Achtelfinale
Schalke weiter ohne Glück - Pokal-Aus nach 0:1 in Wolfsburg

Gut gespielt, aber die Chancen nicht genutzt: Schalke scheitert im DFB-Pokal unglücklich beim VfL Wolfsburg. Die Niedersachsen haben auch in der entscheidenden Szene des Achtelfinales mehr Glück als der Bundesliga-Letzte.

Mittwoch, 03.02.2021, 21:00 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 21:02 Uhr
Schalkes Timo Becker sitzt nach dem verlorenen Spiel auf dem Rasen. Ganz hinten (im hellen grün) feiern die Wolfsburger.
Schalkes Timo Becker sitzt nach dem verlorenen Spiel auf dem Rasen. Ganz hinten (im hellen grün) feiern die Wolfsburger. Foto: Swen Pförtner

Wolfsburg (dpa) - Tief enttäuscht sanken die Spieler des FC Schalke 04 nach dem Schlusspfiff zu Boden. Trotz einer seiner besten Leistungen in den vergangenen Wochen ist der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga durch ein 0:1 (0:1) beim VfL Wolfsburg nun auch im DFB-Pokal frühzeitig gescheitert.

«Heute ärgert es mich einfach, dass wir nicht weitergekommen sind», sagte Torhüter Ralf Fährmann nach dem Achtelfinal-Aus im TV-Sender Sky. «Wir hätten uns einfach belohnen müssen.»

Während die krisengeplagten Gäste im Angriff selbst Chancen aus vier Metern Torentfernung nicht nutzten, hatten sie hinten im entscheidenden Moment Pech. Der Elfmeter, der in der 40. Minute zum Siegtor durch Wout Weghorst führte, wurde erst nach dem Eingriff des Videoassistenten verhängt. Schiedsrichter Felix Zwayer hatte das Foul des Ex-Wolfsburgers William an Xaver Schlager zunächst übersehen. Den Strafstoß von Weghorst hielt Torwart Ralf Fährmann zunächst - der Torjäger aus den Niederlanden traf erst per Nachschuss.

Dabei hatte die Schalker Pechsträhne an diesem Tag schon lange vor dem Anpfiff begonnen. Dass der erst zwei Tage zuvor vom FC Arsenal verpflichtete Shkodran Mustafi in der Volkswagen-Arena fehlen würde, war angesichts der Quarantäne-Auflagen nach seinem Wechsel aus London klar. Doch dann fielen auch noch der zweite prominente Wintertransfer Klaas-Jan Huntelaar wegen Wadenproblemen sowie die beiden einst für Millionenbeträge verpflichteten Suat Serdar und Benito Raman mit Erkältungen aus. 20 Spieler hätte Trainer Christian Gross für dieses Pokalspiel nominieren dürfen, 17 bekam er nur noch zusammen.

Gemessen an dieser Personallage und vor allem an den seit Monaten frustrierenden Auftritten in der Bundesliga boten die Schalker sogar eine gute Leistung. Vor allem die linke Seite mit Sead Kolasinac und Amine Harit bereitete den zuletzt so starken Wolfsburgern Probleme. «Ich weiß gar nicht, warum wir so spielen. Das haben wir auch gar nicht nötig, so nervös», sagte Mittelfeldspieler Maximilian Arnold nach dem Abpfiff. Torwart Koen Casteels - mit zwei Glanzparaden der Matchwinner - stellte fest: «Ein paar Prozente, die wir in den letzten Spielen mehr hatten, haben wir heute nicht wirklich gehabt.»

In der 14. Minute blockte VfL-Verteidiger Paulo Otavio nach schöner Vorarbeit von Harit gerade noch rechtzeitig einen Schuss von William ab. Der Brasilianer wurde erst vor anderthalb Wochen von den Wolfsburgern an Schalke ausgeliehen. Kurz nach dem 1:0 brachte Casteels dann das Kunststück fertig, einen Schuss von Matthew Hoppe aus nur vier Metern Entfernung zu halten (45.).

Führungstor und vergebener Ausgleich in so kurzer Zeit gaben dem VfL Auftrieb. S04 hielt weiter dagegen, wurde in der zweiten Halbzeit aber häufiger in der Defensive gebunden und auch deshalb vorne lange nicht gefährlich. Erst in der 74. Minute scheiterte erneut ein Schalker aus kurzer Distanz an Casteels - diesmal war es Mark Uth. Hoppe schoss in der 85. Minute aus bester Position dann über das Tor.

Wolfsburg brachte den Sieg nach Hause, und Schalke kann sich nun ganz auf den schweren Abstiegskampf in der Liga konzentrieren.

© dpa-infocom, dpa:210203-99-291639/4

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