Kay Kloster formt aus einem umfangreich veränderten Kader ein starkes Team
Chefkoch mit vielen neuen Zutaten

Gescher. Ein bisschen hat es was von Thermomix. Alles rein, gut durchmischen und hoffen, dass am Ende etwas Schmackhaftes herauskommt – an der Schaltzentrale steht Chefkoch Kay Kloster. Er nimmt 16 Teile heraus, gibt neun neue Zutaten dazu, und diese Rezeptur soll dafür sorgen, dass nicht nur magere Hausmannskost gereicht wird. „Eine spannende Aufgabe“, sagt der neue Trainer, der in seinem Kader so viele Veränderungen umsetzen muss wie wohl kaum eine andere Mannschaft in der Umgebung. Aber sie packen es an und wollen gemeinsam dafür sorgen, dass der SV Gescher II nicht wieder zum Kellerkind mutiert.

Mittwoch, 02.09.2020, 13:45 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 14:20 Uhr
Kay Kloster formt aus einem umfangreich veränderten Kader ein starkes Team: Chefkoch mit vielen neuen Zutaten
Foto: Frank Wittenberg

Neun Neue, aber gleich 16 Abgänge – Kay Kloster nimmt es gelassen. „Eine solche Fluktuation ist sicherlich ungewöhnlich, aber der vorgegebene Weg“, weiß der 39-Jährige. Die zweite Mannschaft als Ausbildungsbetrieb für das Bezirksliga-Team, so soll es sein. Wobei sie selbstverständlich die eigenen Ziele nicht aus den Augen verlieren wollen. „Nicht wieder Abstiegskampf“, wünscht er sich. Gegen eine Saison, in der sie die vielen jungen Spieler in Ruhe weiterentwickeln können, hätte er gewiss nichts einzuwenden.

Dass es gelingen kann, haben die Vielspieler in der Vorbereitung schon unter Beweis gestellt. Gleich neun Tests hat die SV-Reserve ausgetragen. „Und jeder hat uns nach vorne gebracht“, freut sich Kloster über eine positive Entwicklung. Zumal die Mischung aufzugehen scheint: etliche junge Spieler, dazu einige A-Jugendliche, aber auch ein halbes Dutzend erfahrene Kicker. „Die nehmen die Aufgabe super an“, lobt der Trainer Typen wie Julian Koppers, Lukas Kötting, Florian Ploß oder André Wellermann. Letzterer soll dafür sorgen, dass vorne die nötigen Tore fallen. „Er weiß, wo die Bude steht“, lächelt Kay Kloster. „Und dahinter haben wir mit Flo Ploß noch einen torgefährlichen Spieler.“ Nicht zu vergessen Ole Hangen, der nach einem Auslandsjahr in Namibia wieder angreift. „Ein überragender Spieler“, weiß der Trainer, der Hangen schon in der A-Jugend unter seinen Fittichen hatte. „Er wird uns in der Offensive helfen.“

Lediglich eine Baustelle bereitet Kloster Magenschmerzen, zumal sie sich an einer ganz wichtigen Stelle auftut: „Im zentralen Mittelfeld sind wir zu dünn besetzt.“ Jonas Kemna und Titzian Heiber, die hier vorgesehen waren, haben bereits den Sprung in den Kader der ersten Mannschaft geschafft. Maurice Lanfer nimmt ab dem 1. Oktober ein Studium auf. Jens Hörnemann, der den Posten übernehmen könnte, läuft für die dritte Mannschaft auf. Keine gute Situation, weiß der Trainer, der nun Lösungen aus dem Ärmel zaubern muss. Folglich beordert er den Capitano in die Zentrale: „Lukas Kötting hat die Position vor zehn Jahren unter mir in der A-Jugend schon gespielt“, sagt Kloster. „Der kann das und wird sich da wieder einfinden.“

Eine weitere Option hat der Trainer mittelfristig noch in der Hinterhand: Yannik „Freese“ Bieß, jahrelang Stammspieler bei der DJK Coesfeld, packt wieder an. Nach drei Jahren ohne Fußball werde er noch einige Aufbauzeit benötigen. „Aber die bekommt er“, versichert Kay Kloster, der froh ist, Bieß an seiner Seite zu haben: „Für unsere junge Mannschaft wird seine Erfahrung als spielender Co-Trainer noch sehr wertvoll.“ Auch bei Alexander Wies, seinem zweiten Co-Trainer, hat das Werben gefruchtet, sodass der 39-Jährige ein starkes Team inklusive Betreuer Daniel Gravermann beisammen hat.

Insgesamt umfasst sein Kader nur 18 Spieler, aber das muss reichen. „Wenn bei der ersten Mannschaft alle fit sind, gibt es ja noch ein bis zwei Spieler runter“, setzt der Industriekaufmann auf eine enge Zusammenarbeit mit Hendrik Maduschka. Zu aufgebläht möchte er seinen Kader auch gar nicht haben: „Jeder soll sich bei uns als wichtiger Teil der Mannschaft fühlen.“ Gemeinsam wollen sie es anpacken – und jede einzelne Zutat ist wichtig für das gewünschte Ergebnis. 7 nächste Folge am Freitag (4. 9.): über die Mannschaft, bei der ein erfahrener Defensivkünstler den jungen Wilden die nötige Stabilität verpassen will.

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