Fußball: Schiedsrichterin Nadine Westerhoff lässt die Männer nach ihrer Pfeife tanzen
Mal charmant, mal dominant

Gescher. Die Fußballer tanzten nach ihrer Pfeife. Nadine Westerhoff erregte Aufsehen, als sie das Meisterschaftsspiel des SV Gescher gegen den Tabellenzweiten Sportfreunde Stuckenbusch leitete. Alle hörten auf ihr Kommando. Kritische Situationen? Hatte sie nicht!

Montag, 16.03.2015, 16:58 Uhr

„Die Frau hat Ahnung“, staunte Manni Sandscheper, der einstige Meistermacher, der die Heimmannschaft anno 2012 von der Kreisliga A in die Bezirksliga geführt hatte, „sie kann’s!“ Besser sogar als einige männliche Kollegen, meinte Sandscheper, der als Stammgast am Ahauser Damm Vergleiche ziehen darf.

Seit 2012 leitet die 32-jährige Dame aus Castrop-Rauxel, hauptberuflich Reiseverkehrskauffrau, Begegnungen im Männerbereich, wo sie bis hoch in die Oberliga eingesetzt wird. In der 1. Bundesliga der Frauen pfeift sie ebenfalls. Da gibt es auch mal Zickenalarm. Na und! Nadine Westerhoff weiß sich durchzusetzen. „Ich hatte schon in der Schule ‘ne große Klappe“, sagte sie selber.

Nadine Westerhoff, die mit Sebastian Westerhoff vom Westfalenligisten TSV Marl-Hüls verheiratet ist, hat früher auch Fußball gespielt. Erst mit den Nachbarkindern auf dem Bolzplatz, dann mit ihrem Bruder bei Arminia Ickern und später bei der BG Schwerin. Als kompromisslose Abwehrspielerin kassierte sie die eine oder andere gelbe Karte. Dann regte sie sich oft tierisch auf. Mach’s doch besser, sagte man ihr.

So wurde sie Schiedsrichterin und lässt jetzt die andern stramm stehen. „Ich glaube sogar, dass sich manche Jungs bei mir besser benehmen als bei einem männlichen Schiri.“

Mit einem Lächeln im Gesicht sauste Nadine Westerhoff in Gescher über den Kunstrasen. Wenn nötig, konnte sie auch blitzschnell umschalten: von charmant auf dominant. „Eine starke Leistung“ attestierte ihr Spielertrainer Micky Gravermann, der auch ihr ganzes Auftreten lobte: „Sehr sympathisch! Gut gemacht.“ Mit den beiden Assistenten an der Seitenlinie, Meik Jahr und Philipp Breitkreuz, hatte sie die Partie stets im Griff.

Manni Sandscheper, der begeistert war von der Schiedsrichterin, nahm nach dem Abpfiff noch kurz ihren „Assi“ Breitkreuz zur Seite. „Ich bin der Hausmeister“, scherzte er mit ernster Miene, „duschen zu dritt ist hier verboten. Nicht, dass ich hinterher Klagen höre...“

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3139009?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947787%2F947829%2F
Nachrichten-Ticker