Fußball: SV-Trainer Frank Schulz wechselt im Sommer zum Ligakonkurrenten
SC Reken freut sich auf „allerbeste Lösung“

Gescher (mai/fw). Von seiner Mannschaft schwärmt er in den höchsten Tönen – umso seltsamer muss es sich für Frank Schulz anfühlen, wenn er plötzlich auf der anderen Seite steht. Denn in der kommenden Saison 2020/21 wird er beim Gastspiel am Ahauser Damm auf der anderen Trainerbank Platz nehmen. „Ich übernehme den SC Reken“, teilt der 59-Jährige mit, der den SV Gescher am Saisonende verlassen wird. „Für mich ist es schön, dass ich weiter in der Bezirksliga arbeiten werde.“

Freitag, 20.03.2020, 06:54 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 07:00 Uhr
Fußball: SV-Trainer Frank Schulz wechselt im Sommer zum Ligakonkurrenten: SC Reken freut sich auf „allerbeste Lösung“
Ein Wiedersehen mit seinen Jungs wird Frank Schulz (Mitte) auch in der kommenden Saison feiern: Der Trainer des SV Gescher heuert beim Ligakonkurrenten SC Reken an. Foto: Archiv

Die Rekener, die in der Tabelle aktuell zwei Punkte hinter dem SV auf Rang acht liegen, hatten sich Anfang Januar überraschend vom Ex-Profi Christian Erwig getrennt. Seitdem führt Henning Witjes als Übergangslösung die erste Mannschaft, ehe im Sommer der nächste Ex-Profi anheuert. Rekens Sportlicher Leiter Jan Pels ist glücklich darüber, dass ihm dieser dicke (Trainer-)Fisch ins Netz ging: „Vom ersten Gespräch an stimmte die Chemie zwischen Trainer und Verein.“ Schulz sehe nicht nur die Erste, sondern gucke auch über den Tellerrand hinaus in die unteren Teams und auch in die ambitionierte Jugendabteilung des SC. „Das war ein ganz wichtiges Thema in unseren guten Gesprächen.“ Jan Pels ist überzeugt davon, mit Frank Schulz den nächsten Entwicklungsschritt machen zu können.

Als richtige Entscheidung bewertet es Pels, dass der Club nach Erwigs plötzlichem Abschied kühlen Kopf bewahrt und damit einem Schnellschuss vorgebeugt habe. „Zusammen mit Hennig Witjes haben wir uns gründliche Gedanken über die Zukunft der ersten Mannschaft gemacht und haben dann beide festgestellt, dass die Mannschaft nach drei Jahren frischen Wind von außerhalb braucht“, erklärt Pels. Witjes Bereitschaft, den Bezirksligisten bis zum Saisonende zu übernehmen, habe eine Suche ohne Zeitdruck ermöglicht. „Dadurch konnte es uns gelingen, nicht die zweit- oder drittbeste Lösung zu finden, sondern die allerbeste“, sagt Rekens Sportlicher Leiter. „Frank Schulz passt hundertprozentig in unser Anforderungsprofil.“

Frank Schulz kommt mit der Erfahrung von 213 Bundesligaspielen für VfL Bochum, Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach nach Reken. Unter Rolf Schafstall feierte er sein Debüt in der höchsten Klasse, entwickelte sich zu einem torgefährlichen Mittelfeldspieler und entpuppte sich als Mann für die entscheidenden Treffer: Ehe er im DFB-Pokalfinale 1988 mit Eintracht Frankfurt gegen den VfL Bochum gewann, hatte er mit seinem goldenen Tor im Halbfinale gegen Werder Bremen der Eintracht den Weg ins Endspiel geebnet. In seinem letzten Pflichtspiel für Frankfurt bewahrte er den Klub in der Relegation gegen Saarbrücken vor dem Abstieg. Sein Treffer beim 5:2-Sieg von Borussia Mönchengladbach bei Bayer Leverkusen wurde im Mai 1991 zum Tor des Monats gewählt.

Seit 1995 ist der A-Lizenz-Inhaber als Trainer tätig, war unter anderem in der Saison 2000/01 für die TSG Dülmen verantwortlich und hat im Sommer 2016 beim SV Gescher angeheuert, mit dem er sich beständig in der Bezirksliga etabliert hat. Nach einem holprigen Saisonstart haben sich die Gescheraner dank einer tollen Serie ins Mittelfeld vorgearbeitet – sind jetzt aber wie alle anderen Sportler zu einer Zwangspause verdonnert. „Zurzeit müssen sich die Jungs individuell fit halten, anders geht es nicht“, zuckt Frank Schulz mit den Schultern. Er hofft, dass sie bald wieder durchstarten können – und dann will er den Endspurt bei „seinem“ SV, wo ab dem Sommer Hendrik Maduschka als neuer Trainer einsteigt, in vollen Zügen genießen.

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