Gescher
Meilenstein für Mentalitätsmonster

Gescher. Von den roten Männchen dürften die Herren Fußballer aus Weseke noch einige Nächte lang schlecht träumen. Denn was die auch probierten, die Kilometerfresser in den roten Trikots und roten Hosen waren schon da, stopften jedes Loch, bannten jeden Anflug von Gefahr. Echte Mentalitätsmonster wuselten da über den Platz, was Frank Schulz zum wohl größtmöglichen Lob an seinen SV Gescher veranlasste: „Ich bin einfach nur stolz auf diese Jungs!“ Die kämpften Adler Weseke mit 3:0 nieder – ein Meilenstein auf dem Weg zum Klassenerhalt in der Bezirksliga. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung nun mit einem Nachholspiel in der Hinterhand.

Sonntag, 17.03.2019, 20:20 Uhr aktualisiert: 18.03.2019, 09:32 Uhr
Gescher: Meilenstein für Mentalitätsmonster
Geackert und getroffen: Raphael Busert (links), der hier den Weseker Robert Lindenbuß bedrängt, schoss gestern sein zwölftes Saisontor. Foto: Frank Wittenberg

Es mag schon filigranere Auftritte des SV in den vergangenen Wochen gegeben haben, aber feine Fußballkunst war diesmal ohnehin nicht gefragt. „Es war klar, dass es nur über den Kampf geht“, wusste der Trainer vor dem Duell gegen den Drittletzten. „Und das hat meine Mannschaft voll angenommen.“ Die Riesenchance, sich von den Abstiegsrängen abzusetzen, wollten sie sich nicht nehmen lassen.

Dabei blieb spielerisch Luft nach oben, vor allem in der ersten Halbzeit. „Das waren zu viele Ballverluste“, musste Schulz von der Seitenlinie zusehen, wie sich sein SV selbst unter Druck brachte, weil die eigenen Angriffe zu oft unpräzise aufgezogen wurden und beim Gegner landeten. Trotzdem gehörte die erste Chance den Gastgebern: Nachdem Adler-Torwart André Späker per Kopf vor Patrick Sträter geklärt hatte, schlenzte Dennis Schültingkemper den Abpraller aufs Tor – der Ball klatschte allerdings an die Latte (16.).

Erfolgreicher war da Raphael Busert in der 40. Minute: Eine Ecke von Thomas Lanfer wehrte Späker vor seine Füße ab, und „Busi“ traf aus zwölf Metern per Vollspann zum 1:0. Das hatte auch zur Pause Bestand, weil SV-Keeper Alexander Trogemann in der Nachspielzeit einen Freistoß von Michael Wansing überragend aus dem Winkel kratzte. „Der war wichtig“, atmete Frank Schulz durch.

Natürlich rannten die Weseker um die beiden Gescheraner Mike Börsting und Jonah Ploss in der zweiten Halbzeit an – nur fanden sie absolut keine Lücke. „Wir haben keine einzige Torchance mehr zugelassen“, lobte Schulz die ebenso konzentrierte wie engagierte Abwehrarbeit. Vorne wiederum führte ein Konter zum 2:0, als Marco Ostendarp Patrick Sträter bediente und André Späker dessen Hereingabe mit den Fingerspitzen vor die Füße von Leon Bürger lenkte – der verwandelte sicher. In der Nachspielzeit legte der gerade eingewechselte Arne Reddemann das 3:0 nach, nachdem Späker einen 50-Meter-Schuss von Thomas Lanfer noch aus dem Eck gewischt hatte. Späker, der Pechvogel, fiel dabei auf den Kopf und musste benommen ins Krankenhaus gebracht werden – ein unschöner Schlusspunkt für die Weseker, die gegen die galligen Gescheraner an diesem Nachmittag nichts zu bestellen hatten. 7 SV Gescher – Adler Weseke 3:0; Tore: 1:0 Raphael Busert (40.), 2:0 Leon Bürger (60.), 3:0 Arne Reddemann (90.+3).

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