Gescher
Die Mischung macht’s

Gescher. Das vierte Spiel in Folge ohne Niederlage, der zweite Sieg hintereinander mit insgesamt acht eigenen Treffern, passte perfekt zum goldenen Oktober. Frank Schulz ist gewiss kein Trainer, der in guten oder schlechten Zeiten zu übertriebenen Ausschlägen in die eine oder andere Richtung neigt – diesmal aber war ihm der Spaß deutlich anzusehen. „Die Art und Weise, wie die Jungs dieses Spiel bestritten haben, war richtig gut“, strahlte er nach dem 5:0 gegen Union Lüdinghausen. Der SV Gescher ist jetzt richtig angekommen in der Bezirksliga-Saison – weil die Mischung auf dem Platz hervorragend harmoniert und den Zuschauern am Seitenrand bestens mundet.

Dienstag, 29.10.2019, 10:43 Uhr aktualisiert: 29.10.2019, 11:00 Uhr
Gescher: Die Mischung macht’s
Einer der jungen Büllekes beim SV Gescher: Arne Reddemann (links) krönte seine starke Leistung gegen Union Lüdinghausen mit einem Tor. Foto: az

Von Woche zu Woche funktioniert es besser. „Die A-Jugendlichen steigern sich immer mehr“, lächelt Schulz. Er setzt auf die jungen Wilden und wird dafür belohnt. Arne Reddemann zum Beispiel hat in der offensiven Zentrale eine ganz starke Partie abgeliefert, ein Tor vorbereitet und eins selbst erzielt. „Er hatte sich seine Chance verdient, und er hat sie genutzt“, sagt der Trainer, der das Projekt Jugend forscht auch auf weiteren Positionen durchzieht. Matteo Ubbenhorst stand ebenfalls in der Startformation, in der zweiten Halbzeit kamen mit Tim Völker und Tim Drießen noch zwei weitere Kicker aufs Feld, die in der vergangenen Saison noch in der A-Jugend des SV gespielt haben. „Die Jungs haben verstanden, was in der Bezirksliga nötig ist“, sieht Schulz einen wichtigen Punkt für die Entwicklung. „Hier hast du es mit anderen Gegenspielern und einem anderen Tempo zu tun.“

All das würde sicherlich nicht funktionieren, wären da nicht die Routiniers, die die jungen Wilden immer wieder an die Hand nehmen. Das Co-Trainer-Dreigestirn, bestehend aus Matthias Efsing, Thomas Lanfer und Dennis Schültingkemper, bildet das Herz der Mannschaft. Auch Hubertus Roling, der nach einer halben Stunde für den mit einer Bänderverletzung ausgeschiedenen Joshua Düchting aufs Feld kam, erwies sich als Ruhepol an der Seite der Youngster. In dieser Gemengelage gelingt es auch Spielern wie Raphael Busert, Marcel Probst oder Leon Bürger immer besser, ihre Stärken auf den Platz zu bringen. „Wir waren richtig giftig“, lobt der Trainer. „Und mit der Führung kam auch der Spaß dazu.“

13 Punkte haben sie nun auf dem Konto, dazu noch das Nachholspiel beim Tabellenvorletzten TuS Wüllen in der Hinterhand, das am Donnerstag (7. 11.) ausgetragen werden soll. Mit den acht Zählern aus den jüngsten vier Spielen haben die Gescheraner den Kontakt zum Mittelfeld hergestellt – extrem wichtig vor dem schweren Auswärtsspiel am Sonntag (3. 11.) beim Tabellenzweiten SuS Stadtlohn, dem nach dem Wüllen-Spiel die nächste komplizierte Heimaufgabe gegen den FC Nordkirchen folgt. Frank Schulz zeigt sich optimistisch, sich auch danach weiter Richtung gesichertes Mittelfeld bewegen zu können, auch wenn der Kampf um den Klassenerhalt angesichts der vier Absteiger am Saisonende lange dauern wird. Konzentriert weiterarbeiten, so lautet das Motto. „Ich bin auch ganz ruhig geblieben, als es bei uns zu Saisonbeginn noch nicht so lief“, betont der Ex-Profi. Deshalb verfällt er jetzt nicht in Euphorie, weiß aber, was er auch in seinem vierten Jahr in Gescher hat: „Diese Mannschaft besitzt einen guten Charakter.“

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