Champions League
Liverpools schwere Aufgabe gegen Atlético

In der Premier League kann für Liverpool kaum noch etwas schiefgehen. Die Frage ist nur, wann der Meistertitel sicher ist. In der Champions League müssen die Reds am Mittwoch einen Rückstand gegen Atlético Madrid wettmachen. Zeitgleich könnte sich auch in der Liga etwas tun.

Dienstag, 10.03.2020, 13:15 Uhr aktualisiert: 10.03.2020, 13:22 Uhr
Steht mit dem FC Liverpool vor einer schweren Aufgabe: Jürgen Klopp.
Steht mit dem FC Liverpool vor einer schweren Aufgabe: Jürgen Klopp. Foto: Adam Davy

Liverpool (dpa) - Zwei Siege braucht der FC Liverpool noch in der Premier League, um endlich die erste Fußball-Meisterschaft seit 30 Jahren zu feiern. Doch am Mittwochabend im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League (DAZN/21.00) gegen Atlético Madrid spielt das keine Rolle.

Um in der Königsklasse das Viertelfinale zu erreichen und die Chance auf eine Titelverteidigung zu wahren, müssen die Reds erstmal in Anfield ein 0:1 aus dem Hinspiel wettmachen.

«Das ist noch nicht vorbei», hatte Liverpool-Coach Jürgen Klopp nach der knappen Niederlage in Madrid betont und auf die tolle Stimmung im Wanda-Metropolitano-Stadion verwiesen. «Emotionen sind wichtig», sagte er, «aber ich freue mich wirklich auf das Rückspiel.» Vor dem Kop, der für ihre Lautstärke berühmten Kulttribüne von Anfield, zerlegte Liverpool schon so manchen Gegner im Europapokal.

Legendär war der Sieg gegen den FC Barcelona im vergangenen Jahr. Nach einer 0:3-Niederlage im Camp Nou erreichte die Klopp-Elf durch ein 4:0 im Rückspiel sensationell das Finale, das sie mit 2:0 gegen Tottenham Hotspur gewannen. In der Saison davor schickten die Reds im Viertelfinale Manchester City mit 3:0 und im Halbfinale die AS Rom mit 5:2 nach Hause. Atlético-Trainer Diego Simeone ist also gewarnt.

Ob sich die Premier League für Liverpool aber so einfach ausblenden lässt? Fraglich. Denn eine halbe Stunde vor Beginn der wichtigen Partie in Anfield wird rund 60 Kilometer östlich das Nachholspiel von Manchester City gegen den FC Arsenal angepfiffen. Sollte Englands Tabellenzweiter City da verlieren, könnte Liverpool schon am Montag im Derby beim FC Everton den Titel holen. Bei einem weiteren, eher unwahrscheinlichen Patzer von Man City gegen den FC Burnley könnte Liverpool am Samstag Meister werden, ohne selbst zu spielen.

Den Titel vor dem Fernseher zu feiern, so wie es Leicester City 2016 erlebte, wäre nach 30 Jahren des Wartens wohl eine Enttäuschung für Liverpool und seine leidenschaftlichen Fans. Es wäre sogar noch ein schlimmeres Szenario denkbar. Sollten die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus auch in England ausgeweitet werden, drohen Geisterspiele. Und Liverpool müsste den Titelgewinn womöglich im leeren Stadion ohne seine Fans feiern. Ob es dazu kommt, ist momentan ungewiss.

Zum Glück für die Klopp-Elf findet die Partie gegen Atlético, anders als manch andere Champions-League-Partie in dieser Woche, vor vollen Rängen statt. Und nach zwei Pflichtspielniederlagen hintereinander stoppten die Reds auch ihre kurze Negativserie rechtzeitig - mit einem 2:1 gegen Bournemouth. «Mit einem guten Ergebnis in dieses Spiel (gegen Madrid) zu gehen, tut gut», sagte Liverpool-Profi James Milner. «Das Publikum wird uns unterstützen (...), und es wird ein besonderer Abend werden. Das ist es immer. Es liegt jetzt nur an uns, ein schweres Ergebnis noch umzudrehen.»

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