Gescher
So einfach wie gegen Bayern

Gescher. Viel erzählen könnte Frank Schulz aus seiner aktiven Zeit mit 213 Bundesliga-Spielen und einem DFB-Pokalsieg, aber er ist keiner, der ständig in Erinnerungen schwelgt. Diesmal aber zog er den treffenden Vergleich zwischen früher und heute. „Die leichtesten Spiele waren für mich immer gegen Bayern München“, lächelte der 58-Jährige. „Da hast du nichts zu verlieren.“ Und ähnlich erging es dem SV Gescher an diesem Tag – eigentlich hatten sie keine Chance gegen den Spitzenreiter DJK Coesfeld-VBRS, aber die nutzten sie. Dieses 3:3-Unentschieden in der Nachspielzeit bringt einen Punkt, der noch extrem wichtig werden kann, wenn es in die Endabrechnung um den Klassenerhalt geht.

Dienstag, 07.05.2019, 10:58 Uhr
Gescher: So einfach wie gegen Bayern
Dem Favoriten stellten sie sich immer wieder in den Weg – wie hier SV-Abwehrmann Julian Koppers im Duell mit DJK/VBRS-Kapitän Lars Ivanusic (links). Foto: Frank Wittenberg

Drei Niederlagen in Folge hatten die Gescheraner zuvor kassiert, und auch diesmal schien spätestens nach dem 1:3 in der 55. Minute alles seinen erwarteten Gang zu nehmen. „Der Gegner war fußballerisch besser, wir hätten auch deutlicher zurückliegen können“, gab Schulz ehrlich zu. Zumal er angesichts zahlreicher Ausfälle diesmal mehr denn je personell improvisieren musste. Mit Jonas Kemna und Matteo Ubbenhorst standen zwei A-Jugendliche in der Startformation, nach einer Stunde wechselte er mit Eric Bürger für den angeschlagenen Patrick Sträter einen weiteren Nachwuchsspieler ein. Und die hatten alle schon am Samstag mit der A-Jugend in Wüllen 3:1 gewonnen und damit die Tabellenführung in der Kreisliga A verteidigt. Aufgeben galt aber diesmal nicht! Der SV kam zurück, verkürzte durch den Elfer von Thomas Lanfer und jubelte tatsächlich über den Schuss ins Glück in Minute 90.+2 von Jan-Niklas Barden zum 3:3-Ausgleich.

Mit dem Remis haben die Gescheraner Platz elf gehalten, punktgleich mit der SpVgg. Vreden und zwei Zähler vor Adler Weseke und TuS Gahlen. Ausgerechnet gegen die Gahlener geht es am kommenden Sonntag auf eigenem Platz – da kann schon eine Vorentscheidung fallen im Kampf um den Klassenerhalt, denn wenn dem SV ein Heimsieg gelänge, wäre der Vorsprung zwei Spieltage vor Schluss auf fünf Punkte ausgebaut. „Jetzt kommen die wichtigen Spiele“, blickt Schulz auf diese Partie und das Auswärtsspiel eine Woche später beim SV Lippramsdorf, der nur einen Zähler mehr auf dem Konto hat.

Eng bleibt es allemal, denn auch der VfL Billerbeck hat sich noch längst nicht aufgegeben. Als erster Absteiger steht seit Sonntag Adler Buldern fest, dahinter ist noch alles möglich, zumal viele der Konkurrenten noch in direkten Duellen gegeneinander antreten. Und sollte die DJK Coesfeld-VBRS möglicherweise die Option wahrnehmen, angesichts des personellen Aderlasses in der neuen Saison nur noch in der Kreisliga A anzutreten, würde der drittletzte Rang in der Bezirksliga zur Rettung reichen.

Verlassen will sich darauf aber niemand. Das Thema Klassenerhalt wollen sie beim SV Gescher möglichst abhaken, bevor am letzten Spieltag der Titelanwärter RW Deuten in Gescher gastiert. Aber wer weiß – das wäre ja wieder eine Aufgabe wie gegen Bayern München . . .

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