eindeutig für den BVB. Seit 16 Begegnungen hat der Vizemeister nicht mehr gegen Freiburg verloren, der Vereinsrekord ist eingestellt. Trainer Christian Streich hat von 13 Partien elf verloren und noch nie einen Sieg oder wenigstens ein Heimtor gegen Dortmund bejubeln können - und er ist immerhin seit Dezember 2011 im Amt und der dienstälteste Trainer der Bundesliga. «Relativ desaströs, das weiß ich», sagte er.

Freiburgs Sportvorstand Jochen Saier hielt sich daher bei aller Zufriedenheit mit zu mutigen Ansagen in Richtung Dortmund zurück. «Wenn man auf den Spielplan geguckt hat, war klar, dass es wichtig wird, am Anfang ordentlich zu punkten», sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Die bisherigen Gegner standen in der Tabelle auf den Plätzen zwölf, 13, 14, 16, 17 und 18. «Wir hatten eine glückliche Saisonentwicklung. Wir haben viele enge Spiele gewonnen, gerade am Anfang, die hätten wir allesamt auch verlieren können.»

Auch diese Begegnungen mussten aber erst mal gewonnen werden. «Wir wollen es nicht kleinreden, aber realistisch einordnen», sagte er. Und dazu gehört auch: Favorit ist Freiburg gegen Dortmund wohl nie.

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