Fußball: SV Gescher II will die Mission Klassenerhalt fortsetzen
Mit vollem Schub zur Rettung

Gescher. Durchstarten wollen sie. Auf den Punkt topfit sein, wenn sie endlich von der Leine gelassen werden. „Den März durchhalten, ab April wieder auf den Platz, im Mai wieder spielen“, hält Kay Kloster an seiner Prognose fest. Nicht nur spielen, sondern laufen, kämpfen, ackern, alles für den Klassenerhalt. Denn der steht für den SV Gescher II klar im Fokus aller Träume, wenn die Spielzeit in der Kreisliga A fortgesetzt wird. Saisonabbruch und Rettung am „grünen Tisch“? Nein, das braucht der 39-Jährige nicht: „Wir wollen es auf dem Platz regeln.“

Samstag, 06.03.2021, 13:40 Uhr
Fußball: SV Gescher II will die Mission Klassenerhalt fortsetzen: Mit vollem Schub zur Rettung
Auf ihn ist zu 100 Prozent Verlass: Kevin Höing (rechts) stand bisher in jeder Minute der Spielzeit 2020/21 für den SV Gescher auf dem Platz. Foto: Ulrich Hörnemann

Das wird noch eine Menge Arbeit, da machen sie sich nichts vor. Nur drei Punkte nach sieben Spielen, der vorletzte Platz vor Schlusslicht Vorwärts Lette, das ist nicht die Bilanz, die sie sich erträumt hatten. „Drei bis vier Punkte hätten wir mehr haben können“, urteilt der Trainer. „Noch mehr aber realistisch gesehen nicht.“ Denn der Umbruch im Sommer mit 16 Abgängen und neun neuen Spielern sei nicht binnen kürzester Zeit zu vollziehen. Die vielen jungen Spieler müssen sich an die raue Luft in der A-Liga gewöhnen. Und das haben sie vor der Unterbrechung Ende Oktober schon immer besser gemacht.

Nicht zu vergessen ist der Spielplan, der ihnen ein strammes Auftaktprogramm beschert hat. Sechs Niederlagen haben sie bisher kassiert, fünf davon gegen die Top Five der Tabelle: Turo Darfeld (1:5), Fortuna Seppenrade (2:5), GW Nottuln II (1:5), Westfalia Osterwick (1:4) und TSG Dülmen II (1:2). „Die haben wir jetzt aber allesamt weg“, verweist Kay Kloster darauf, dass sie es angesichts der Einfach-Runde, mit der eine Saisonwertung erreicht werden soll, nun überwiegend mit Kontrahenten aus der unteren Tabellenhälfte zu tun bekommen.

Punkte benötigen sie, und dafür braucht es Tore. Genau das war bisher zu häufig das Problem: André Wellermann trifft, aber dahinter wird es dünn. „Gegen die starken Mannschaften haben wir uns nicht so viele Möglichkeiten erarbeitet“, bilanziert der Trainer. „André war da oft auf sich alleine gestellt.“ Zumal Youngsters wie Valentin Höwing und Ole Hangen Zeit eingeräumt werden müsse, ebenso Mugdad Ismail nach seinem Kreuzbandriss. Weitere Offensiv-Kandidaten werden weiter hinten gebraucht – etwa Florian Ploß oder Kevin Höing, der den Sechser-Part übernommen und als einziger Spieler noch keine Minute verpasst hat. „Eine Maschine“, lächelt Kloster. „Auf ihn ist absolut Verlass.“

Wie er überhaupt fest auf seinen eher kleinen Kader bauen kann. 18 Kicker umfasst er, und bis auf den zu Saisonbeginn verletzten Keeper Jonas Kloster sind auch alle zum Einsatz gekommen. Dass trotzdem schon 24 eingesetzte Spieler in der Liste stehen, hat mit den Gegebenheiten einer zweiten Mannschaft zu tun: Gleich sieben Kicker aus dem Kader des Bezirksliga-Teams von Hendrik Maduschka kommen auf jeweils einen Einsatz in der A-Liga. Eine willkommene Angelegenheit, aber gewiss keine Sache, die zur Annahme verleiten sollte, dass die „Jungs von oben“ Wunder vollbringen können. „Sie kommen ja meist, um nach Verletzungen Spielpraxis bei uns zu sammeln“, sagt Kay Kloster. „Und nicht, weil sie vorher in der Bezirksliga alles in Grund und Boden gespielt haben.“

Mit Unterstützung oder auch ohne – Fakt ist: Wenn es weitergeht, werden alle Hebel auf vollen Schub gestellt. Auf eigenem Platz gegen SW Holtwick, dann bei Adler Buldern, das wären die ersten Aufgaben für die SV-Reserve. Und in die wollen sie topfit gehen. „Jeden Dienstag machen wir online ein Stabi- und Krafttraining“, berichtet Kloster. Dazu sind in Eigenverantwortung pro Woche acht bis zehn Kilometer Laufen angesagt. „Die meisten ziehen richtig gut mit“, lobt der Trainer, der immer wieder über Mugdad Ismail staunt: „Er hat im Februar 150 Kilometer abgerissen, obwohl zwischendurch wegen des Schnees kein Laufen möglich war.“

Genau diese Portion Ehrgeiz brauchen sie. Denn am Ende der noch sieben ausstehenden Spiele soll für den SV Gescher II der Klassenerhalt stehen. Das wäre für Kay Kloster, der im Sommer an Jens Tendahl übergibt und wieder zur A-Jugend zurückkehrt, das schönste Abschiedsgeschenk: „Meinen Ausflug in den Seniorenbereich möchte ich jedenfalls nicht mit einem Abstieg beenden!“

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