Fußball: Frank Schulz zeigt sich vom Vorgehen der SV-Verantwortlichen enttäuscht
Misstöne am Adventskranz

Gescher. Die Bilanz bietet die besten Voraussetzungen für entspannte und freudige Weihnachten. 26 Punkte, Platz acht, zehn Zähler Vorsprung auf die Abstiegsplätze trotz eines holprigen Saisonstarts, eigentlich alles prima – dennoch gibt es beim SV Gescher Misstöne am Adventskranz. Hintergrund ist die Art und Weise, wie die Nachfolge von Frank Schulz zur neuen Saison kommuniziert wurde. „In der langen Zeit als Spieler und Trainer war ich schon oft enttäuscht“, sagt der 58-Jährige. „Aber jetzt bin ich tief getroffen.“

Freitag, 20.12.2019, 10:52 Uhr aktualisiert: 20.12.2019, 11:29 Uhr
Fußball: Frank Schulz zeigt sich vom Vorgehen der SV-Verantwortlichen enttäuscht: Misstöne am Adventskranz
Gibt nur noch bis zum Saisonende die Richtung vor: Frank Schulz (links) mit Co-Trainer Matthias Efsing. Foto: az

Die Sachlage: Für die neue Spielzeit 2020/21 hat der Bezirksligist einen neuen Trainer präsentiert. Hendrik Maduschka aus Stadtlohn wird im Sommer Frank Schulz ablösen, der dann vier Jahre beim SV tätig war. „Die Entscheidung für Hendrik Maduschka ist keine Entscheidung gegen Frank Schulz als Trainer und Mensch“, betont der SV-Vorsitzende Markus Lammerding. Aber nach vier Jahren sei es sicherlich an der Zeit, auch mal einen neuen Weg zu gehen.

Damit hätte Schulz nach eigenem Bekunden auch kein Problem. „Es ist ja völlig legitim, dass sich der Verein nach einem anderen Trainer umsieht“, erklärt er. Allerdings könne er überhaupt nicht verstehen, warum darüber nicht im Vorfeld mit ihm gesprochen worden sei. „Ich habe die Personalie von Eltern meiner Spieler erfahren“, sagt er. „So bin ich noch nie behandelt worden.“ Als „völlig unverständlich“ bezeichnet er zudem die Tatsache, dass auch mit seinen drei spielenden Co-Trainern Matthias Efsing, Thomas Lanfer und Dennis Schültingkemper im Vorfeld überhaupt nicht gesprochen worden sei.

Das sei sicherlich nicht glücklich gelaufen, räumt der Sportliche Leiter Markus Schütte ein, der sich gemeinsam mit Christoph Kloster um die Nachfolgeregelung bemüht hat. „Für uns stand aber nach den Aussagen Franks vor einem Jahr fest, dass dies seine letzte Saison bei uns sein würde“, sagt Schütte. „Deshalb haben wir uns schon frühzeitig um einen neuen Trainer bemüht.“

Eben diese Aussage habe er nie getätigt, betont Schulz: „Ich habe definitiv nicht gesagt, dass es mein letztes Jahr sein wird.“ Grundsätzlich sei immer für eine Saison verlängert und dann im Winter neu gesprochen worden. Er fühle sich in Gescher nach wie vor pudelwohl, erklärt der A-Lizenz-Inhaber, der sich die volle Anerkennung der Verantwortlichen erarbeitet hat. „Wir haben großen Respekt vor seiner Arbeit“, lobt Markus Lammerding den Trainer. „Er hat die Mannschaft trotz vieler personeller Probleme immer in der Bezirksliga gehalten.“ Dass es nun diese Misstöne gibt, sei bedauerlich, gibt auch Markus Schütte zu: „Wir hätten ihm gegenüber die Nachfolge klarer kommunizieren sollen. Das müssen wir uns ankreiden.“

So tief die Enttäuschung auch sitzt, Frank Schulz wird bis zum letzten Spieltag Ende Mai alles geben. Voll durchziehen werde er die Saison, dafür sei er professionell genug. „Ich werde die Jungs ja nicht im Stich lassen“, betont der 213-fache Bundesligaspieler, der ausdrücklich nichts gegen seinen Nachfolger Hendrik Maduschka habe. Im Gegenteil, der könne sich freuen: „Er bekommt eine tolle Mannschaft!“

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