Gescher
Wie der große „EffZeh“ – wieder da!

Gescher. Irgendwann kam das Gefühl, dass hier Großes erreicht werden kann. Etwas, mit dem wohl kaum jemand im Vorfeld gerechnet hätte. „Wir wollten sicherlich unter den ersten Fünf mitmischen, das sollte unser Anspruch sein“, erklärt Marco Streuff. Aber der direkte Wiederaufstieg in die Kreisliga A? Nein, der stand gewiss nicht auf dem Zettel, ist aber schon drei Spieltage vor dem Saisonende Realität: Nach nur einem Jahr kehrt der SV Gescher II als souveräner Meister in die „Erstklassigkeit“ zurück – was dem großen „EffZeh“ Köln gelingt, kann der „EssVau“ schon lange!

Mittwoch, 08.05.2019, 11:00 Uhr
Gescher: Wie der große „EffZeh“ – wieder da!
So sehen Meister aus: Ausgelassen feiert der SV Gescher II den Titel in der Kreisliga B – nach nur einem Jahr kehrt die Mannschaft von Trainer Marco Streuff (hinten 2. von rechts) in die Kreisliga A zurück. Foto: Frank Wittenberg

Als der Titel perfekt war, fühlte es sich etwas ungewöhnlich an. Denn selbst standen die SV-Kicker nur als Zaungäste am Platz, als der SuS Hochmoor den ärgsten Verfolger SG Coesfeld 06 II mit 2:1 bezwang und so den Ortsrivalen zum Meister kürte. „Eigentlich ist es ja schöner, wenn man selbst auf dem Platz steht“, lächelt Streuff. Also erklärten sie ihre eigene Partie zwei Tage später gegen Union Lüdinghausen II zum persönlichen „Endspiel“ – „wir wollten ja nicht Meister werden, weil die SG verloren hat, sondern weil wir selbst unsere Punkte holen.“ Das gelang mit dem 3:0-Erfolg durch die Tore von Kevin Höing und David Emmerich (2) souverän. Ein viertes Tor erzielten sie auch noch durch Luca Neudert, aber der Schiri hatte den Ball nicht hinter der Linie gesehen.

So feiern sie nur einem Jahr nach dem bitteren Abstieg die triumphale Rückkehr in die A-Liga. Und das, obwohl der Trainer im Sommer einen gehörigen Aderlass verkraften musste. Denn Leistungsträger wie Jan-Niklas Barden, Sebastian Sicking und Marius Upgang-Rotert wechselten ins eigene Bezirksliga-Team. Trotzdem haben sie sich schnell gefunden, gleich im ersten Saisonspiel gegen den SuS Hochmoor einen 5:0-Sieg gefeiert. „Das hat eine Euphorie entfacht“, blickt Streuff zurück. „Das war nicht mehr zu stoppen.“

Souverän sind sie durch die Saison marschiert, haben sich von einzelnen Rückschlägen nicht verunsichern lassen und auch nicht dadurch, dass mit dem Ziel vor Augen in der Rückrunde der Druck etwas zu spüren war. „Insgesamt haben wir aber nur drei Spiele verloren“, verweist der Trainer auf eine eindrucksvolle Bilanz, die bei noch drei ausstehenden Partien stolze 13 Punkte Vorsprung auf Platz zwei ausweist.

Das Geheimnis des Erfolges? „Der Teamgeist“, muss Marco Streuff, der vor exakt zehn Jahren mit SW Holtwick in die A-Liga aufgestiegen ist, nicht lange überlegen. Konkurrenzdenken gibt es nicht, jeder stellt sich in den Dienst der Mannschaft. „Diese Jungs haben eine tolle Mentalität“, zeigt sich der Trainer stolz. „Sie sind immer bodenständig geblieben.“ Ganz seriös wollen sie auch die noch verbleibenden Aufgaben gegen DJK Rödder (12. 5.), bei SW Holtwick II (19. 5.) und gegen Fortuna Seppenrade II (26. 5.) lösen.

Und dann richtet sich der Fokus auf die A-Liga. „Die Coesfelder Gruppe dürfte in der nächsten Saison richtig stark werden“, hat Marco Streuff auch die möglichen Absteiger aus der Bezirksliga im Blick. Dann sind die Gescheraner wieder häufiger der Außenseiter, aber möglichst kein Kanonenfutter. „Das wird nicht einfach“, weiß er. „Aber wir stellen uns dieser Aufgabe!“

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