Gescher
Bissig und torhungrig

Gescher. 87 Minuten standen bereits auf der Uhr, und der Vorsprung gestaltete sich mit vier Treffern komfortabel. Für Frank Schulz schien das allerdings kein Grund zu sein, sich gemütlich zurückzulehnen. „Weitermachen, weitermachen!“, tönte es vom Seitenrand. Sein Personal rannte weiter so aufgekratzt über den Kunstrasen wie die Duracell-Hasen und legte noch einen nach: 5:0 hieß es am Ende für den SV Gescher gegen Union Lüdinghausen. „Schön für die Jungs“, grinste der Trainer nach dem Abpfiff. „Und gut für uns, denn jetzt machen wir einen Schritt ins Mittelfeld.“

Montag, 28.10.2019, 11:03 Uhr aktualisiert: 28.10.2019, 11:30 Uhr
Gescher: Bissig und torhungrig
Hubertus Roling (links) stoppt den Lüdinghausener Nils Husken. Der Routinier kam früh für den verletzten Johsua Düchting und räumte im Mittelfeld souverän ab. Foto: az

Diese Aggressivität, dieses ständige Stören nervte den Gegner sichtlich und überforderte ihn auch in vielen Situationen. „Genau das haben wir in den vergangenen Wochen trainiert“, sah Schulz die gute Arbeit bestätigt. „Wir wollten immer wieder bissig und eng dran sein und dann in die Zone spielen.“ Perfekt umgesetzt, denn dem dritten und dem fünften Tor waren Ballgewinne dicht vor dem Strafraum der Lüdinghausener vorausgegangen.

Aber nicht nur die Offensive funktionierte: Hinten brannte wenig bis gar nichts an. Alexander Trogemann erlebte einen höchst geruhsamen Nachmittag, denn zu einer echten Torchance kamen die Gäste über 90 Minuten nicht. Der flinke Stürmer Fode Camara, der vor einer Woche beim 4:1 der Union gegen Adler Weseke noch drei Tore geschossen hatte, sah kein Land. „Matze Efsing und Marcel Probst haben das in der Innenverteidigung sehr gut gelöst“, lobte Frank Schulz. „Das war eine tolle Mannschaftsleistung.“

Die erste Großchance der Partie hatte Thomas Lanfer auf dem Schlappen, als er nach Pass mit Raphael Busert nur den Pfosten traf (22.). Der Vorbereiter schlug dann in der 38. Minute zu, als Matthias Efsing den Angriff eingeleitet und Dennis Schültingkemper in die Mitte gepasst hatte. „Die erste Halbzeit war okay“, stellte der Trainer fest. „Aber wir waren manchmal noch nicht konsequent genug.“

Das änderte sich nach dem Seitenwechsel, denn nun war der SV an Effektivität nicht zu überbieten. Arne Reddemann leitete den Kantersieg in der 64. Minute ein, als er nach einem Einwurf eiskalt aus 22 Metern zum 2:0 abschloss. Sechs Minuten später krönte Reddemann die Jagd auf die Kugel mit einem Ballgewinn, den Thomas Lanfer veredelte, indem er Union-Torwart Mirco Fabry umkurvte und zum 3:0 traf. Gestillt war der Torhunger damit noch längst nicht. „Mit der klaren Führung kam der Spaß hinzu“, lächelte Schulz, der in der 76. Minute zum vierten Mal jubeln durfte: Leon Bürger steckte durch für Raphael Busert, der frei vor dem Tor die Nerven behielt und auf 4:0 erhöhte. Ein weiterer Ballgewinn vor dem Strafraum der Gäste bescherte sogar das 5:0 – André Wellermann war von Sebastian Placzek nur durch ein Foul zu bremsen und verwandelte den fälligen Elfer selbst. 7 SV Gescher – Union Lüdinghausen 5:0; Tore: 1:0 Raphael Busert (38.), 2:0 Arne Reddemann (64.), 3:0 Thomas Lanfer (70.), 4:0 Raphael Busert (77.), 5:0 André Wellermann (89., FE).

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