Fußball: 1999 feiert der FSV Gescher den Aufstieg in die Bezirksliga
Mit Blitz und Donner zum Titel

Gescher/Billerbeck. Der Titelgewinn, gleichbedeutend mit dem Aufstieg in die Bezirksliga, gelang nicht nur mit dem Rückenwind der Pauken, auf die die enthusiastischen Fans am Seitenrand einschlugen, sondern im wahrsten Sinne mit Blitz und Donner. Als die Kicker des FSV Gescher an diesem 30. Mai 1999 gerade ihren Triumph auf dem staubigen Ascheplatz in Billerbeck feierten, zog ein heftiges Gewitter auf. „Für uns hat es trotzdem nicht geregnet, für uns schien die Sonne“, erinnert sich Peter Ellermann noch gerne an dieses „legendäre“ Fußballspiel.

Mittwoch, 25.03.2020, 06:50 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 07:01 Uhr
Fußball: 1999 feiert der FSV Gescher den Aufstieg in die Bezirksliga: Mit Blitz und Donner zum Titel
Die Meistermannschaft von 1999: Gleich im ersten Trainerjahr von Peter Ellermann (Mittlere Reihe rechts) gelang dem FSV Gescher der Aufstieg in die Bezirksliga. Foto: az

Die Ausgangslage vor diesem Saisonfinale versprach noch eine Menge Spannung: Mit drei Punkten Vorsprung auf Verfolger Westfalia Osterwick, der unter Trainer Pascal Notthoff auf den direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga hoffte, ging der FSV Gescher in diesen letzten Spieltag – musste also noch einen Punkt beim Tabellenvierten VfL Billerbeck holen, um ein drohendes Entscheidungsspiel zu verhindern. „Dann kommen wir nach Billerbeck und werden auf den Ascheplatz geschickt“, erzählt Peter Ellermann. Sicherlich ein Stück weit eine taktische Maßnahme, das will der damalige FSV-Trainer nicht ausschließen. Der VfL begründete die für Ende Mai ungewöhnliche Maßnahme mit der besonderen Bedeutung dieses Spiels, denn es war die letzte Partie überhaupt im Sportzentrum Kolvenburg, ehe im Sommer 1999 der Umzug zu Helker Berg erfolgte.

Der FSV brauchte ein wenig, um gegen die engagierten Billerbecker um Spielertrainer Andreas Eckrodt in die Partie zu finden. So fiel die Führung für den Spitzenreiter eher aus heiterem Himmel, als André Böckmann eine Freistoßflanke von Christian Lanfer ins Netz drückte. Lanfer selbst bestätigte sich in der 30. Minute als Kunstschütze und zirkelte einen Freistoß an der Mauer vorbei zum 0:2 ins kurze Eck.

Als Kapitän Michael Nolte in der 64. Minute einen von Thilo Meißner an André Böckmann verursachten Foulelfmeter zum 0:3 verwandelte, war die Partie endgültig entschieden. Christian Lanfer erhöhte zwei Minuten später nach Pass von Marco Beuker auf 0:4. Der Anschlusstreffer von Markus „Nollo“ Noll mit einem abgefälschten Freistoß (69.) sorgte nicht mehr für Spannung, zumal sich die Billerbecker im Verlauf der Partie selbst dezimierten: Schiri Otti Thentie schickte Thilo Meißner und Christoph Dittmer mit gelb-roter Karte vom Platz.

Der Rest war grün-schwarzer Jubel. Peter Ellermann bekam von seinen Jungs erst die Sektdusche verpasst und dann das Gewitter von oben, aber das juckte den heute 69-Jährigen herzlich wenig. „Dass wir mit dieser jungen Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft haben, ist eine Überraschung – die eigentliche Sensation ist aber, dass wir uns den Titel tatsächlich erspielt haben“, strahlte er nach dem Abpfiff und kündigte eine „14 Tage lange Meisterfeier“ an. Für Ellermann, der auf Betreiben von Berti Kloster im Sommer zuvor den Trainerjob in Gescher angetreten hatte, blieb das nicht der letzte große Triumph mit dem FSV: 2002 gelang der Aufstieg in die Landesliga, und das „für kein Geld der Welt“.

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