Champions League
Bayern nach Bundesliga-Frust mit Europa-Lust in Piräus

Nach zwei Bundesliga-Stimmungsdämpfern strebt der FC Bayern auf der großen Champions-League-Bühne wieder einen Sieg an. Ein Erfolg bei Olympiakos Piräus würde einen großen Schritt Richtung K.o.-Runde bedeuten. Spannung verspricht die Aufstellungsfrage.

Dienstag, 22.10.2019, 07:23 Uhr aktualisiert: 22.10.2019, 07:26 Uhr
Will in Piräus mit seiner Elf den Augsburg-Frust in einen Sieg ummünzen: Bayern-Coach Niko Kovac (r).
Will in Piräus mit seiner Elf den Augsburg-Frust in einen Sieg ummünzen: Bayern-Coach Niko Kovac (r). Foto: Sven Hoppe

Piräus (dpa) - Auf der großen Champions-League-Bühne will der FC Bayern wieder mehr überzeugen als zuletzt in der Fußball-Bundesliga.

Nach dem 2:2 beim FC Augsburg am Wochenende und dem 1:2 gegen 1899 Hoffenheim vor der Länderspielpause soll am Abend (21.00 Uhr/Sky) in der Königsklasse bei Olympiakos Piräus wieder ein Sieg her. «Wenn Bayern München auf Reisen geht oder wenn sie zu Hause spielen, möchten sie immer gewinnen. Aber wir wissen, dass wir gegen einen sehr starken Gegner spielen», sagte Trainer Niko Kovac.

Die Spieler wollen auf jeden Fall eine Reaktion nach dem jüngsten Frusterlebnis im bayerischen Derby zeigen. «Wir wollen da weitermachen, wo wir im letzten Champions-League-Spiel aufgehört haben - und wieder in die Spur kommen», sagte Abwehrspieler David Alaba. Das letzte Königsklassen-Spiel war das atemberaubende 7:2 bei Tottenham Hotspur.

ABWEHRSCHOCK: Niklas Süle fällt nach seinem Kreuzbandriss lange aus. Trainer Kovac muss sich entscheiden, mit welcher Variante er das Fehlen seines Abwehrchefs auffangen möchte. Jérôme Boateng, Javi Martínez, Benjamin Pavard und Lucas Hernandez sind Varianten für die Innenverteidigung. «Ich bin überzeugt, dass wir diesen schwerwiegenden Ausfall kompensieren werden», sagte Kovac. «Wir haben schon sehr viel Qualität auf dieser Position.» Präsident Uli Hoeneß würde sich Martínez allerdings lieber im Mittelfeld wünschen.

REIZTHEMA: Spielt er oder spielt er wieder nicht? Thomas Müller schmorte sechsmal nacheinander bei Spielbeginn auf der Bank. Beim letzten Duell mit Piräus traf er in zwei Gruppenspielen dreimal. Kovac machte keine Andeutung für das Spiel am Dienstagabend. «Es wiederholt sich: Wir haben diesen Kader, den wir haben. Jeder wird genügend Spiele spielen», orakelte der kroatische Coach. Wann Müller auflaufen werde, werde man sehen. «Keiner im Verein hat Interesse, Thomas zu beschädigen, keiner will ihn loswerden», stellte Hoeneß klar.

AUSGANGSLAGE: Nach zwei Siegen gegen Roter Stern Belgrad (3:0) und eben gegen Tottenham streben die Münchner ihren dritten Erfolg in dieser Gruppenphase an. «Wir wollen da weitermachen, wo wir in der Champions League zuletzt aufgehört haben», sagte auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic und stufte Tottenham als «Benchmark» ein.

GEGNER: Spielmacher Mathieu Valbuena hat sich im Training verletzt und fällt gegen die Bayern aus. Erwartet wird ein defensives Olympiakos-Team. In der vom FC Bayern angeführten Tabelle sind die Griechen mit einem Punkt auf dem Konto Dritter. «Wir sind eine Mannschaft, die in erster Linie auf die eigenen Stärken schaut», sagte Alaba, als er auf den Valbuena-Ausfall angesprochen wurde.

LEISTUNGSSCHWANKUNGEN: Der Gala gegen Tottenham folgten Enttäuschungen gegen Hoffenheim (1:2) und Augsburg (2:2). Die Mannschaft müsse auch gegen vermeintlich schwächere Gegner mit voller Konzentration spielen, forderte Hoeneß. Alaba räumte ein, dass ein «paar Prozent» gefehlt hätten, um zuletzt den Sieg zu holen. Auch Kovac vermisste ein «Quäntchen Konzentration».

STATISTIK: Viermal spielten die Münchner gegen Olympiakos Piräus, viermal gab es Siege. In der Gruppenphase vor vier Jahren hieß es 3:0 und 4:0 für die Bayern, im Meistercup gewannen die Münchner im Jahr 1980 mit 3:0 und 4:2.

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