Gescher
Die Strafe folgt in der Nachspielzeit

Gescher/Coesfeld. Alle Warnungen verhallten ungehört. „Wir sind hier noch nicht fertig“, versuchte Claus Heinze, seine Teamkollegen wachzurütteln. „Ihr müsst wieder hochfahren“, sah Engin Yavuzaslan das Unheil kommen, das tatsächlich in Person von Jan-Niklas „Jordan“ Barden Gestalt annahm: In der Nachspielzeit traf der Abwehrspieler des SV Gescher zum 3:3, bescherte seiner Mannschaft einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf – und kegelte zugleich die DJK Coesfeld-VBRS von Platz eins der Tabelle. „Die gerechte Strafe“, musste Yavuzaslan den späten Nackenschlag eingestehen. „Wir waren viel zu lethargisch.“

Montag, 06.05.2019, 11:16 Uhr
Gescher: Die Strafe folgt in der Nachspielzeit
Der Mann des Tages: Jan-Niklas Barden (links), hier im Zweikampf mit Marcel Dreier, gelang in der Nachspielzeit der 3:3-Ausgleich für den SV Gescher. Foto: Frank Wittenberg

Frank Schulz, der in seiner langen Karriere als Spieler und Trainer schon so viel erlebt hat, strahlte und staunte. „Eigentlich war das Spiel nach dem 1:3 doch schon gelaufen“, räumte er ein, nicht mehr ernsthaft mit einem Punkt gerechnet zu haben. Aber seine Mannschaft, die mit dem allerletzten Aufgebot in die Partie gegangen war, gab einfach nicht auf. „Wir hatten nichts mehr zu verlieren“, lächelte er. „Und jetzt haben wir alles gewonnen.“ Ein Punkt, der sich anfühlte wie ein Pokalsieg.

Schon nach fünf Minuten durften die Gescheraner jubeln, als sich Patrick Sträter einen Ball vor DJK-Torwart Marvin Langer schnappte und aus spitzem Winkel zum 1:0 vollendete. Die Führung hielt allerdings nicht lange, denn nur drei Minuten später glich Timo Grabowsky aus: Einen Freistoß aus 17 Metern von Lars Ivanusic wehrte Keeper Alexander Trogemann noch ab, doch „Grabos“ Nachschuss landete abgefälscht zum 1:1 im Netz. Trogemann rückte noch in weiteren Szenen in den Blickpunkt, hielt aber mit starken Paraden gegen Philip Luca Schink und Tobias Hüwe sein Team im Spiel. „Zu Beginn wollten die uns überrollen“, sah Schulz eine dominante DJK-VBRS, die nach 20 Minuten zwar einen Gang zurückschaltete, aber die Partie dominierte. Logische Folge war das 1:2 in der 40. Minute, das Tobias Hüwe nach Pass von Timo Grabowsky erzielte. Beinahe hätten die Gastgeber direkt gekontert, aber Jonas Kemna traf nach einer Hereingabe von Patrick Sträter nur den Pfosten (44.).

Das 1:3, das Grabowsky in der 56. Minute nach einer Ecke von Lars Ivanusic markierte, dürfte die Entscheidung gewesen sein – dachten wohl die meisten Spieler und Zuschauer. Damit lagen sie aber falsch, denn die Coesfelder begnügten sich damit, das Ergebnis zu verwalten. „Kein Zug zum Tor, keine Galligkeit“, ärgerte sich Yavuzaslan. Und selbst nach dem 2:3, das Thomas Lanfer per Elfer nach Rempler von Claus Heinze an Marco Ostendarp erzielte, schienen die Alarmglocken bei den DJK'lern nicht zu schrillen. Also kam er in Minute 90.+2 – Jan-Niklas Barden hielt seinen Fuß in einen lang geschlagenen Ball. überlistete Marvin Langer und ließ nicht nur seinen Trainer Frank Schulz jubeln: „Dieser Punkt war nicht einkalkuliert!“ 7 SV Gescher – DJK Coesfeld-VBRS 3:3; Tore: 1:0 Patrick Sträter (5.), 1:1 Timo Grabowsky (8.), 1:2 Tobias Hüwe (40.), 1:3 Timo Grabowsky (56.), 2:3 Thomas Lanfer (69., FE), 3:3 Jan-Niklas Barden (90.+2).

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