Premier League
Top mit Man City: Gündogan zerstört Klopps Titelhoffnungen

Es ist die Saison des Ilkay Gündogan. Seit Monaten überzeugt der deutsche Fußball-Nationalspieler bei Manchester City mit Leistung und Toren. Damit nimmt er seinem früheren Mentor Jürgen Klopp nun wohl die letzte Hoffnung auf eine Titelverteidigung mit dem FC Liverpool.

Montag, 08.02.2021, 10:20 Uhr aktualisiert: 08.02.2021, 10:22 Uhr
Ilkay Gündogan (2.v.r) will trotz des Sieges in Liverpool noch nicht über die Meisterschaft sprechen.
Ilkay Gündogan (2.v.r) will trotz des Sieges in Liverpool noch nicht über die Meisterschaft sprechen. Foto: Jon Super

Liverpool (dpa) - Vom Premier-League-Titel wollte Ilkay Gündogan nach dem überragenden Auftritt mit Manchester City beim FC Liverpool noch nicht sprechen.

«Es ist noch nicht unserer», warnte der deutsche Fußball-Nationalspieler, der einen Strafstoß verschossen hatte, mit zwei Toren aber trotzdem der Matchwinner in Anfield war. «Wir müssen demütig bleiben», empfahl Gündogan. Doch nach dem donnernden 4:1 (0:0)-Erfolg beim englischen Meister Liverpool gilt Spitzenreiter Man City endgültig als Titelanwärter Nummer eins in England. Und daran hat Gündogan mit starken Leistungen maßgeblichen Anteil.

«Ich bin sehr glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben», sagte der 30-Jährige dem Sender BBC Radio 5 Live. «Wir haben es verdient, wir haben vor allem in der zweiten Hälfte großartig gespielt.» Gündogan markierte kurz nach der Halbzeitpause (49. Minute) das 1:0 und nach Liverpools zwischenzeitlichem Ausgleich durch Mohamed Salah (63./Strafstoß) die erneute City-Führung (73.).

«Vielleicht hatte ich Glück, dass ich an den richtigen Orten stand», sagte er, «aber ich versuche, immer da zu sein, wenn man die Gefahr vor dem Tor riechen kann.» Das klappte zuletzt ausgezeichnet. In den vergangenen elf Spielen hat Gündogan neun Tore erzielt. In Liverpool besorgten Raheem Sterling (76.) und Phil Foden (83.) den Rest. «Wir haben den Ball gut bewegt, wir haben die Tore verdient, und es war alles in allem eine großartige Leistung», sagte der Ex-Dortmunder.

Allerdings profitierten Gündogan bei seinem zweiten Tor und Sterling von ungewohnten Aussetzern des Liverpool-Torwarts Alisson. «Diese beiden Tore waren natürlich der Killer für das Spiel», gab Jürgen Klopp zu. Alisson sei «natürlich sehr enttäuscht», dass er gerade im Topspiel patzte, berichtete der Liverpool-Coach. «Das ist das Problem mit Fehlern - man kann sich nicht aussuchen, wann man sie macht.»

Klopp nahm seinen Keeper aber in Schutz. «Er ist ein absoluter Weltklassetorhüter, und heute gingen einige Dinge etwas schief», sagte er. «Man kann nur daraus lernen, und das wird er tun. Das wird ihm nie wieder passieren, da bin ich mir ziemlich sicher.»

Alissons Fehler kommen die Reds teuer zu stehen. Nach 23 Spielen klafft eine Lücke von zehn Punkten zwischen Meister Liverpool und Tabellenführer Man City, der erst 22 Partien hinter sich hat. Die Chance, den Titel noch zu verteidigen, ist verschwindend gering. Das zeigt auch ein Vergleich zum Meisterjahr. In der Vorsaison hatte die Klopp-Elf zum gleichen Zeitpunkt 27 Punkte mehr - der deutlichste Punkte-Einbruch eines Champions in der englischen Fußball-Geschichte.

Trotzdem hob Klopp das Positive hervor. Denn lange Zeit waren die beiden Teams auf Augenhöhe, Liverpool phasenweise sogar besser. «Wenn wir häufiger so gespielt hätten wie heute Abend, dann wären wir nicht zehn Punkte (...) hinter City, aber wir sind hier nicht im Traumland», so der Coach, für den es nun auch um die Champions League geht. «Wer auch immer vor uns steht, wir werden ihn definitiv jagen», sagte Klopp. «Aber das müssen wir in unseren eigenen Spielen machen.»

Fraglich ist, wer Man City, das wettbewerbsübergreifend 14 Spiele gewonnen hat, überhaupt noch stoppen soll. Mit fünf Punkten Vorsprung auf den Zweiten Manchester United, einem Spiel in der Hinterhand und der mit Abstand besten Tordifferenz der Liga sind die Citizens klar auf Titelkurs. Neben Gündogan wollte aber auch sein Trainer Pep Guardiola nichts davon wissen. «Es ist ein wichtiger Sieg», sagte er, «aber wir haben erst Februar.»

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