Bezirksliga: Yannick Gieselers schwarze Auftaktserie hält
Ein gern gesehener erster Gast

Gescher/Billerbeck. Zumindest eine Serie hatte Bestand, auch wenn Yannick Gieseler gerne darauf verzichtet hätte. „Das ist mein fünftes Seniorenjahr als Trainer“, schüttelte er den Kopf. „Zum fünften Mal habe ich das Auftaktspiel verloren.“ Und das ging in der Summe in Ordnung, gab der Trainer des VfL Billerbeck nach dem 0:2 beim SV Gescher ehrlich zu. Nach den vielen personellen Nackenschlägen blieb ihnen auch das sportliche Negativerlebnis nicht erspart.

Dienstag, 08.09.2020, 11:45 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 11:50 Uhr
Bezirksliga: Yannick Gieselers schwarze Auftaktserie hält: Ein gern gesehener erster Gast
Mit Biss und Einsatzwillen: Leon Bürger (links) arbeitet sich am Billerbecker Jens Leopold vorbei – am Ende durfte der SV Gescher über drei Punkte jubeln. Foto: Frank Wittenberg

Als Gieseler unmittelbar nach dem Abpfiff auf dem Kunstrasen die Partie mit seinem spielenden Co-Trainer Philipp Daldrup analysierte, humpelte ein paar Meter weiter Jens Leopold Richtung Kabine, gestützt von Torwart Max Mertens. In der 62. Minute war er im Zweikampf mit Arne Reddemann unglücklich mit dem rechten Fuß umgeknickt und musste gegen Elian Denkler ausgewechselt werden – der nächste Kandidat im ohnehin reichlich gefüllten VfL-Lazarett? „Ich hoffe nicht“, zuckte der Trainer mit den Schultern. Noch mehr Ausfälle wären kaum zu verkraften.

Zumal die Alternativen, mit denen Gieseler auf den Spielverlauf reagieren konnte, schon jetzt mengenmäßig sehr überschaubar waren. Zwei Stürmer mit Leon Holtmann und Robin Roxin saßen noch auf der Bank, dazu Elian Denkler – „ein vierter Wechsel war bei uns gar nicht möglich“, bedauerte der Trainer, der feste Größen wie Max Zumbülte oder Andreas Lembeck nur in zivil am Seitenrand begrüßen durfte. Deshalb war die Marschroute klar: immer organisiert bleiben und nichts zulassen. „Leider haben wir diese Ordnung in einer Situation verlassen“, ärgerte er sich über das 0:1 in der ersten Halbzeit. So stand am Ende ein insgesamt verdienter 2:0-Erfolg für die Gescheraner. „In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht“, bilanzierte VfL-Obmann Carsten Teltz. „Aber wir müssen anerkennen, dass der Gegner heute stärker war.“

Dem wollte Hendrik Maduschka gewiss nicht widersprechen, auch wenn ihm natürlich nicht entgangen war, dass seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit drauf und dran war, die Kontrolle zu verlieren. „Da sind wir etwas nachlässig geworden“, gab er zu, richtete aber zugleich ein Lob an den nie aufsteckenden Gegner: „Die Billerbecker haben nach der Pause eine Leistungssteigerung hingelegt.“

Am Ende durfte Maduschka strahlen. Erstes Pflichtspiel mit dem SV, erster Sieg, ein prima Einstand für den neuen Trainer, der das Lob gleich weiterreichte. „Ich bin hier super aufgenommen worden“, lächelte er. Auffällig: Mehrfach brandete während des Spiels der Applaus der Zuschauer auf, die wie eine Eins hinter ihrer Mannschaft standen. „Das ist der Geist, den ich hier von Beginn an kennengelernt habe“, betonte der Trainer. „Der gesamte Verein präsentiert sich als Einheit.“

Das nahm Markus Lammerding gerne zur Kenntnis. Ohnehin hatte der SV-Vorsitzende mächtig Spaß, denn er musste in seinem Gedächtnis weit zurückkramen, wann ihm denn zum letzten Mal ein solches Glückgefühl an einem ersten Spieltag zuteil geworden war. „Ich kann mich nicht erinnern, wann wir mal ein Auftaktspiel gewonnen haben“, musste er passen. Das hatte an diesem Tag mit der guten Leistung des SV zu tun, vielleicht auch ein Stück weit mit dem Spielplan, mit dem Horst Dastig ihnen den VfL Billerbeck und Yannick Gieseler beschert hatte – eben den Mann mit der schwarzen Serie. „Ich komme gerne wieder nach Gescher“, versicherte der VfL-Trainer. „Aber nicht an einem ersten Spieltag!“

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